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Zieht man die Neuzulassungsdaten von Februar 2020 des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zurate, stehen in der Liste unter SUV und Geländewagen genau 100 Modelle. Rechnet man die Derivate hinzu, seien es Cabrio- oder Coupé-Varianten, wächst die Anzahl auf rund 110. Auch fehlen Modelle, die erst im März zu den Händlern kamen – Beispiele hierfür sind der drittplatzierte Ford Puma 1,0 l EcoBoost und der neue Nissan Juke 1.0 DIG-T 117. Doch wieso schauen wir sowohl in die Liste der SUV als auch in die der Geländewagen? Wie wir bereits in der Ausgabe 5/2018 im Artikel „SUV oder Geländewagen?“ (S. 28 f.) analysiert haben, ist der Grad der Unterscheidung zwischen diesen KBA-Fahrzeugklassen sehr schmal. Dennoch lassen sich Modelle aus diesen Segmenten aufgrund unterschiedlicher Ausstattungsoptionen eher dem SUV oder dem Geländewagen zuordnen: So gibt es bei manchen klassischen SUV-Modellen eine Geländeübersetzung, mechanische Sperren und Allradantrieb als optionale Features, die diese Konfiguration eigentlich in das Segment der Geländewagen transportieren. Bei unserer Auswahl im Bereich der kleinen und kompakten SUV werden aber nur Audi Q3, Jaguar E-Pace, Land Rover Range Rover Evoque und VW Tiguan laut KBA dem Segment Geländewagen zugeordnet.

Bei über 100 unterschiedlichen Modellen muss man sich aber auch die Frage stellen, ob das nicht etwas am eigentlichen Ziel vorbeigeht, ein passgenaues Angebot für den Kunden zu gestalten. Wenngleich der Großteil der Automobilhersteller mehrere Baugruppen in dieser Fahrzeugklasse anbietet, die sich danach richten, ob der Fahrer das Fahrzeug eher als Lifestyle-Objekt sieht oder die Nutzung für ihn im Vordergrund steht. Die Zulassungszahlen geben den Herstellern jedenfalls recht: So stieg die Zahl der Neuzulassungen für Januar bis Dezember 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent bei den SUV beziehungsweise 20,3 Prozent bei den Geländewagen an, und dies bei einem Volumen von über 1,1 Millionen Neuzulassungen im vergangenen Jahr. Damit ist das KBA-Segment SUV nun die zulassungsstärkste Fahrzeugklasse in Deutschland, knapp vor der Kompaktklasse mit 737.985 Neuzulassungen 2019 (Anmerkung der Redaktion: KBA-Segment SUV allein 2019: 762.490 Neuzulassungen). Damit hat sich im vergangenen Jahr erstmals in der Geschichte das Bild gedreht, wobei diese Entwicklung aufgrund des anhaltenden Wachstums des SUV-Segments absehbar war.

Doch zurück zu unserem Kostenvergleich: Wie in den vorhergehenden Ausführungen bereits zu erkennen sein sollte, ist das Modellportfolio der beiden KBA-Segmente riesig, wodurch wir schon vor zwei Jahren eine gewisse Unterteilung anhand der Länge für den Kostenvergleich eingeführt haben: So setzen wir bei einem kleinen beziehungsweise kompakten SUV eine Außenlänge von 4 bis 4,5 Meter an. Dennoch bleibt die Modellanzahl relativ hoch. Um eine grundsätzliche Vergleichbarkeit der Modelle in diesen beiden Segmenten zu gewährleisten, haben wir neben dem Antrieb (Benzin oder auch rein elektrisch) die Motorenleistung auf 100 kW (136 PS) festgesetzt. Daneben sind eine angetriebene Achse und ein Schaltgetriebe wünschenswert, jedoch keine Voraussetzung.

Legt man diese Schablone über das Segment, bleiben noch immer 54 Modelle, die für einen Kostenvergleich infrage kommen würden. Jedoch waren nicht alle Modelle Mitte März über den SIXT Leasing Kon gurator kalkulierbar, wodurch sowohl Jeep Compass, KIA e-Niro, KIA e- Soul, Mazda CX-3, Subaru XV, Suzuki SX4 S-Cross sowie Suzuki Vitara und Volvo XC40 nicht aufgenommen werden konnten. Auch Jeep Renegade und Mercedes-Benz GLA  nden sich nicht unter den Vergleichskandidaten, da bei diesen beiden Modellen die Full-Service-Leasingbausteine „Sorglos-Paket Wartung und Verschleiß“ sowie „Versicherung“ nicht verfügbar waren. Das komplexe Anforderungsportfolio und die Verfügbarkeit über den SIXT Leasing Kon gurator haben letztendlich zu einem Kostenvergleich von 41 kleinen und kompakten SUV mit Benzinmotor und einer Kostenübersicht von drei rein elektrischen Modellen aus diesem Segment geführt.

