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Flottenmanagement: Polestar ist als eigenständige Marke erst seit 2017 auf dem Markt tätig und bislang mit zwei Modellen vertreten. Welche Ziele haben Sie sich mit der Marke gesteckt? Wie sind Sie insbesondere für den deutschen Flottenmarkt hinsichtlich Vertrieb und Service aufgestellt? 

Alex Han: Unsere Pläne für Polestar als Marke sind ganz klar ambitioniert, wenn auch realistisch. Das gilt auch für den Flottenmarkt.

Polestar ist zwar noch eine junge Marke, jedoch mit jahrelanger Erfahrung im Automobilbau dank unserer direkten Verbindung zu Volvo und Geely als Muttergesellschaften. Hierdurch fassen die Kunden, egal ob Konsument oder Flottenkunde, Vertrauen in unsere Marke. Sie können sicher sein, dass wir hochqualitative Fahrzeuge bauen und dank der Partner aus dem Volvo-Netzwerk sowohl im Vertrieb als auch im Service erstklassig sind, wie es einer Premium-Marke wie Polestar entspricht.

Wir vertreiben unsere Fahrzeuge ausschließlich direkt. Umso wichtiger ist es, dass die Flottenkunden in Deutschland einen direkten Ansprechpartner haben. Durch meine Position als Verantwortlicher für den Bereich Sales Fleet & Business bin ich sehr nah an den Flottenkunden, bin stetig im direkten Austausch. Wir bauen keine klassische Händlerstruktur auf, sondern arbeiten sehr eng mit unseren Investoren zusammen, die unsere sieben Polestar Spaces in Deutschland betreuen werden. Diese sind für die Städte Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München geplant. Der Service wird 2020 in 24 Polestar Service Points betrieben. Für 2021 planen wir eine Ausweitung unserer Service Points auf 70 Standorte in Deutschland. 

Flottenmanagement: Neben dem Hybrid- Sportwagen Polestar 1 dürfte vor allem der Polestar 2 für Flotten interessant sein. Welche Zielgruppen sprechen Sie mit dem Fahrzeug an? Wie hebt sich das Elektrofahrzeug von der Konkurrenz ab? 

Alex Han: Polestar 1 ist sicherlich sehr exklusiv, ein Halo-Projekt zur Einführung der Marke, auf das wir sehr stolz sind.

Polestar 2 ist unser erstes vollelektrisches Modell und für den Massenmarkt bestimmt, dadurch sowohl für den Firmenkunden wie auch den Flottenmarkt absolut interessant. Polestar 2 ist einzigartig, weil es das stimmigste E-Auto der Welt ist: schick, reichweitenstark, sportlich und dazu noch preiswert. Gerade durch die neuen staatlichen Subventionen ist er gemessen an der Ausstattung und Leistung attraktiv wie nie. Als hochwertiges Premium-Fahrzeug stößt es in ein Segment zwischen 40.000 und 60.000 Euro, in dem man derzeit gerade im Bereich Elektro noch wenig Angebote findet und nun erstmalig eine richtige Alternative zu Verbrennern in dem Bereich bietet.

Zudem ist es das erste Auto weltweit, dessen Infotainmentsystem auf Google Android basiert. Mit Google Assistant liefern wir endlich eine funktionierende Sprachsteuerung, Google Maps ist unbestritten eines der effizientesten Navigationssysteme der Welt. Die Kooperation mit Google als dem Experten für künstliche Intelligenz macht unser Fahrzeug unglaublich intelligent. Das macht gerade E-Auto-Neulingen den Umstieg enorm leicht. Google errechnet automatisch während der Fahrt, wo sich Ladesäulen befinden. Reichweitenangst gehört der Vergangenheit an. 

Polestar 2 wird seiner Vorreiterrolle bei der Entwicklung neuer Technologien also weiterhin gerecht, ist aber vor allen Dingen ein ausgereiftes, hochwertiges, verlässliches Fahrzeug. Dank unserer Volvo-Gene ist die integrierte Sicherheitstechnik auf enorm hohem Standard und wir setzen gleichzeitig neue Maßstäbe, indem wir zum Beispiel vegane und recycelte, nachhaltige Materialien verbauen. Das wird als Imagefaktor für viele Unternehmen immer wichtiger und wir wissen, dass mehr als 80 Prozent unserer Kunden das vegane Material gegenüber Leder bevorzugen, da es strapazierfähiger ist, aber auch moderner. Eine neue Art von Premium, mit der sich gerade Geschäftskunden identifizieren. 

Flottenmanagement: Welche Effekte, resultierend aus der Corona-Krise, können Sie bereits für die E-Mobilität ausmachen? Inwieweit ist die Krise auch eine Chance für Polestar? 

