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Die Neuerungen sollen vor allem dazu dienen, den Käufern die Umwelteigenschaften der Reifen zu verdeutlichen. Dazu sollen beispielsweise Informationen zu Gummiabrieb und Laufleistung mit aufgenommen werden. Allerdings erst dann, wenn eine geeignete Prüfmethode zur Verfügung steht. Außerdem wird das neue Label über die Haftung auf Schnee und Eis Auskunft geben. Bislang zeigt das EU-Label nur den Rollwiderstand, die Nasshaftungsklasse und die Geräuschentwicklung. Das Parlament geht davon aus, dass sich die CO2-Emissionen im Verkehr durch bessere Bereifung um zehn Millionen Tonnen verringern lassen. Der EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie, Miguel Arias Cañete, unterstreicht die hohen Ziele der Label-Reform nochmals: „Durch den Umstieg auf die energieeffizientesten Reifen können die europäischen Bürgerinnen und Bürger ihren Kraftstoffverbrauch deutlich senken, Geld sparen und die Umwelt schonen. Dies ist der europäische Weg zu wirklicher Energieversorgungssicherheit und echtem Klimaschutz: Indem wir in allen Bereichen unseres Lebens energieeffizienter handeln, können wir unsere Energierechnungen senken und unsere Abhängigkeit von teuren Energieeinfuhren verringern. Wir steigern auf diese Weise die industrielle Wettbewerbsfähigkeit, schaffen Arbeitsplätze und machen die europäische Wirtschaft nachhaltiger.“ In Kraft treten soll die Regelung im Mai 2021.

Vielleicht sorgt diese Kennzeichnung auch für eine größere Aufmerksamkeit unter den Flottenleitern, was die Umweltverträglichkeit der Dienstwagenbereifung betrifft. Den Ergebnissen unserer aktuellen Onlineumfrage (S. 68) zufolge spielt die Energieeffizienz von Pneus derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Nur 12 Prozent gaben dies als Kaufkriterium an. Der Kaufpreis und die Sicherheit sind demnach wichtigere Argumente bei der Reifenwahl. Dabei wirkt sich ein sparsamer und gleichzeitig haltbarer Reifen auch auf die laufenden Kosten positiv aus.

Ökonomische und ökologische Entscheidungen dürfen jedoch nicht auf Kosten der Sicherheit getroffen werden. Gerade bei Pkw-Reifen zeigt sich, dass ein geringer Rollwiderstand und gleichzeitig eine gute Haftung zwei Ziele sind, die sich bei einem Reifen nie gleich gut erfüllen lassen. Ganz besonders spitzt sich dieser Zielkonflikt bei den immer beliebter werdenden Ganzjahresreifen zu (S. 66), denn die sogenannten Allwetterreifen müssen bei allen Temperaturen und Wetterlagen gut funktionieren. Hier setzt die Physik ihre Grenzen, sodass jeder Allwetterpneu entweder mehr Sommer- oder mehr Winterreifen ist. Daher sollte die Reifenwahl wohlüberlegt sein und immer an das eigene Anforderungsprofil angepasst werden. Vielfahrer im bergigen Terrain kommen wohl nicht umhin, weiter auf saisonale Reifen zu setzen. Bei den Transporterflotten hingegen scheint die Sachlage eindeutig zu sein: Eine breite Mehrheit setzt bei den Lieferwagen auf Ganzjahresreifen (S. 70) und spart sich die halbjährliche Fahrt zum Reifenservice. Sollte einmal die Quadratur des Kreises gelingen und der perfekte Reifen für alle Situationen entwickelt werden, hätte dies natürlich Auswirkungen auf die Reifenservice-Werkstätten. Diese haben an den halbjährlichen Wechselturnus viele Dienstleistungen geknüpft, angefangen mit dem Reifenmanagement, der Einlagerung und dem Wechsel über den Verkauf und den Werkstattservice bis hin zur Führerscheinkontrolle als Zusatzleistung bei jedem Wechsel (S. 62). Ebenso finden Dienstwagenfahrer hier auch Beratung und Service bei einem individuellen Felgenwunsch. Zwar werden dieser Tage immer weniger Pkw auf einer Stahlfelge ausgeliefert, wer sich aber mit dem Dienstwagen von der Masse abheben will, greift gerne zu Alufelgen eines Spezialisten (S. 72). Auch Felgen können zum Klimaschutz beitragen, indem sie durch geringes Gewicht und aerodynamisches Design den Kraftstoffverbrauch senken. So kommt am Ende die Entscheidung für klimafreundliche Reifen und leichte Felgen nicht nur der Umwelt und dem Geldbeutel zugute, sondern sorgt auch für einen individuellen Style.