Mit 41 Modellen ist der 106. Flottenmanagement- Kostenvergleich nicht nur unser umfangreichster Kostenvergleich. Er hält aufgrund des Umfangs auch wieder eine Besonderheit bereit – die Verknüpfung von Print- und Onlineversion. So können interessierte Leser mittels QR-Code (S. 75) die vollständige Vergleichstabelle als PDF aufrufen. Im Magazin verbleibt eine gekürzte Variante des Vergleichs mit immer noch 13 Modellen mit Benzinmotor und drei rein elek-trischen Modellen. Die Fahrzeuge, die in der Kalkulation aus Plus- und Minuspunkten einen Wert niedriger als zwei erzielten (ab Platz 14), sind hingegen nur im PDF zu sehen.

Mit den rund 100 kW starken Benzinmotoren erreicht ein kleiner beziehungsweise kompakter SUV in knapp zehn Sekunden die Marke von 100 Stundenkilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 195 Kilometer pro Stunde. Beim Durchschnittsverbrauch liegen die ausgewählten Modelle im Bereich von 4,5 bis 8 Liter pro 100 Kilometer, der Mittelwert beträgt 5,6 Liter Benzin. Auch wenn oftmals im Zusammenhang mit der Umstellung des Fahrzyklus von Neuem Europäischem Fahrzyklus (NEFZ) auf die Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure (WLTP) ein Anstieg der durchschnittlichen Verbrauchswerte um bis zu 25 Prozent angegeben wird, hat sich der Durchschnittsverbrauch im Vergleich zum Kostenvergleich der kleinen und kompakten SUV aus der Ausgabe 6/2018 um 0,22 Liter Benzin gesenkt. Im aktuellen Kostenvergleich sind zudem alle Verbrauchswerte der Vergleichskandidaten auf Grundlage der Abgasnorm Euro 6d-TEMP-EVAPISC erfasst; teilweise sogar über die nochmals schärferen Regelungen der Abgasnormen Euro 6d-ISC-FCM und Euro 6d-ISC. Zum Sieger in der Sonderwertung „Kraftstoffverbrauch“ werden gleich zwei Modelle gekrönt: Ford Puma 1,0 l EcoBoost und Peugeot 2008 1.2 PureTech 130 mit einem kombinierten Verbrauch von 4,5 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Auf dem zweiten Platz landet der Citroën C4 Cactus PureTech 110 Stop&Start mit einem Mehrverbrauch von 0,1 Litern. Auch die beiden Drittplatzierten (4,7 Liter Benzin im Durchschnitt) kommen aus dem PSA-Konzern und heißen DS 3 Crossback sowie Opel Crossland X. Entscheidend für einige Flotten ist jedoch noch immer der CO2-Ausstoß: So liegen die Emissionen beim Großteil der ausgewählten SUV-Modelle unter der „130 Gramm pro Kilometer“-Grenze; den Bestwert mit 103 Gramm pro Kilometer gibt es auch hier beim Ford Puma und beim Peugeot 2008.

Die Kombination aus geringem Kraftstoffverbrauch und einem großvolumigen Tank beschert dem Citroën C4 Cactus hingegen in der Kategorie „Reichweite“ den begehrten ersten Platz auf dem Podest. Mit 1.050 Kilometern, sprich einem Abstand von 37 Kilometern, reiht sich der Peugeot 3008 auf Platz zwei ein. Das Podest vervollständigt der Ford EcoSport mit 1.040 Kilometer Reichweite. Vergleicht man diese Werte mit dem Durchschnitt bei den mittleren Diesel-SUV (1.112 Kilometer), wird bereits hier klar, dass es sich bei dieser Fahrzeugklasse vornehmlich um User-Chooser- beziehungsweise Motivationsfahrzeuge handelt. So liegt die Durchschnittsreichweite für kleine sowie kompakte SUV bei gerade einmal 931 Kilometern und damit mehr als 16 Prozent niedriger. Doch noch immer lässt sich damit die Strecke Kiel – München ohne Tankstopp bewältigen. Gerade das Thema Reichweite ist bei Elektrofahrzeugen von Interesse: Erfreulich ist, dass die drei rein elektrischen Fahrzeuge rund 300 Kilometer mit einer Ladung fahren können.

