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Auch wenn die Logistikbranche augenscheinlich von den Umständen der Corona-Pandemie profitiert, da zumindest der Onlinehandel zugelegt hat und Paketzusteller und Co. für mehr Aufträge mehr Fahrzeuge benötigen, verzeichnet die Nutzfahrzeugbranche laut Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller e. V. (VDIK) einen Einbruch bei den Neuzulassungen. Im ersten Halbjahr 2020 wurden rund 29 Prozent weniger Transporter und Trucks angemeldet, wobei vor allem ein Minus bei den schweren Nutzfahrzeugen die Zahlen gedrückt hat. Allerdings vermelden Anbieter im gewerblichen Leasing- und Mietbereich eine verstärkte Nachfrage nach Transportern. Das kann auch Armin Villinger, Generalbevollmächtigter und Leiter Vertrieb Deutschland der Volkswagen Leasing GmbH, bestätigen: „Wir erleben aktuell definitiv, dass die wirtschaftliche Situation in der Logistikbranche sich besser darstellt als in anderen Wirtschaftszweigen. Dies spiegelt sich auch in der Nachfrage, unter anderem auch bei unseren Vermietlösungen, wider.“

Die jährlich durchgeführte Studie zu gewerblicher Mobilität, Arval Mobility Observatory, zeigt, dass der Anteil der befragten Unternehmen mit mindestens einem Transporter als Firmenfahrzeug in Deutschland durchschnittlich 56 Prozent beträgt. Leasing gehört bei der Beschaffung von Transportern im Großkundenbereich seit Jahren bereits zu den dominierenden Finanzierungsmethoden. Das hat zum einen damit zu tun, dass Kunden das Restwertrisiko damit an den Leasinggeber abgeben. Zum anderen ist Liquiditätsschonung ein wichtiges Kriterium, das hat die jüngste Krise, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, wieder einmal gezeigt. Aber auch Bilanzthematiken spielen eine Rolle, beispielsweise der Entfall der Bilanzverlängerung in der handelsrechtlichen Bilanz sowie die Senkung der Steuerlast, denn Leasingraten sind als Betriebsausgaben steuerlich voll absetzbar. Full-Service-Bausteine tragen dazu bei, dass über die Laufzeit Planungssicherheit hinsichtlich der Unterhaltskosten herrscht. Beispielweise bei rund 80 Prozent der Leasingverträge der Volkswagen Leasing GmbH ist mindestens eine Dienstleistung integriert. Die beliebtesten Dienstleistungen sind hier und auch bei vielen anderen Leasinganbietern Wartung und Verschleiß, Reifen, Tankkarten und Versicherungen.

Rückgabe 
Wenn man sieht, wie Transporter im Alltag „rangenommen werden“, lässt sich die Scheu der Nutzer ‒ vornehmlich der aus dem Handwerks- und Lieferantenbereich ‒ vor dem Wertverlust bei Rückgabe gut nachvollziehen. Deswegen steht auch Leasing als Finanzierungsart bei einem Teil der Nutzer nicht ganz oben auf der Liste. Rückgabeschäden laufen im Leasing regelmäßig auf einen finanziellen Minderwert hinaus, die Diskussion darum endet selten schiedlich-friedlich. Wie die Leasinggeber generell damit umgehen beziehungsweise was sie raten, um Ärger von vornherein zu vermeiden, haben wir gesondert abgefragt: Um eine reibungslose Rückgabe des Leasingfahrzeugs zu gewährleisten, sollte es im fahrbereiten Zustand und gereinigt zurückgegeben werden, empfiehlt man bei Arval. Des Weiteren sollte man darauf achten, dass die Zulassungsbescheinigung Teil I vorhanden ist und bis dato vorliegende Schäden ordnungsgemäß gemeldet sind. Zudem sollte eine gültige Haupt- und Abgasuntersuchung vorliegen und die Bereifung den Witterungsverhältnissen entsprechen. Leasingrückläufer werden ausschließlich mit allen Unterlagen wie Ersatzschlüssel, Reifen, Betriebsanleitung, Tankkarten et cetera an einem hellen, überdachten Ort übernommen. Armin Villinger verweist für Volkswagen Leasing darauf, dass mittels eines separaten Schadenkatalogs für Transporter inklusive eines Dekra-zertifizierten Rücknahmeprozesses und neutralen Gutachters diese speziellen Gesichtspunkte berücksichtigt und im Vergleich zu Pkw etwas mehr Spielraum bei der Abrechnung von Schäden eingeräumt wird. Für die LeasePlan Deutschland GmbH antwortet Commercial Director Jürgen Petschenka: „Wir haben eine auf Transporter- Kunden abgestimmte Fahrzeugbewertung entwickelt. Vor dem Verkauf des Leasingrückläufers findet die Fahrzeugbewertung durch eine unabhängige Sachverständigenorganisation statt. Dabei gehen wir mit Schäden am Fahrzeug äußerst fair um und folgen bei deren Bewertung den Kriterien der internationalen TÜV-Zertifizierung ,Fair Wear & Tear‘. Dabei spielen laufleistungsanaloge Beschädigungen wie Kratzer und kleine Dellen keine Rolle. Nur größere, nicht laufleistungsanaloge Schäden werden gesondert bewertet. Bereits bei Vertragsbeginn besteht die Möglichkeit einer Versicherung von Rückgabeschäden bei Transportern bis 2.000 Euro Minderwert.“

