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Als die Corona-Pandemie Deutschland erreichte, waren viele Geschäftsmodelle vor existenzielle Fragen gestellt. Die Branchen mit direktem Kundenkontakt wie Einzelhandel oder Gastronomie trafen die Quarantäne-Maßnahmen besonders hart. Aber auch die Flottenbranche blieb nicht verschont, man denke beispielsweise an Taxi-Unternehmen oder Autovermietungen. Doch Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Dass diese Aussage keine leere Floskel ist, zeigt beispielsweise die Firma SIGNal Design aus Schwäbisch Hall. Der Spezialist für Flottenbeschriftung, Filialbeschriftung und Werbeartikel stellte kurzerhand die Produktion auf Hygieneschutzvorrichtungen um. Seitdem lassen sich über den Onlineshop von SIGNal Design spezielle Polycarbonat-Platten für fast jede Arbeitssituation und für jeden Fahrzeuginnenraum bestellen. Insbesondere Taxi-Unternehmen greifen auf diese Schutzvorrichtung zurück. Die aus Polycarbonat-Scheiben angefertigte Schutzvorrichtung kann in jedem Fahrzeug eingebaut werden, da sie an den Nackenstützen der beiden Vordersitze befestigt wird. Diese Fixierung ermöglicht, laut Hersteller, auch eine rückstandslose Entfernung und ist juristisch wohl als „Mitführen von Ladung“ anzusehen. Damit Bedarf es keiner Eintragung in den Fahrzeugschein durch den TÜV. Taxi-Unternehmen können sich mittlerweile den Einbau für eine Trennvorrichtung zwischen Fahrer und Rückbank vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur mit Kosten von bis zu 400 Euro je Taxi für Material und Einbau finanzieren lassen.

Klimaanlage und andere Gefahrenquellen 
Nun kann nicht jeder Dienstwagen mit einer Innenraumabtrennung ausgerüstet werden. Daher stellt sich die Frage, welche Maßnahmen man ergreifen sollte, wenn man mit anderen im Pkw unterwegs ist. Die Abstandsregeln lassen sich im Pkw natürlich nicht umsetzen, die Maskenpflicht hingegen schon. Sofern man damit nicht das Gesicht bedeckt, spricht auch nichts dagegen, die Mund-Nasen-Bedeckung während der Fahrt zu tragen. Dabei müssen die wesentlichen Gesichtszüge weiterhin zu erkennen sein. Dies ist für Flottenbetreiber auch wichtig zu wissen, da es zu einer Fahrtenbuchauflage kommen kann, wenn der Fahrer bei einem Verkehrsdelikt aufgrund der Maske nicht zu identifizieren ist.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, für eine ständige Frischluftzufuhr zu sorgen. Das bedeutet, man sollte die Lüftungsanlage in niedriger Stufe mit der Einstellung „Frischluftzufuhr“ anstellen und nicht mit der Einstellung „Innenraumzirkulation“, denn dabei würde die gleiche Luft mit den Viren immer wieder durch den gesamten Fahrzeuginnenraum gewirbelt. Ergänzend dazu ist es zu empfehlen, ein Fenster einen Spalt zu öffnen. Grundsätzlich sollten gemeinsame Fahrten natürlich eher vermieden werden. So empfiehlt auch der ADAC auf seiner Website, „die gemeinsamen Autofahrten mit Personen außerhalb der Familie und des eigenen Hausstands auf das Nötigste zu beschränken und nur mit denjenigen im Auto zu fahren, mit denen man auch den Alltag gemeinsam verbringt. Das Tragen eines Mundschutzes ist bei haushaltsfremden Personen ratsam.“

Unabhängig von der Corona-Pandemie muss auch eine Klimaanlage im Fahrzeug gepflegt werden, damit sich Viren und Bakterien nicht im Innenraum ansammeln können und die Frischluftzufuhr zur Virenschleuder wird. A.T.U bietet die Desinfektion des Fahrzeuginnenraums sowie des Lüftungssystems inklusive der Erneuerung des Innenraumfilters an. Das Verfahren wurde hinsichtlich der Wirksamkeit der Desinfektion nach Norm EN 14476 getestet und als effektives Viruzid bestätigt. „Mit unserer neuen Fahrzeugdesinfektion bei A.T.U werden nachweislich Viren und Bakterien im Auto unschädlich gemacht. So bieten wir unseren Kunden eine professionelle Lösung und effektiven Schutz vor Viruserkrankungen wie Covid-19“, erläutert A.T.U-Experte Franz Eiber.

Werkstattbesuch 
Fahrzeugbeklebungen werden natürlich nach wie vor durchgeführt und auch andere Werkstattleistungen müssen angeboten werden. Derzeit steht ja der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen an, auch HU und Inspektionsintervalle sollten eingehalten werden. Insbesondere für die Werkstätten bedeutet dies einen erhöhten Aufwand, um die Hygieneregeln einzuhalten. Der Scheibenspezialist Carglass hat bereits am Anfang der Corona-Krise ein umfangreiches Hygienekonzept vorgelegt. Kunden legen bei der Übergabe des Autos den Schlüssel in eine spezielle Box mit einem besonderen Desinfektionstuch, das den Schlüssel von Bakterien und Viren befreien soll. Anschließend folgen 40 genau definierte Arbeitsschritte, bei denen die Service-Monteure unter anderem Türgriffe, Lenkrad, Schalthebel, Mittelkonsole und zahlreiche weitere Kontaktflächen desinfizieren, bevor die eigentliche Reparatur beginnt. Nachdem die Arbeit am Fahrzeug erfolgt ist, wird der Vorgang wiederholt, bevor der Kunde das Fahrzeug wieder übernehmen darf. In jedem Fall gilt bei jedem Werkstattbesuch die Abstandsund Maskenpflicht und eine telefonische Terminabsprache ist ebenfalls ratsam. Eventuell müssen längere Wartezeiten in Kauf genommen werden.

Fazit 
Wie in allen Bereichen des Lebens ist derzeit auch beim Pkw-Fahren besondere Achtsamkeit in Sachen Hygiene geboten. Für Flotten empfiehlt es sich, Handlungsanweisungen und Hygienepläne an die Fahrer weiterzugeben. Grundsätzlich bleibt allerdings festzuhalten, dass der Pkw gegenüber anderen Verkehrsmitteln in Sachen Infektionsschutz im Vorteil ist.

 

HYGIENEREGELN FÜR'S AUTOFAHREN

• Nur ohne Krankheitssymptome fahren 

• Fahrten mit mehreren Personen, die nicht zum Hausstand gehören, vermeiden 

• Fahrgemeinschaften immer mit denselben Personen bilden 

• Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten sicherstellen 

• Mund-Nasen-Bedeckung tragen 

• Hände vor und nach der Fahrt desinfizieren 

• Nur mit Handschuhen tanken 

• Für Frischluft im Auto sorgen 

• Bei Poolfahrzeugen Armaturen und Lenkrad desinfizieren