Relevant für die Wertung sind ebenfalls die Ladungsdaten, die sich aus drei Bestandteilen zusammensetzen – Kofferraumvolumen, maximales Laderaumvolumen sowie Zuladung. Da eine Anhängerkupplung bei keinem der verglichenen Modelle zum Serienumfang gehört und in manchen Fällen auch nicht einmal als Zubehör bestellbar war, haben wir die „Anhängelast gebremst (12 %) / ungebremst in kg“ nicht in die Bewertung einbezogen. In der Sonderwertung „Kofferraumvolumen“ sichert sich das Duo aus dem VW-Konzern – SEAT Ateca und Volkswagen Tiguan – mit jeweils 615 Litern den ersten Platz auf dem Siegerpodest. Im Durchschnitt lassen sich im Kofferraum etwas mehr als 449 Liter verstauen. Falls jedoch etwas mehr Platz für Gepäck benötigt wird, lassen sich die Rücklehnen umklappen und ein maximales Laderaumvolumen von durchschnittlich mehr als 1.356 Liter steht zur Verfügung. Wer auch in einem kompakten SUV möglichst viel verstauen möchte, sollte sich auch hier den Ateca und den Tiguan einmal näher anschauen: Mit einem Laderaumvolumen von 1.655 Litern bieten beide Modelle in diesen Segmenten das beste Platzangebot für den Transport. Auf Platz zwei folgt mit nur drei Litern weniger der Opel Grandland X, gefolgt von Citroën C5 Aircross sowie Škoda Karoq mit jeweils 1.630 Litern. Im letzten Wertungspunkt bei den Ladungsdaten – der Zuladung – holt sich der Land Rover Range Rover Evoque mit 585 Kilogramm Zuladung vor dem Jaguar E-Pace (568 Kilogramm) und dem Opel Grandland X (560 Kilogramm) die Goldmedaille.

Kommen wir zu den Kosten ... Für ein kleines beziehungsweise kompaktes SUV, welches gemäß unseren Ausstattungsvorgaben bestückt ist, werden im Durchschnitt 24.845,20 Euro fällig. Wer besonders günstig in das Segment einsteigen möchte, dem sei der Dacia Duster in der Prestige-Ausstattungslinie ans Herz gelegt. Mit einem Listenpreis inklusive Sonderausstattung von gerade einmal 14.873,94 Euro ist der Duster nun wirklich Deutschlands günstigster SUV, wie die rumänische Renault-Tochter den Segmentvertreter gern selbst betitelt. Jedoch sei hier anzumerken, dass auch beim neuen Duster weder Licht- und Regensensor noch Spurhalteassistent bestellbar sind. Dennoch fällt auch der Aufschlag für die dienstwagenrelevanten Ausstattungsmerkmale mit etwas weniger als 130 Euro verhältnismäßig gering aus. Gänzlich ohne Zusatzkosten bei der Ausstattung kommen der Hyundai Tucson in der Ausstattung Style, die beiden KIA-Modelle Sportage in der Spirit-Edition und XCeed in der JBL Sound Edition, Mazda CX-30 in der Selection-Edition sowie Mitsubishi ASX in der Ausstattung Top aus. Außer beim Mazda CX-30, der auf Nebelscheinwerfer verzichtet, gibt es keinerlei Einschränkungen hinsichtlich der geforderten dienstwagenrelevanten Ausstattung.

Bleiben schlussendlich die Leasingraten, die aufzeigen, ob Fahrzeuge in den von Referenzmodellen gesteckten Kostenrahmen passen oder nicht. Die Full-Service-Leasingraten bei 10.000 Kilometern pro Jahr und 36 Monaten Laufzeit verhelfen dem Ford EcoSport mit 224,36 Euro noch vor dem Renault Captur mit 252,37 Euro auf Platz eins. Für den Drittplatzierten, den Citroën C3 Aircross, werden 262,64 Euro pro Monat fällig. Aber auch hier liegen knapp 100 Euro bis zum Erreichen der monatlichen durchschnittlichen Full-Service-Leasingrate für einen kleinen oder kompakten SUV, diese liegt bei 358,30 Euro. Bei höheren Lau eistungen (30.000 oder 50.000 Kilometer pro Jahr) muss der C3 Aircross seinen dritten Platz an den SEAT Arona abgeben, der ein paar Euro monatlich günstiger zu leasen ist.

