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Obwohl auch in den Flotten zunehmend Ganzjahresreifen gegenüber den saisonalen Pneus an Bedeutung gewinnen, werden Fuhrparkmanager nicht umhinkommen, sich im Laufe des Fahrzeuglebenszyklus im Unternehmen einmal mit den Themen Räder und Reifen auseinanderzusetzen. Denn Reifen haben eine Lebenserwartung, die sich auf etwa zehn Jahre beläuft; dies gilt aber vor allem für nicht oder nur wenig benutzte Pneus. Je länger und umso häufiger die Reifen genutzt werden, desto stärker fällt der Alterungsprozess aufgrund der chemischen wie physikalischen Prozesse ins Gewicht. Bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 44.000 Kilometern pro Jahr sollten Sommerreifen nicht länger als 3,5 Jahre und Winterreifen maximal 7 Jahre verwendet werden (unter der Voraussetzung, dass sie nur in der Wintersaison gefahren werden). Ganzjahresreifen erreichen bei einem Vielfahrer-Auto oft schon nach rund 35.000 Kilometern ihren Zenit, während Autofahrer mit geringerer Laufleistung bis zu 50.000 Kilometer auf Allwetterreifen zurücklegen können. Das bedeutet bei Vielfahrern, die viel Zeit auf Autobahnen verbringen, schon einen Reifenwechsel nach circa zwei Jahren. Für den Fuhrparkverantwortlichen heißt das, sich mit der Beschaffung von Rädern und Reifen auseinanderzusetzen, um die benötigte Menge effizient zu planen und kostengünstig zu ordern. Hierfür sollte er sich zunächst einen Überblick über den Bedarf seiner Flotte verschaffen, um auf dieser Grundlage in die Verhandlungen mit Anbietern oder Dienstleistern einsteigen zu können.

Nach einer genauen Bedarfsermittlung sollte sich der Fuhrparkleiter zusätzlich Gedanken machen, welche Reifenarten – saisonale Reifen oder Ganzjahresreifen – und welche Felgen – Alu- oder Stahlfelge – für den Einsatzzweck der Fahrzeuge infrage kommen. Zur Klärung dieser Fragen helfen unter anderem erhobene Daten aus Fuhrparkmanagementsystemen oder auch von Dienstleistern. Gleichwohl kann auch der Händler hier schon wichtige Informationen liefern, wie Simon Reichenecker, Geschäftsführer und Inhaber der Großhandelsplattform TyreSystem, zu berichten weiß: „Ein professioneller Räder-/Reifenpartner unterstützt den Flottenmanager dabei, einen standardisierten Beschaffungsprozess aufzubauen und eine reibungslose Abwicklung herzustellen. Dadurch werden Kosten gesenkt, Prozessdurchlaufzeiten optimiert und Fehlbestellungen auf ein Minimum reduziert. Der Fuhrparkmanager kann sich letztendlich auf sein Kerngeschäft konzentrieren und überlässt das Reifen- und Räderthema einem Experten.“ 

Vor allem die Entlastung des Flottenverantwortlichen steht für die Anbieter im Fokus, wie die Ausführungen von Thomas Tietje, Leitung Geschäftskunden bei der A.T.U Auto-Teile-Unger GmbH & Co. KG, zeigen: „Durch die Unterstützung beim professionellen Räder- und Reifenmanagement entlasten wir den Kunden mit Zeitmanagement, Prozesserleichterung und Kostenoptimierung. Das Reifen- und Rädermanagement von A.T.U bringt dem Flottenkunden folgende Vorteile: bundesweit große Auswahl an Reifen- und Rädermarken verschiedener Hersteller (mehr als eine Million Markenreifen) sowie fachliche und kompetente Vor-Ort-Beratung. […] Zusätzlichen Service bieten wir durch professionelles Reifenmanagement, fachgerechte Reifeneinlagerung, Reifen- und Felgenreparatur, auf Wunsch auch Räderwäsche sowie eine Übersicht der eingelagerten Räder mit Hilfe des Radeinlagerungsreportings.“

