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Wie in vielen Bereichen zeigt sich einmal mehr in der Corona-Krise auch bei der Unternehmensmobilität wie durch ein Brennglas ein Trend zu mehr Flexibilität. Was sich bereits seit Längerem abzeichnete, verstärkten die besonderen Umstände während des Lockdowns und danach: Unternehmen wünschen flexiblere Möglichkeiten, Dienstwagen zu nutzen, um auf Auftragsspitzen, die es während des Lockdowns beispielsweise bei Logistikern gab, wie auch auf wirtschaftlich schwächere Phasen durch Auftragsrückgänge, schnell und finanziell flexibel reagieren zu können. Lutz Gäbel, Leiter akf Langzeitmiete bei der akf servicelease GmbH, weiß: „Im gewerblichen Bereich hat sich die Langzeitmiete in den letzten Jahren immer weiter durchgesetzt. So haben viele Unternehmen, die von wirtschaftlichen Schwankungen abhängig sind oder mit zeitlich begrenzten Projekten arbeiten, ganz oder teilweise auf langfristige Leasingverträge verzichtet oder diese zurückgefahren. Im modernen Fuhrparkportfolio wird von Fuhrparkberatern, je nach Unternehmen und Branche, ein Anteil von Langzeitmietwagen zwischen 10 und 25 Prozent empfohlen, um auf kurzfristige Marktschwankungen reagieren zu können.“

Diese Bedürfnisse haben viele Leasinggesellschaften frühzeitig erkannt und können mit Kurz- oder Langzeitmieten Alternativen zu Leasingverträgen mit Laufzeiten zwischen 24 und 48 Monaten und wenig Spielraum schaffen. Auch hierbei sind die wesentlichen Kosten wie Wartung und Verschleiß, Steuer, Versicherung und Reifen in den Mietraten enthalten. Philipp Berg, Commercial Director Athlon Germany GmbH: „Schon vor der Corona-Krise haben wir festgestellt, dass unsere Kunden ihren Fuhrpark flexibel gestaltet haben, um auf mögliche Mobilitätsspitzen oder wirtschaftlich schwächere Phasen vorbereitet zu sein. Diesen Bedürfnissen sind wir mit unserer individuellen Beratung und flexiblen Mobilitätslösungen, wie zum Beispiel der Athlon Rental, entgegengekommen.“ Auch bei der Raiffeisen-IMPULS- Leasing GmbH verzeichnet man durchgängig eine erhöhte Nachfrage aller Kundengruppen in Bezug auf flexible Mobilität, insbesondere bei Mietfahrzeugen, bedingt durch Unsicherheit beim Kunden. 

Miete muss zudem nicht in der Bilanz ausgewiesen werden. Sie taucht regelmäßig bei der Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Betriebsausgaben auf. Bei den meisten Angeboten sollte sich der Nutzer allerdings auf vorkonfigurierte, aber dennoch businesstaugliche Fahrzeuge einstellen, jedoch ohne die Garantie, einen Neuwagen zu erhalten. Die Flexibilität hat allerdings auch einen Preis, der sich im Vergleich zum Leasing in einer vordergründig höheren Monatsrate äußert. Das zahlt sich wiederum aus, wenn bei geringer Fahrzeugnutzung Leasingfahrzeuge umständehalber ungenutzt herumstehen und weiter Geld kosten würden.

Sowohl Leasing als auch Miete haben Vor- und Nachteile, findet Christian Schüßler, Commercial Director Arval Deutschland GmbH, und argumentiert folgendermaßen: „Während Leasing ganz klar beim Thema Fahrzeugindividualität punktet, liegt die Stärke der Mietmodelle beim Thema Flexibilität. Wir vertreten den Standpunkt, dass es schlussendlich nicht auf ein ,Entweder/ Oder‘ hinauslaufen kann. Leasing und Miete haben jeweils eigene Existenzberechtigungen am Markt. Während Miete eine eher kurz- oder mittelfristige Lösung darstellt, bleibt Leasing für Unternehmen mit einem langfristig planbaren Mobilitätsbedarf die attraktivste Lösung – in finanzieller Hinsicht und im Zusammenhang mit der individuellen Fahrzeugausstattung.“ Wie erwähnt besteht ein weiterer Vorteil darin, dass sich bei vorkonfigurierten Fahrzeugen die Wartezeit auf etwa zwei Tage verkürzt. Die Leasinggesellschaften bedienen sich eigener Mietwagenflotten oder der von Partnern, sodass die Fahrzeuge an jeglichen Ort in Deutschland ausgeliefert werden können.