Alex Han: Natürlich ist die Ausnahmesituation auch für uns als Marke eine große Herausforderung, aber wir sind völlig davon überzeugt, dass hierin sehr viele Chancen liegen. Die Welt hat sich gewandelt und dies sollte auch der Autoindustrie Anlass dazu geben, umzudenken: entschlossener den Wandel voranzutreiben und in E-Mobilität zu investieren. Unsere Regierung hat mit dem beschlossenen Konjunkturpaket ein absolut richtiges Zeichen gesetzt, auf neue Technologien zu setzen und den Konsumenten für den Kauf eines Elektrofahrzeugs zu entlohnen. Die Mehrwertsteuersenkung, die erhöhte Innovationsprämie, die neue Regelung bei der Firmenwagenbesteuerung von 0,25 Prozent, die nun Fahrzeuge bis 60.000 Euro inkludiert. Aber auch das Versprechen, in die Ladeinfrastruktur zu investieren. Wir sehen deutlich, dass die Zuschüsse und Beschlüsse ihre Wirkung nicht verfehlen und die Nachfrage ansteigt.

Die Chance für Polestar ist dabei, dass wir im Gegensatz zu unseren meisten Mitbewerbern keine Lieferengpässe oder Verzögerungen haben und somit an unserem Lieferversprechen für 2020 festhalten können. Unsere Produktion konnte glücklicherweise ohne Verzögerung starten und so können wir die Auslieferung im August planmäßig beginnen. Wir können so im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern eine Auslieferung noch 2020 garantieren bei jetzigem Bestelleingang. Dies ist insofern für die Kunden relevant, da sie nur bei Auslieferung in diesem Jahr noch von der Mehrwertsteuersenkung profitieren. Es gibt nun absolut keinen Grund mehr, warum Konsumenten nun noch zögern sollten, auf Elektromobilität umzusteigen. 

Flottenmanagement: Wie können Sie den Flottenmanager bei der Integration von Elektromobilität in den Fuhrpark unterstützen? Welche Ladelösungen bieten Sie hier an? 

Alex Han: Immer mehr Unternehmen richten ihre Car-Policy auf Nachhaltigkeit und CO2-Reduzierung aus. Da bieten wir bei Polestar mit unseren Modellen und insbesondere mit unserem ersten vollelektrischen Polestar 2 eine optimale Lösung für Flottenkunden an. Dazu kommen auch noch wie vorher erwähnt die derzeitigen Förderprogramme der Bundesregierung für Elektrofahrzeuge.

Wir stehen mit unseren Kunden stets im engen Austausch, um ihnen ihre Fragen zu beantworten und ihnen in unseren Polestar Spaces oder mit Testfahrten die Marke Polestar und unsere Fahrzeuge auch lebhaft näherzubringen. Wir wissen, dass gerade beim Thema Elektromobilität noch Aufklärungsarbeit zu leisten ist, einige haben noch Berührungsängste. Hier stehen wir den Kunden beratend zur Seite. Auch in Bezug auf Ladelösungen: Wir kooperieren mit The Mobility House und Plugsurfing, die unseren Kunden mit allen Fragen rund um die individuellen Bedürfnisse beim Laden zur Verfügung stehen. Gerade das Thema Laden am Arbeitsplatz wird in Zukunft immer wichtiger. Hier unterstützen wir Unternehmen beratend, denn es ist wichtig für die Firmen, sich bereits jetzt für die Zukunft richtig aufzustellen. Zugleich können sie derzeit noch von zahlreichen Förderungen zum Aufbau der Ladeinfrastruktur profitieren. Doch die wenigsten blicken angesichts der vielen, auch lokalen Zuschüsse noch durch. Hier braucht es verlässliche Partner. 

Flottenmanagement: Welche Neuheiten wird Polestar in der nächsten Zeit präsentieren? 

Alex Han: Wir konzentrieren uns gerade vollkommen auf den Launch von Polestar 2, der nun endlich auf den deutschen Markt kommt. Wie bereits angekündigt, sollen hier weitere Modelle der Serie folgen, die unter 40.000 Euro liegen sollen dank kleinerer Batterie. Ebenso haben wir bereits bestätigt, dass Polestar 3 ein leistungsstarker, aerodynamischer SUV wird. Das ist alles kein Geheimnis mehr.

Wichtiger jedoch ist, dass wir uns zunehmend auf die Bereiche Design, Technologie und Nachhaltigkeit konzentrieren wollen. Unsere Studie Precept hat dies bereits gezeigt und eine deutliche Absichtserklärung abgelegt, wie die Zukunft von Polestar aussehen soll. Man darf also gespannt sein. Denn wir legen mit Polestar als Marke in Deutschland gerade erst so richtig los.