Gerade die zusätzlichen Services, wie eben eine Reparatur, die Einlagerung und auch solche aus dem Fuhrparkmanagementbereich, gehören heute in das Leistungsportfolio der Anbieter: „Die Vorteile liegen unter anderem im Service aus einer Hand. Der Reifenpartner ist heute in der Lage, Inspektionen nach Herstellerangaben durchzuführen. Im Bereich des Fuhrparkmanagements unterstützen wir den Fuhrparkverantwortlichen bei relevanten Themen wie UVV-Prüfung, Scheibenservice, richtige Reifenwahl, Koordination der Umrüsttermine, Hol- und Bringservice und so weiter“, erläutert Arnd Metzler, Key Account Flotte Consumer bei der First Stop Reifen Auto Service GmbH. So mancher Anbieter wandelt sich aufgrund der Nähe zu den Geschäftskunden sogar in eine Art Fuhrparkmanagementberater: „Zusätzlich bietet das professionelle Räder- und Reifenmanagement durch die 4Fleet Group den Kunden neben der zentralen Fakturierung und Online- Autorisierung auch fuhrparkspezifische Analysen und professionelle Beratung zur Ausschöpfung von Kostensenkungspotenzialen. Die Kunden profitieren zusätzlich von maßgeschneiderten Serviceprogrammen und hochwertigen Marken-Produkten zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen“, wie Jochen Clahsen, Leiter 4Fleet Group, zu verstehen gibt.

Jochen Freier, CEO der tyremotive GmbH, stellt sogar einen Wandel in den Kundenanforderungen fest: „Unsere Kunden lieben vollintegrierte Lösungen – weg von Insellösungen. Auch die Digitalisierung ist von enormer Bedeutung. So sind unsere Logistikprozesse und Rechnungsstellung zu 100 Prozent digitalisiert.“ Die Digitalisierung macht dabei nicht bei dem reinen Reifen-/Rädergeschäft halt: „Wir entwickeln uns und die Fleet- Partner-Plattform stetig weiter. In den vergangenen Jahren haben wir nicht nur verschiedene Abwicklungsverbesserungen, sondern auch neue Schnittstellen geschaffen, die von unseren Kunden gut angenommen werden. Künftig werden wir weitere digitale Tools durch neue Kooperationen anbieten können, die das Zusammenwirken mit unseren Kunden auf der FleetPartner-Plattform noch einmal deutlich vereinfachen werden“, gibt Sebastian Becker, Leiter Pkw-Flotten & FleetPartner bei Vergölst, zu verstehen. Die Digitalisierung ist für den Flottenbereich eben auch wegen des einfachen Zugriffs und der Fülle an Informationen von steigender Bedeutung: „Wir bieten unseren Kunden zurzeit eine App, über die sie schnell und bequem den nächsten Servicepoint finden können. Im Laufe der kommenden Monate werden wir ein komplettes Dashboard an den Start bringen, über das Terminbuchungen möglich und sämtliche Leistungen, Termine und Service- und Verschleißvorgaben für alle Fuhrparkfahrzeuge jederzeit einzusehen sind“, erklärt Carsten Fischer, Bereichsleiter Verkauf & Autoglas bei der Euromaster GmbH. 

Nicht zuletzt ist es aber der Service, der für den Flottenkunden das entscheidende Kriterium bei der Wahl des passenden Partners im Bereich Räder und Reifen sein sollte: „Nach wie vor ist zu erkennen, dass Kunden Wert auf einen guten und zuverlässigen Service und eine professionelle Beratung legen und einen Partner schätzen, der die Probleme des Kunden erkennt und diese zur Kundenzufriedenheit löst“, wie Wolfgang Weigand, Bereichsleiter Vertrieb bei der Servicequadrat GmbH & Co. KG, zusammenfassend zu verstehen gibt.