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Alternative Antriebe 
Mit Blick auf unsere Übersicht zu den verfügbaren und geplanten alternativen Antrieben im Transportersegment zeigt sich, dass eine Zeitenwende bevorsteht. Lange waren die drehmomentstarken Dieselmotorisierungen alternativlos im Nutzfahrzeugbereich, vor allem dann wenn schwere Lasten mit dem Anhänger gezogen werden müssen. Selbstredend ist auch heute noch der Dieselmotor der wichtigste im Nutzfahrzeugmarkt, aber längst nicht in jedem Einsatzfall konkurrenzlos. Womit wir wieder beim Onlinehandel wären, denn dass die Paketzustellung auch mit Elektrotransportern funktioniert, zeigt die Deutsche Post seit Jahren. Ein Vorbild, das mit der größeren Modellvielfalt auch für andere, im urbanen Umfeld tätige Branchen Schule machen könnte. Zumal es inzwischen unterschiedliche Formen der Beschaffung gibt. So kann der gewünschte Transporter gekauft, gemietet oder geleast werden.

Vielseitig 
Doch nicht jeder Crafter, Ducato, Master oder Sprinter wird nach seiner Auslieferung in der Paketzustellung eingesetzt. Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht sind vielseitige Fahrzeuge und für viele Branchen interessant. Vor allem weil es für die genannten Modelle auch unterschiedliche Branchenlösungen und Aufbauten gibt: Vom Kipplaster bis zum Kühltransporter sind verschiedene Branchenlösungen bereits ab Werk zu haben. Auch Handwerker und Techniker können dank spezieller Einbaulösungen die Fahrzeuge auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten umbauen lassen. Dies ist im Übrigen nicht nur beim Kauf eines Fahrzeugs möglich, sondern auch wenn die Transporter geleast werden. In einigen Flotten ist es mit einem Aus- oder Einbau aber nicht getan und das Fahrzeug an sich muss umgebaut werden. Beispielsweise Rettungsfahrzeuge oder Polizeiwagen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen und dafür von Spezialisten umgebaut werden.

Egal ob Ein-, Auf- oder Umbau – am Ende der Laufzeit im Fuhrpark muss das Fahrzeug vermarktet werden. Hier haben sich einige Wiedervermarkter auf die Bedürfnisse der Zielgruppe spezialisiert und ein entsprechendes Netzwerk von potenziellen Interessenten aufgebaut. Auch der Rückbau des Fahrzeugs in den ursprünglichen Zustand ist bei diesen Experten mithilfe von Kooperationspartnern möglich.

(K-)ein Ende des Booms? 
Der Themenüberblick zu unserem Nutzfahrzeug-Special zeigt, wie vielseitig dieser Bereich des Flottenmanagements sein kann, und dabei betrachten wir nur Fahrzeuge unterhalb von 7,49 Tonnen und keine Sonderfahrzeuge wie Hubwagen oder Ähnliches. Die thematische Konzentration auf die leichten Nutzfahrzeuge liegt vor allem daran, dass diese, gemessen an den Zulassungen in Deutschland, die wichtigste Gruppe unter den Nutzfahrzeugen darstellt. 2019 machten Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen fast 75 Prozent der Neuzulassungen im Bereich der Nutzfahrzeuge aus (VDIK). Auch im Krisenhalbjahr 2020 ist das gleich geblieben. Mit einem Rückgang von weniger als 20 Prozent hat es diese Nutzfahrzeugsparte auch etwas weniger hart getroffen als die schwereren Fahrzeugklassen. Blickt man allein auf die Neuzulassungszahlen der Transporter-Klasse im Juni (Grafik) so zeigt sich, dass die Sparte sich sehr schnell wieder auf das Vorjahresniveau zubewegt. Insgesamt stand im Juni ein Minus von 11,8 Prozent im relevanten Flottenmarkt. Gegenüber des Vormonats Mai bedeutet dies bereits ein Wachstum von 27 Prozent. Der Fahrzeughandel konnte sogar ein Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zu Juni 2019 erzielen. Insgesamt zeichnet sich ab, dass die Ausgaben für Neufahrzeuge in den Flotten nur aufgeschoben, nicht aber aufgehoben sind. Dabei ist auch laut Dataforce zu berücksichtigen, dass die Nachfrage nach leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities seit Jahren boomt und ohne die aktuellen Umstände wohl weiterhin ein kräftiges Wachstum zu erwarten gewesen wäre. Der Markt wird sich demnach also sehr schnell erholen. Hinzu kommt der massive Anstieg an Zulassungen für Elektrofahrzeuge, derzeit im Pkw-Bereich. Ein Effekt der durch die Zunahme an Modellen auch im Transporter-Segment zu erwarten ist. Die Vielseitigkeit der Fahrzeuge kommt auch den Herstellern in der Krise zugute, denn die Plattformen der Alleskönner dienen in vielen Fällen auch als Basis für den Aufbau von Freizeit- und Wohnmobilen. Diese haben im ersten Halbjahr 2020 trotz der Corona- Krise ein Absatzplus von zwölf Prozent erfahren. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten mehr Freizeitmobile neu zugelassen als im gesamten Jahr 2016 (!).