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Es gibt Ereignisse, die in der Geschichtsschreibung als Zäsur, als Einschnitt oder Zeitenwende beschrieben werden. Dabei gibt es Zäsuren, deren Auswirkungen erst im Rückblick zu erkennen sind, wie beispielsweise die Erfindung des iPhones. Dann gibt es aber auch solche Ereignisse, bei denen man sich bereits im Moment selbst sicher ist: Danach wird alles anders. So zum Beispiel bei dem Fall der Berliner Mauer 1989 oder dem Anschlag auf das World Trade Center und auf das Pentagon am 11. September 2001. Der Ausbruch der Corona-Pandemie ist ebenfalls eine offensichtliche Zeitenwende, hat sie doch ausnahmslos alle Menschen betroffen. Bitte nicht falsch verstehen: Dieser Artikel soll kein schwarzmalerischer Abgesang auf die vergangenen Monate sein. Im Gegenteil. Es gibt viele positive Dinge, auf die man sich jetzt konzentrieren kann. Getreu dem Motto: Jede Krise ist auch eine Chance!

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen lösten in vielen Unternehmen einen Lerneffekt aus: Sie haben erkannt, dass sie schleunigst die Vorteile der Digitalisierung nutzen sollten. In unterschiedlichen Studien, die 2020 durchgeführt wurden, kristallisierte sich heraus, dass der Großteil der Unternehmen künftig die Digitalisierung seiner Geschäfte stärker vorantreiben will. Wenngleich diese aber auch einräumten, dass es ihnen häufig an Digitalisierungs-Know-how fehlt. Diejenigen, die ohnehin einen hohen digitalen Reifegrad besaßen, waren auch während der Shutdown-Phasen in der Lage, unternehmerische Entscheidungen zu treffen und ihre Geschäfte nahezu uneingeschränkt fortzuführen. Damit ist die Digitalisierung weltweit der Hoffnungsträger Nummer eins, wenn es um die Verbesserung der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen geht.

Mobilität 
Mit Blick auf den Mobilitätsbereich zeigte sich, dass der öffentliche Verkehr an Boden verliert und die Bedeutung individueller Transportmittel, wie dem privaten Pkw und Dienstfahrzeugen, steigt. Dies sind die zentralen Erkenntnisse der zweiten Befragung des Instituts für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die von Ende Juni bis Anfang Juli 2020 bei 1.000 Befragten durchgeführt wurde und die mittel- sowie langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise auf Einstellungen und Verhalten im Mobilitätsbereich untersucht. „Es zeichnet sich ab, dass es ein ‚Wie davor‘ nicht geben wird. Die Frage ist vielmehr, wie die neue mobile Normalität aussehen wird. Im Ausnahmezustand erprobte Verhaltensweisen haben sich eingeprägt und beeinflussen neue Routinen“, fasst Prof. Barbara Lenz, Direktorin des DLR-Instituts für Verkehrsforschung, zusammen. Diese Veränderungen sind mit Chancen und Risiken für das Gelingen der Verkehrswende verbunden. Gleichzeitig fände, so Lenz weiter, eine Rückbesinnung auf individuelle, weniger nachhaltige Verkehrsmittel statt: „Das eigene Auto geht als deutlicher Gewinner aus der Corona-Krise hervor, der öffentliche Verkehr als Verlierer. Auch nachhaltige Mobilitätskonzepte wie das Carsharing sind geschwächt. Der Weg zur Verkehrswende ist dadurch weiter geworden. Denn für ihren Erfolg ist ein starker öffentlicher Verkehr notwendig. Hierauf sollte in Zukunft ein deutliches Augenmerk liegen.“

Elektromobilität 
Der Absatz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ist weltweit eingebrochen, weil Händler ihre Autohäuser schließen mussten und viele Fließbänder in Autowerken während der ersten Lockdown-Phase stillstanden. Demgegenüber ist der Anteil von Elektrofahrzeugen in Europa gestiegen und soll weiter zulegen, wie eine Studie von McKinsey zeigt. Die Berater gehen davon aus, dass sich mit der Krise auch der Wandel zu alternativen Antrieben beschleunigt – besonders in Europa. Denn in der Krise haben viele EU-Staaten ihre Kaufprämien für Elektroautos erhöht. Allein in Deutschland werden Elektroautos aktuell mit einer Kaufprämie von bis zu 10.000 Euro gefördert. Wenngleich der Umstieg auf die neuen Antriebe für Hersteller und Zulieferer als große Herausforderung gilt, löst dieser aber auch ein großes Problem: Denn der vorgeschriebene Flottenschnitt von 95 Gramm CO2-Emissionen, der 2021 EU-weit eingehalten werden muss, ist mit einem hohen Anteil von Elektroautos leichter erreichbar. Mit der neuen Förderrichtlinie für E-Fahrzeuge, die seit dem 16. November 2020 gilt, können deutsche Kunden auf mehrere verfügbare Fördertöpfe zugreifen und diese miteinander kombinieren. Voraussetzung dafür ist, dass der jeweilige Fördermittelgeber eine Verwaltungsvereinbarung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie abgeschlossen hat. Diese Vereinbarung legt fest, wie die unterschiedlichen Förderprogramme ineinandergreifen, und stellt sicher, dass die haushalts- und beihilferechtlichen Vorgaben eingehalten werden.

Veranstaltungen 
Worauf man sich im nächsten Jahr auf jeden Fall freuen kann, sind Veranstaltungen und Messen, auf die man coronabedingt 2020 fast ausnahmslos verzichten musste. Mit der begründeten Hoffnung auf einen wirksamen Impfstoff kann man getrost schon mal den Besuch von „Flotte! Der Branchentreff“ 2021 planen. Am 24. und 25. März öffnen sich in der Düsseldorfer Messehalle 8a wieder die Pforten für die Flottenwelt. Auf den Seiten 21 bis 28 finden Sie Einschätzungen von ausgewählten Branchenexperten zu den Entwicklungen und Herausforderungen im Flottenmarkt im kommenden Jahr. Auf ein erfolgreiches Jahr 2021!