Die Deutsche Leasing garantiert ihren Kunden im Rahmen der Vertragsendabrechnung eine transparente Abwicklung sowie die Einhaltung der Standards von „Die faire Fahrzeugbewertung VMF®“ des Verbands der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften e. V. (VMF). Hier gibt es spezielle Richtlinien für Transporter. So wissen die Kunden bereits zu Beginn der Laufzeit ganz genau, ob, wie und in welchem Umfang Schäden abgerechnet werden. Auch bei der Autoleasing D (ALD) richtet man sich nach diesen Standards. Bei der ARI Fleet Leasing Germany GmbH bekommt der Leasingnehmer sogar oftmals etwas on top, wie Henning Schick, Director Sales Europe, verrät: „Der Kunde partizipiert am Wiederverkaufserlös zu bestmöglichen Marktkonditionen. Der Zustand des Fahrzeugs wird durch ein Gutachten dokumentiert. Sodann sucht das ARIRemarketing- Team über sein europaweites Partnernetz das attraktivste Kaufangebot. Bei Nutzfahrzeugen fallen Kratzer und Dellen natürlich weniger ins Gewicht als bei einem normalen Pkw, da die Fahrzeuge vom Aufkäufer als Nutzfahrzeuge weiter betrieblich genutzt werden. Der ARI FlexLease-Kunde zahlt also einschließlich Vermarktungsergebnis nur für das, was er tatsächlich genutzt oder abgenutzt hat.“

Kurz- und Langzeitmiete 
Bei kurzfristigem Transporterbedarf bietet es sich an, beim Mobilitätsdienstleister nachzufragen. Sämtliche befragten Unternehmen verfügen über eine eigene Mietwagenflotte oder angebundene Partnerunternehmen, die innerhalb weniger Stunden das passende Fahrzeug auf den Hof stellen können. Gerade diese flexiblen Lösungen sind derzeit gefragt und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Karsten Rösel, Geschäftsführer und Regional Director ALD International, dazu: „Aktuell erweitern wir unser ALD Flex Produkt, um Kunden in Zukunft noch flexiblere Mobilitätslösungen anbieten zu können. Hier wollen wir einen flexiblen Zugang zu neuen und jungen gebrauchten Fahrzeugen für den genauen Einsatzzweck beim Kunden ermöglichen. Zudem arbeiten wir mit namhaften Qualitätsanbietern als Mietwagenpartnern zusammen, um eine flächendeckende Verfügbarkeit zu gewährleisten.“

Elektrotransporter 
Der Anteil elektrischer Varianten bei den Transportern steigt, wenn auch auf noch niedrigem Niveau. Einen Hemmschuh hierbei sehen die Finanzierungspartner aktuell bei der Verfügbarkeit bei den Herstellern, erwarten aber eine Entwicklung analog zu den Pkw, nicht zuletzt aufgrund der Förderprogramme. Derzeit interessieren sich insbesondere Logistiker, speziell im Paketbereich beziehungsweise der kleinteiligen Zustellung, und Handwerksunternehmen für E-Mobilität, die sich für die letzte Meile sowie kurze Strecken sehr gut eignet. Programme und Aktionen der Leasinggeber im Einzelnen beflügeln das Interesse zudem. 

Leasing und dabei das Full-Service-Leasing mit inkludierten Dienstleistungsbausteinen erfreut sich steigender Beliebtheit. Nicht zuletzt in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, in denen die Schonung der Liquidität und Planbarkeit der Kosten einen höheren Stellenwert erreichen. Die Leasinggesellschaften haben das Potenzial erkannt und nutzen ihre Marktpräsenz, die sie bereits im Pkw-Geschäft besitzen, um auch die Transporterkunden zu überzeugen.