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An technischen Finessen fehlt es dem BMW X7 keineswegs, damit das Fahren mit und in ihm möglichst angenehm gelingt. Dass man innen wie auf Wolke Sieben weilt, nachdem man in die anschmiegsamen Sessel gefallen ist und sich von der Außenwelt abgeschottet hat, ist die eine Sache. Die andere ist, dass der 5,15-Meter-Liner mehr als 2,5 Tonnen auf die Waage bringt. Um möglichst souverän vom Fleck zu kommen, hat Flottenmanagement gleich den Sechszylinder-Selbstzünder mit vier Turboladern und 400 PS bemüht. Und der hat, das stellt man schon nach wenigen Metern fest, so gar keine Mühe mit dem Alleskönner. Leichtfüßig surft der Fuffziger auf der 760 Nm hohen Drehmoment-Welle, setzt sogar zarte Gaspedalbefehle verzögerungsfrei in brutalen Schub um. Nur mal am Rande – Landstraßentempo ist nach 5,4 Sekunden abgehakt, das sind Sportwagen- Werte.

Und darüber hinaus ist der X7 auch noch etwas für erwachsene Spielkinder – vor allem die Tasten im Kofferraum begeistern. Damit lassen sich beispielsweise die Sitze der letzten Reihe versenken oder das Fahrzeugniveau absenken, um leichter Gepäck in den BMW hieven zu können. Möglich wird das, weil der Allradler über eine Luftfederung verfügt, die übrigens auch entsprechenden Dämpfungskomfort mit sich bringt. Richtig ausspielen kann der Multifunktionswagen diesen Benefit bei voller Beladung. Allerdings sei hier ebenfalls erwähnt, dass der Raumgleiter mit netto 96.134 Euro nicht gerade zum Schnäppchentarif erhältlich ist. Dafür fällt die Serienausstattung immerhin reichlich aus mit Features wie wertigen Ledersitzen oder Tür-Zuziehhilfe. Über die Sinnhaftigkeit der ebenfalls obligatorischen 21-Zöller mag man streiten können, aber sie sehen verdammt gut aus.

Dem Fahrkomfort tun sie jedenfalls keinen Abbruch, Bodenwellen quasi jeder Art nimmt der große BMW maximal geschmeidig, wozu sicherlich auch der enorm lange Radstand von 3,11 Metern beiträgt. Um das große Schiff übrigens optimal parken zu können, bieten die Münchener gleich eine ganze Armada von Kameras an, die das Fahrzeug samt Umgebung in attraktiven Animationen auf dem Zentraldisplay visualisieren: Vor allem mit der gestochen scharfen 360 Grad-Kamera (462 Euro netto) lässt sich der X7 millimetergenau in eingezeichnete Parkflächen manövrieren, und man kann wirklich komplett nach Kamera einparken. Praktisch auch die ohne Mehrpreis lieferbare Hinterachslenkung, die nicht nur den Wendekreis verkleinert, sondern dafür sorgt, dass der Viel-Sitzer wie eine Feder über kurviges Geläuf schwebt. Kommt dann noch die 2.184 Euro (netto) teure Wankstabilisierung hinzu, entwickelt das Schwergewicht sogar eine dynamische Note.