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Vor der Nutzung der Firmenfahrzeuge für den Unternehmenszweck steht die Beschaffung dieser. Zum einen geht es um das „Was“ und zum anderen um das „Wie“. Beim „Was“ geht der Trend derzeit zweifellos in Richtung Elektromobilität, Nachhaltigkeit schreiben sich die Unternehmen auch in Bezug auf ihre Mobilität auf die Fahnen. Nicht zuletzt wird die Wahl von elektrifizierten Fahrzeugen derzeit staatlich gefördert. Das wirkt sich auch bei den TCO aus, ein wichtiger Indikator bei der Wahl von Fahrzeugen.

Grundsätzlich sollte die Wahl der Finanzierungsform aufgrund wirtschaftlicher Faktoren erfolgen, beispielsweise Liquiditätsschonung oder Planbarkeit, was für das Leasing sprechen würde. Aber auch der Kauf hat seine betriebswirtschaftliche, wenn nicht sogar bilanzielle Berechtigung. Je größer das Unternehmen, umso eher hat es seine Beschaffungsprinzipien für den Fuhrpark in einer Car-Policy festgeschrieben (Details dazu gibt es in der Serie „Kosteneinsparung“ in den Ausgaben 5/2020 und 6/2020).

Noch ohne wesentlichen Einfluss der Corona-Pandemie kam das letzte Fuhrpark-Barometer aus dem April 2020 des Arval Mobility Observatory (AMO) zu dem Ergebnis, dass als Hauptfinanzierungsmethode in deutschen Fuhrparks das Leasing mit Kilometervertrag eingesetzt wird: 37 Prozent der kleinen Unternehmen und 64 Prozent der großen Unternehmen nutzen diese Form. Die ab März 2020 die Wirtschaft und das öffentliche Leben beeinträchtigende Pandemie hat bislang nicht zu einer veränderten Gewichtung geführt, sondern eher dazu, dass die Bereitschaft oder keinen Bedarf ausgesetzt wurde, Fahrzeuge zu beschaffen. In den ersten neun Monaten des Jahres verzeichnete der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen e. V. (BDL) einen Rückgang des Mobilienleasings um 12 Prozent. Die Dynamik des Rückgangs im Fahrzeugleasing ließ im Jahresverlauf nach, das Minus im Pkw-Leasing betrug 9,4 Prozent und im Nutzfahrzeugbereich 19,1 Prozent. Nach Stückzahlen wurden im Pkw-Leasing 18,9 Prozent weniger Verträge geschlossen als im Vorjahr, während die Pkw-Neuzulassungen deutlich stärker um 25,5 Prozent zurückgingen. Dies zeige, so BDL-Präsident Kai Ostermann, dass Unternehmen verstärkt in den aktuellen Zeiten Leasing nutzen, wenn sie ihre Fahrzeuge erneuern – insbesondere bei Elektrofahrzeugen.

In unserem aktuellen Special „Beschaffung“ befassen wir uns also unter anderem mit den in Deutschland gängigen Finanzierungsformen für Fuhrparkfahrzeuge wie Leasing, Finanzierung und Kauf beziehungsweise mit den dazugehörigen Dienstleistern aus der Leasingbranche sowie der Automobilwirtschaft. Dabei spielen auf der einen Seite die Leasinggeber, sowohl herstellerunabhängig als auch herstellerabhängig, eine wesentliche Rolle. In seiner letzten Bilanz vor der Auflösung Ende 2019 hat der Verband der Banken der Automobilwirtschaft BDA, in dem einige der in der Übersicht auf Seite 70 aufgelisteten Leasinggesellschaften organisiert waren, noch einmal Zahlen genannt: Mit 23 zu 4 Milliarden Euro Umsatz dominierte in dem Jahr beim gewerblichen Anteil das Leasing den Kauf.

Auf der anderen Seite steht das Geschäft der inländischen und ausländischen Automobilhersteller bei ihren Handelspartnern. In den Autohäusern der Marken können Kunden die für sie passende Beschaffungsart wählen, ob Leasing, Finanzierung oder Kauf. Nach der Erhebung des AMO war die Verteilung in Deutschland im Jahr 2019 wie folgt: Zu 34 Prozent nutzten Unternehmen den Kauf von Flottenfahrzeugen, zu 5 Prozent wurde ein Autokredit eingesetzt, 13 Prozent wählten die Finanzierung, die übrigen 48 Prozent entschieden sich für Leasing. Wichtig ist auch der Kauf von Fahrzeugen, immerhin werden 52 Prozent der Fahrzeuge nicht über Leasing beschafft. Wir listen ab der Seite 64 die Dienstleistungen rund um die Beschaffung auf, die über die Fahrzeughersteller und ihre Autohäuser bezogen werden können. Was früher eher die Mobilität am Rande des Fuhrparks darstellte, also eher um Auftragsspitzen oder andere Zeiträume mit Fahrzeugbedarf zu überbrücken, und mit Kurz- oder Langzeitmiete überbrückt wurde, hat sich heute zu einer Möglichkeit entwickelt, flexibel Mobilität zu gestalten, statt sich in relativ starre Zeitverträge von 24 und mehr Monaten zu begeben. Dazu gehört ebenfalls die noch junge Lösung der Auto-Abos, einer Art von Langzeitmiete. Diese beleuchten wir im Rahmen der Übersicht von Leasing- und Mobilitätsprodukten.

Last, but not least gibt es eine Vielzahl von Prozessen, die bei der Einsteuerung des Fahrzeugs, also des Neuwagens auf dem Weg vom Hersteller oder Autohaus zum Nutzer, organisiert sein müssen. Vielfach koordinieren dies Dienstleister, die die Überführung, die Anmeldung, die Fahrereinweisung übernehmen und termingerecht im Sinne des Fuhrparkmanagements durchführen. Darüber informieren wir auf den Seiten 76/77.