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Seien wir ehrlich: Ob hier nun der flammneue Audi A3 des 2021er Modelljahres steht oder sein ebenfalls moderner Vorgänger – der in durchschnittlichem Maße mit Autothemen vertraute Nachbar wird den Unterschied nicht erkennen. Das ist vom Kreativteam durchaus so gewollt, schließlich möchte man die Stammklientel mit dem noch alten Modell nicht vor den Kopf stoßen. Dabei gelang den Designern jedoch der Spagat, ein seriöses, erwachsen wirkendes und mit einer konservativen Note gesegnetes Auto auf die Räder zu stellen, ohne auf sportliche Attribute zu verzichten. So mangelt es dem neuen A3 ebenso wenig an glatten Flächen wie an Sicken und Kanten, um Spannung in den Designmix zu bringen. Für Aufsehen sorgt natürlich der große Kühlergrill – er unterstützt den erwachsenen Einschlag des Kompakten. Ein besonderes Augenmerk gilt übrigens auch den Rückleuchten bei Dämmerung. Vier unverwechselbare LED-Elemente lassen den Ingolstädter stets aus der Menge der A3-Generationen hervorstechen und helfen bei der Einordnung.

Zur Einordnung für diese Abhandlung sei gesagt, dass der A3-Testwagen hier als 35 TFSI antritt. Audi drückt mittlerweile keinen Hubraum mehr aus über den Modellschriftzug, sondern mit der zweistelligen Ziffer dafür den Leistungsbereich. „TFSI“ gibt die Motorenart an, hier arbeitet also ein Benzin-Direkteinspritzer mit 150 PS aus zwei Litern Hubraum. Was die Buchstaben und Zahlen auf dem Heckdeckel allerdings verschweigen, ist die Tatsache, dass noch etwas Extra-Drehmoment von einem kleinen Elektromotor stammt, das per Riemen auf die Kurbelwelle übertragen wird. Das heißt, dieser A3 fährt niemals rein elektrisch, erhält aber einen Boost, wenn der Verbrenner gerade nicht die volle Power hat. Beispielsweise beim Start, da der Turbolader aufgrund zu geringer Drehzahl und infolgedessen auch geringer Abgasströme außerhalb seines Leistungsbereiches liegt. Wer das Gaspedal bei grüner Ampel beherzt drückt, erlebt den unteren Mittelklässler losstürmen, von Anfahrschwäche kann hier keine Rede mehr sein.

Im Alltagsbetrieb zeichnet sich die Antriebseinheit insbesondere durch zurückhaltende Maschinentöne aus. Erst bei höherer Tourenzahl wird der Vierzylinder-Direkteinspritzer kernig, das darf er aber auch, um seine sportive Note zu unterstreichen. Immerhin sprintet der Kompakte binnen drahtigen 8,4 Sekunden auf 100 km/h, während die Topgeschwindigkeit 224 Sachen beträgt. Außerdem macht der hier verbaute Siebengang-Doppelkuppler seine Arbeit geschmeidig und ansatzlos, stellt in flinker Manier die richtigen Übersetzungen bereit. Bei Richttempo arbeitet die Maschine dann mit so niedriger Drehzahl, dass der untere Mittelklässler den komfortablen Langstreckler gibt. Zumal der A3 längst so erwachsen geworden ist, dass man auch in der zweiten Reihe genauso angenehm sitzt wie vorn. Zwei USB-Anschlüsse sowie eine individuelle Temperaturregelung im Fond zeigen, dass Audi seinen Kompakten als durchaus ernstzunehmenden Allrounder versteht, der auch mehr als zwei Personen bequem an weit entfernte Orte trägt.

bewerkstelligt das inzwischen sehr digital. Das merken die Mitreisenden schon unmittelbar nach dem Einsteigen – nämlich wenn ihnen zwei große Bildschirme entgegenstrahlen. Da wäre das Kombiinstrument, das – State of the Art – keinerlei Mechanik mehr enthält und der zentrale Touchscreen in der Mitte. Allerdings hören die Ingolstädter ganz offenbar auch auf die kritischen Stimmen in diesem Kontext – denn es ist mittlerweile bekannt, dass physische Tasten während der Fahrt besser bedienbar sind, weil sie haptisch erfasst werden können. Grundeinstellungen für die Klimatisierung oder Features wie das automatische Einparken und auch Sitzheizung gönnen die Architekten klassische Schalter, die übrigens wertig wirken und präzise klicken mit einem satten Geräusch. Auch das Lenkrad nutzt Audi, um fleißig bedienen zu können: Beispielsweise die vielfältigen Konfigurationen für das Kombiinstrument vornehmen. Alleine dieser Punkt kann schon eine Weile in Anspruch nehmen, bedient den Erwachsenen-Spieltrieb und ist nützlich im Rahmen der Infotainment-Darbietung.

Nicht zuletzt ein Punkt, da Audi mit dem A3 mächtig draufgesattelt hat. Denn ab sofort bietet der Oberbayer nicht nur viel Display-Fläche, sondern gegen 672 Euro netto auch noch ein Head-up-Display – ein wirklich hilfreiches Instrument, um den Fahrer viele Informationen aufnehmen zu lassen, ohne dass er den Blick von der Straße nehmen müsste. Außerdem ist der Sportback eifrig im Netz unterwegs, zieht sich Informationen wie Nachrichten oder Wetter, um sie den Fahrgästen mitzuteilen. In diesem Kontext werden weitere wissenswerte Parameter übermittelt, beispielsweise, wie es um die Parksituation vor Ort bestellt ist. Dass die Passagiere ihre mobilen Endgeräte per WLAN-Hotspot mit dem Fahrzeug verbinden können, ist selbstverständlich. Doch auch in den klassischen Disziplinen gibt der A3 eine gute Figur ab und bezirzt seine Interessenten mit einer überdurchschnittlich guten Verarbeitungsqualität. Auch das Mobiliar überzeugt, hält die Nutzer über größere Zeiträume bei Laune und schmeichelt den vier Buchstaben mit sportiver Ausrichtung. Bleibt das Preiskapitel.

Mindestens 25.966 Euro netto werden für den 150 PS starken, mild hybridisierten A3 namens 35 TFSI fällig, sofern der Kunde das Automatikgetriebe bestellt. Wie viel Auto gibt es für diesen Kurs? Bluetooth-Freisprechanlage und das digitale Cockpit werden frei Haus geliefert. Eine lange Aufpreisliste erlaubt einen hohen Individualisierungsgrad – darunter tummeln sich viele interessante Extras für Langstreckennutzer. Dazu zählt zweifellos der netto 487 Euro teure Tempomat mit aktiver Steuerung. So lässt sich assistiert unterwegs sein, das Fahrzeug ist in der Lage, automatisiert bis zum Stillstand abzubremsen, wenn der Vordermann es auch tut – damit fährt man entspannt über lange Strecken. Jeder Audi A3 wird mit einem autonomen Notbremssystem ausgerüstet, das im Falle eines Falles selbsttätig bremst und gar Fußgänger respektive Radfahrer in der Lage zu erkennen ist. Eine aktive Lenkung ergänzt das Assistentenarsenal, um Komfort und Sicherheit zu optimieren.