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Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren von A nach B zu transportieren, stellt für spezialisierte Firmen in der Regel kein großes Problem dar. Aber wie sieht es eigentlich bei E-Fahrzeugen respektive Wasserstofffahrzeugen aus? Inwieweit schränkt hier die Reichweite ein? So sagt Carsten Schäfer, Director Fleet bei der PS-Team Deutschland GmbH & Co. KG, dass die Fahrzeugüberführung reiner Elektrofahrzeuge per Eigenachse besondere Herausforderungen mit sich bringe. „Die Batterie muss vor der Übernahme geladen werden und wir müssen die Reichweite des Fahrzeugs kennen. Wo auf dem Weg Ladesäulen angesteuert werden können und wie lange es dauert, das Auto mit frischem Strom zu versorgen, spielt ebenfalls eine Rolle. Hinzu kommen die unterschiedlichen Bezahlsysteme der Stationen. Die Überführung der E-Fahrzeuge erfordert neue Planungen, Zeitkorridore und Systeme für die Fahrer.“

Häufiger werden die Stromer jedoch per Fremdachse transportiert. Doch auch dies hat – bedingt durch die schweren Batterien und das damit höhere Gewicht im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren – durchaus seine Tücken, weiß Hakon Straßheim, Key Account Manager bei der BLG Automobile Logistics GmbH & Co. KG, zu berichten: „Auch wenn im Zusammenhang mit dem Ladefaktor häufig an die Maße eines Fahrzeugs als limitierender Faktor gedacht wird, ist die Gewichtszunahme bei der Tourenplanung nicht zu unterschätzen. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass die Batterie für den Transport entweder ausreichend geladen ist oder sich während des Transports nicht entlädt. Nichts wäre bei der Entladung hinderlicher, als ein unfahrbares Fahrzeug von einem der Lkw bewegen zu müssen.“

Schnellere Abwicklung
Unabhängig vom Antrieb des Fahrzeugs können die Logistikprozesse in den Fuhrparks beschleunigt werden, wenn es beispielsweise Schnittstellen zwischen den jeweiligen IT-Systemen gibt. Diese würden dann nicht nur für einen schnelleren Prozess sorgen, sondern auch Fehler minimieren und weniger Aufwand verursachen, so Cüneyd Kocak, Geschäftsführer der C.U.N.O. GmbH. Für Marcel Prast, CEO Logether GmbH, ist vor allem eine offene und direkte Kommunikation mit den entsprechenden Ansprechpartnern wichtig. „Mit der Klarheit über die gegenseitigen Erwartungen, dem respektvollen Umgang sowie einer stets zuverlässigen Arbeitsweise ist die Zusammenarbeit nicht nur erfolgreich, sondern kann so auch stets beschleunigt und noch erfolgreicher werden“, so Prast.

Weitere Dienstleistungen gefragt
Rund um die Überführung buchen Flotten oftmals weitere Leistungen hinzu; manche Fuhrparkleiter buchen auch alle Prozesse im Rahmen der Ein- und Aussteuerung. Carsten Schäfer und das PS-Team bieten das komplette Portfolio an, der Transport sei dabei als ein Baustein in den Gesamtprozess integriert. „Dieser beginnt mit der Erstellung der ZB II für verschiedene Hersteller. Wir verwahren die Fahrzeugdokumente treuhänderisch, besorgen die Zulassung inklusive Feinstaub- und Rettungsplaketten sowie Kennzeichen, erstellen Bordmappen beziehungsweise Begleitdokumente und verwalten die Ersatzschlüssel.“ Schäfer weiter: „Erst dann erfolgt die Überführung, wozu wir uns mit dem Nutzer und dem Handel abstimmen. Während der Laufzeit beschaffen wir Ersatz für verloren gegangene Dokumente und Kennzeichen. (...) Am Ende der Laufzeit koordinieren wir die Überführung und stimmen sie ab. Wir übernehmen die behördliche Außerbetriebnahme und regeln den Dokumentenfluss.“ Ebenfalls oftmals im Rahmen eines Fahrzeugtransports gewünscht: eine Fahrzeugeinweisung an den zukünftigen Nutzer, so Cüneyd Kocak von der C.U.N.O. GmbH.

„Zeit ist Geld“ lautet ein geflügeltes Wort. Das gilt natürlich auch im Fuhrpark. Daher sind auch Express-Überführungen durchaus beliebt. „Unsere Kunden schätzen an unserem Express-Überführungsservice den flexiblen und kurzfristigen Transport von Fahrzeugen aller Art. Durch unsere Vielzahl an fest angestellten Überführungsfahrern in Voll- und Teilzeit ist es uns möglich, stellenweise binnen 24 oder 48 Stunden nach Anfrage Fahrzeuge bundesweit zufriedenstellend von A nach B zu überführen“, sagt Marcel Prast von der Logether GmbH.

Digitalisierung nimmt zu IT-Schnittstellen wurden bereits kurz erwähnt, sie sind ein Teil der Digitalisierung, die auch im Logistikbereich zunehmend Einzug hält. Hakon Straßheim von der BLG Automobile Logistics GmbH & Co. KG bestätigt: „Wir befinden uns im stetigen Wandel und setzen dabei konsequent auf Digitalisierung. Bereits heute sind unsere Lkw mit einem Telematiksystem ausgestattet, das den Anlieferzeitpunkt prognostizieren lässt und uns in die Lage versetzt, proaktiv den Kunden zu informieren.“ Außerdem berichtet er von einer weiteren interessanten Entwicklung. Zukünftig würde speziell das Thema elektronischer Frachtbrief (eCMR) die Prozesse noch mal vereinfachen und beschleunigen, so Straßheim. Auf dieser Basis würden sich auch digitale Übergabeprotokolle weiter durchsetzen und Schnittstellen in der Logistikkette besser dokumentieren.

Blick in die Zukunft
Elektronische Frachtbriefe sind ein Thema, die i- Kfz Stufe 4 wird künftig noch ein großes anderes. Näheres dazu erfahren Sie in unserem Artikel über Kfz-Zulassungsunternehmen (S. 56). Noch ist die Onlinezulassung nur für Kfz von Privatpersonen und nicht für Unternehmen möglich. Carsten Schäfer vom PS-Team verspricht, dass „wir zu den Ersten zählen werden, die ein derartiges Konzept für Fuhrparks und Flotten anbieten“. Es sei jedoch noch nicht möglich, einen Termin zu nennen, da die Entwicklungen von behördlichen Fachgremien vorbereitet und freigegeben werden müssen. „Wir gehen allerdings davon aus, einige durchgängige Lösungsansätze bereits zum Ende des Jahres präsentieren zu können“, so Schäfer abschließend. Die Zukunft bleibt also mal wieder spannend ...