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Flottenmanagement: Sie sind vor Kurzem mit der MF-1 GmbH am Markt gestartet. Welche (Flotten-)Dienstleistungen bieten Sie an? 

Thorsten Meyer-Klimek: Die MF-1 GmbH setzt auf drei Säulen der Dienstleistung: Die Erste ist das Fuhrparkmanagement, das sich in erster Linie an kleinere Flotten in der Größenordnung 20 bis 200 Fahrzeuge wendet. Die Zweite ist das Schadenmanagement, das sich vornehmlich an Großkunden wie Versicherungen richtet, deren verunfallte Fahrzeuge wir in unser Werkstattnetz einsteuern. Und weil wir seit vielen Jahren engen Kontakt zu etlichen unserer Werkstattpartner pflegen, kennen wir auch deren Sorgen, eine geeignete Nachfolge zu finden. Deshalb ist das dritte Geschäftsfeld die Unterstützung bei der Nachfolgeregelung, aber auch bei der Umsatzgenerierung sowie dem Aufbau einer zeit- und marketinggemäßen Struktur. Nicht ganz uneigennützig, denn so stellen wir die Netzabdeckung in bestimmten Regionen sicher.

Das Fuhrparkmanagement erstreckt sich von der Beschaffung bis zur Aussteuerung. Der komplette Prozess lässt sich über unsere Plattform CarVita zeitnah und transparent abbilden. Bei der Beschaffung hinterlegt der Kunde seine Car-Policy, angebundene Händler geben bei Bedarf Leasingangebote ab. So können Kleinflotten wie Großkunden agieren und entsprechende Konditionen erhalten. Bei der Einsteuerung funktioniert das Einpflegen von Daten über unser Tool sehr unkompliziert und schnell, denn das System erkennt sämtliche Formate problemlos. Fehler werden markiert und in Absprache mit dem Kunden korrigiert. Wir übernehmen zudem Service, Wartung, Reifen et cetera und können damit diejenigen entlasten, die kleine Fuhrparks nebenbei managen. Unser Team wird von der künstlichen Intelligenz (KI) des Systems unterstützt, beispielsweise bei Anrufen des Dienstwagennutzers erkennt es die Nummer und öffnet direkt den entsprechenden Datensatz mit sämtlichen Fahrzeuginformationen. Am Ende der Laufzeit unterstützen wir unsere Kunden mit der Aufbereitung, Abmeldung, Aussteuerung, beim Einspielen in Auktionsplattformen, bei der Leasingrückgabe et cetera. Schon heute laufen etwa 30 Prozent unserer Prozesse unterstützt von künstlicher Intelligenz. 

Flottenmanagement: Mit welchen Argumenten wollen Sie Flotten- und Großkunden von Ihren Dienstleistungen überzeugen beziehungsweise wo sehen Sie den USP Ihrer Dienstleistungen? 

Thorsten Meyer-Klimek: Die Basis unserer Dienstleistungen ist CarVita. Die Software arbeitet in Teilbereichen mit künstlicher sowie Business-Intelligenz. Darin ist unser Know-how eingepflegt und es sind Prozesse hinterlegt, sodass wir damit sowohl große als auch kleine Kunden bedienen können. Dies eignet sich bestens für Kunden mit 20 bis 200 Fahrzeugen. Wir kommen Kleinflotten entgegen, indem wir sämtliche vertraglichen Bestimmungen und Unterlagen wie AGB, AGV, TOM sowie Verträge in einer verkürzten, leicht verständlichen, dennoch rechtssicheren Version verfasst haben, sodass diese schnell von nicht hauptamtlichen Fuhrparkmanagern bearbeitet werden können. Unsere AGB sind wohlwollend dem Kunden gegenüber formuliert, sodass ein Vertrag schnell und einfach zustande kommen kann.

Unsere Versicherungskunden schätzen an unserer Schadenbetreuung, dass sie rund um die Uhr 365/24 durch unsere eigene Mannschaft sichergestellt wird. Mit diesem Argument fühlen sich viele Großkunden gut aufgehoben. Daneben betreuen wir auch viele Großflotten, die ihre Schäden noch effizienter abwickeln wollen. Mittlerweile können wir zu festen Stundenlöhnen bis weit unter 100 Euro arbeiten. Dazu haben wir in unserem Portfolio ein Tenderverfahren eingeführt, eine Art Schadenkostenbörse: Werkstattsysteme innerhalb einer Region werden angefragt, diese können je nach Auslastung des Betriebs Kostenkalkulationen für Schäden abgeben, die auch mal sehr niedrig angesetzt sein können, wenn dringend Aufträge benötigt werden. Versicherungen nutzen dies, um bei Risikokunden die Schadenkosten zu senken. Wenn wir dann über das Tenderverfahren ausschreiben, können die Kostenvoranschläge auch schon mal Differenzen von 500 bis 800 Euro aufweisen. Über CarVita wird ein Schaden dank KI mit wenigen Fotos schnell einschätzbar. Insbesondere bei Kaufflotten oder älteren Fahrzeugen lässt sich mit diesem ungefähren Schadenwert schon ableiten, ob sich eine Reparatur lohnt. 