Den Erfolg der Kurz- und Langzeitmiete als Teil der betrieblichen Mobilität sieht Karsten Rösel, Geschäftsführer der ALD AutoLeasing D GmbH, wie folgt begründet: „Wir beobachten häufig ähnliche Beweggründe wie zum Beispiel die Mobilität für befristete Projekte, Probezeiten für neue Mitarbeiter oder auch den Test der ,neuen Normalität‘, um neue Mobilitätsarten wie Elektrofahrzeuge zu integrieren.“

Ein weiteres Geschäftsfeld stellen die Auto- Abos, eigentlich eine Kombination aus Full-Service-Leasing und Langzeitmiete, dar: Inklusivleistungen wie saisonale Reifen, Wartung und Verschleiß sowie Versicherung sind in der monatlichen Rate enthalten. Kurzfristige Nutzungszeiträume sowie Kündigungsfristen und Tauschmöglichkeiten bieten sich für den flexiblen Einsatz an. Aber auch für kurze Nutzungsperioden suchen die Anbieter innovative Lösungen wie bei LeasePlan, wo man ständig neue Services entwickelt, die die Wünsche der Kunden nach Flexibilität und Mobilität erfüllen. Momentan arbeiten sie laut Dennis Geers, Director Operations bei der LeasePlan Deutschland GmbH, beispielsweise an einer Weiterentwicklung der Kurzzeitmobilitätslösungen. Diese Produkte beziehen sich auf Fahrzeuge, die tageoder wochenweise genutzt werden, also kürzer als einen Monat. Diese Mobilitätsmöglichkeit erachtet Armin Villinger, Generalbevollmächtigter der Volkswagen Leasing GmbH, als sinnvolle Ergänzung im individuellen Mobilitätskonzept eines Unternehmens: „Vor allem wenn kurzfristig flexible Mobilität benötigt wird, ist die Kurzzeitmiete für Dienstreisende und temporäre Mitarbeiter gewöhnlich die beste Lösung. Der Vorteil für Unternehmen ist dabei eine Fixkostenentlastung durch die Reduzierung des vorgehaltenen Fuhrparks. Dazu kommt, dass Aufwendungen für Unterhalt und Reparatur entfallen.“

Wenn es um größtmögliche Flexibilität im Zusammenhang mit Leasing geht, kommt die ARI Fleet Germany GmbH ins Spiel: „Auch ein Leasing kann grundsätzlich so gestaltet werden, dass sich die Kosten nach dem tatsächlichen Gebrauch eines Fahrzeugs berechnen“, erklärt Majk Strika, Geschäftsführer ARI Fleet Leasing Germany GmbH. „Dies ist bei unseren Leasingprodukten der Fall. Es handelt sich um ein reines Finanzleasing mit offen ausgewiesenen Konditionen. Der Kunde wählt die für ihn passende Variante nach seinen individuellen Nutzungsprofilen und Auslastungen aus, und wenn er auf eine Neuanschaffung von Fahrzeugen erst einmal verzichten will, eben ein ARI FlexRent. Aber auch ein ARI FlexLease bindet den Leasingnehmer nicht an die üblichen festen Vertragslaufzeiten und Laufleistungen, sondern kann fast immer frühzeitig ohne Strafzahlungen beendet werden. Damit bietet unser OpenFlex-Programm eine einzigartige flexible Nutzung der Flotte, angepasst an die konjunkturellen Rahmenbedingungen eines Geschäfts, und ermöglicht so auch eine Gewinnchance in der Wiedervermarktung der Fahrzeuge.“ 

Flexibilität im Fuhrpark kann mit passenden Lösungen erreicht werden und damit nicht nur Kosten minimieren, sondern auch die Effizienz und Produktivität eines Unternehmens unterstützten. Gerade eine weltweite Krise wie die der Corona- Pandemie zeigt, wie volatil die wirtschaftlichen Bedingungen sind und dass eine längerfristige stabile Planung nicht mehr möglich ist. Gut, dass darauf die meisten Leasinggesellschaften mit einem angepassten Produktangebot Antworten parat haben. Schließlich hängt auch ihr Erfolg davon ab.