Flottenmanagement: Mit welchen Erfahrungen und Branchenkenntnissen treten Sie und Ihr Team an? Aus welchen Partnern besteht Ihr Netzwerk? 

Thorsten Meyer-Klimek: Ich kann selbst auf 30 Jahre Berufserfahrung in der Flottenbranche zurückblicken. Nach meiner Lehre bei einer Autovermietung führte mich mein Weg zu einer großen Leasingbank, mit der ich das typische Schadenmanagement, das heute praktiziert wird, entworfen habe. Nach weiteren Tätigkeiten für Leasinggesellschaften bin ich letztlich wieder zum Schadenmanagement zurückgekehrt. In den folgenden Jahren konnte ich dies weiterentwickeln zu dem, was wir heute mit der MF-1 GmbH erfolgreich anbieten. Zu meinem Team gehören Kollegen, die mich bereits seit 15 Jahren begleiten. Wichtige Partner in unserem Netzwerk sind die Werkstätten. Einen Fokus stellt die Firma Hapitec in Düren dar, die auf 34.000 Quadratmetern sehr große Flotten abwickeln kann und wo unter anderem Rückläufer und Unfallwagen aufbereitet werden. Insbesondere bei größeren Flotten und Vermietern nutzen wir die Möglichkeit, Tag und Nacht da einzusteuern. 

Flottenmanagement: Die Neugründung von MF-1 fällt mit der Corona-Krise in eine besondere Zeit. Wie erreichen Sie derzeit Ihre Kunden? 

Thorsten Meyer-Klimek: Unser Akquiseteam arbeitet sehr erfolgreich in der Zielgruppe bis 200 Fahrzeuge. Das läuft hauptsächlich per Videocall ab. Wenn wir Präsenz-Meetings abhalten, finden diese an gesonderten Orten, zum Beispiel im Nextower in Frankfurt, statt, an denen sich alle Hygienemaßnahmen sicherstellen lassen, beispielsweise der Aufzug einzeln benutzt wird, die Gäste im 1,5-Meter-Abstand platziert werden et cetera. Darüber hinaus ist der Kontakt via Internet für uns ein sehr wichtiger Weg, daher konzipiert die Social-Media-Kampagne ein SEO-Marketing- Unternehmen, um unsere Website und unsere Themen bestmöglich zu platzieren. Ziel ist, einen Anteil von fünf Prozent bei den Privatkunden über Social Media zu erreichen. 

Flottenmanagement: Mit welchen Ideen wollen Sie Ihr Unternehmen in dieser besonderen Zeit erfolgreich nach vorne bringen? Welche Chancen sehen Sie in der Digitalisierung, die ja starken Anteil am Konzept der MF-1 GmbH hat? 

Thorsten Meyer-Klimek: Wir sehen uns mittelfristig als Partner von Versicherungen, bei denen wir mit unserer 365/24-Aufstellung punkten können. Bei den kleinen Flotten wollen wir zeitnah mit einer großen Durchdringung als Dienstleister vertreten sein. In dieser Zielgruppe hat solch ein Angebot, wie wir es generieren, bisher gefehlt. Das Herzstück dabei ist unsere Software, auf der unsere Plattform basiert. Sie ist seit zehn Jahren auf dem Markt und wird immer weiterentwickelt mit allen Raffinessen. Die KI kann einen Teil der Arbeit eines Sachbearbeiters problemlos übernehmen. Insbesondere bei immer gleichen Prozessen lässt sich das gut künstlich anlernen. Prozesse, die immer wieder Know-how abverlangen, müssen weiterhin Menschen übernehmen. Auch das große Ganze inklusive der KI müssen Menschen kontrollieren. Aber dank der KI haben wir die Möglichkeit, kleine Kunden gut und preiswert zu betreuen. Sie erhalten eine eigene Anbindung mit ihren eigenen Daten, wir nutzen dabei KI um Kosten zu sparen, setzen aber weiterhin die persönliche Abwicklung ein für kritische oder besondere Abläufe, die Fachwissen verlangen.