Inklusive der Kraftstoffkosten zeigt sich folgendes Bild: Die wirtschaftlichsten Betriebskosten in allen drei Lau eistungen erreicht der Ford EcoSport. Abhängig von der Lau eistung folgen dahinter bei 10.000 Kilometer pro Jahr: Renault Captur (300,62 Euro) und Citroën C3 Aircross (308,96 Euro). Bei 30.000 Kilometern übernimmt der Ford Puma den dritten Platz vom C3 Aircross. Und schlussendlich bei 50.000 Kilometern jährlicher Lau eistung folgen auf den Ford EcoSport der Ford Puma sowie der Citroën C3 Aircross auf dem dritten Platz. Schön zu sehen ist, welchen Ein uss ein spritsparendes Modell auf die Verteilung nach Betriebskosten hat. Hier spielt der neue Ford Puma die Vorteile des geringen Verbrauchs von 4,5 Liter Benzin vollkommen aus.

Nach Abwägung sämtlicher Wertungen läuft es auf einen wohlverdienten Sieg des Ford Eco- Sport hinaus, der insbesondere bei den Leasingraten und daraus folgend bei den Betriebskosten punkten kann. Einzige Minuspunkte des Kölners sind seine Zuladungsdaten und der fehlende Spurhalteassistent. Auf Platz zwei landet der neue Renault Captur, welcher nicht nur alle dienstwagenrelevanten Ausstattungen bietet, sondern sich auch bei den Leasingraten keine Blöße geben muss. Aus Köln kommt auch der Drittplatzierte, der Ford Puma, der gerade mit seinen Verbrauchsdaten viele Pluspunkte sammelt.

And the winner is … Ford EcoSport 1,0 l EcoBoost
 
 
 
So haben wir gewertet
Der neue Flottenmanagement-Kostenvergleich setzt sich aus fünf Hauptkriterien – den Kosten über Laufzeit und -leistung, den technischen Daten, den  ottenrelevanten Daten, der Ausstattung und den einmaligen Kosten beim Kauf – zusammen. Dabei erhalten die jeweils drei günstigsten Modelle eine grüne Markierung und die drei teuersten eine rote Markierung. Ebenfalls werden  ottenrelevante Fakten wie die Dichte des Servicenetzes und die Garantiezeiten grün beziehungsweise rot markiert und dementsprechend bewertet. Die technischen Daten eines jeden Modells werden unter den Gesichtspunkten des Durchschnittsverbrauchs in l/100 km laut WLTP-Fahrzyklus (zurückgerechnet auf NEFZ-Werte), des CO2-Ausstoßes in g/km, der Reichweite in km sowie der Ladungsdaten – Kofferraumvolumen in l, maximales Laderaumvolumen in l und Zuladung in kg – beurteilt und entweder mit Grün für die drei Bestwerte beziehungsweise Rot für die drei schlechtesten Werte gekennzeichnet. Zusätzlich erhalten segmentspezi  sche technische Daten, wie beispielsweise die Anhängelast gebremst bei mittelgroßen SUV, eine entsprechende Grün-Rot-Bewertung. Zudem erhalten Modelle, welche die Vergleichsmotorleistung stark unterschreiten, oder zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch nicht die Abgasnorm Euro 6d-TEMP erfüllen eine Negativbewertung. Eine positive Bewertung erfolgt dementsprechend bei einer deutlich höheren Motorleistung.

Daneben wird eine besonders lange Laufzeit der Fahrzeuggarantie mit einem Pluspunkt respektive einer grünen Markierung hervorgehoben. Falls Elemente der dienstwagenrelevanten Ausstattung nicht lieferbar sind, werden diese rot gekennzeichnet und dementsprechend gewertet. Eine grüne Kennzeichnung im Bereich Ausstattung kann aufgrund einer hohen Anzahl an serienmäßig verbauten dienstwagenrelevanten Ausstattungselementen beziehungsweise einer Mehrwertausstattung erzielt werden, ebenso erfolgt eine Negativ-Wertung bei einer geringen Anzahl.
 
Dienstwagenrelevante Ausstattung im Segment der kleinen und kompakten SUV:
• Rundum-Airbag-Schutz für Fahrer und Beifahrer (Front-, Kopf- und Seitenairbags)
• aktiver Bremsassistent
• Bluetooth-Freisprechanlage
• Einparkhilfe mit Sensoren hinten beziehungsweise über die Rückfahrkamera
• Klimaanlage
• Licht- und Regensensor
• Navigationssystem
• Nebelscheinwerfer
• Sitzheizung vorn
• Spurhalteassistent

Mehrwertausstattung im Segment der kleinen und kompakten SUV:
• adaptiver Tempomat
• Anhängerkupplung
• E-Call/Notrufsystem
• elektrische Heckklappe
• größerer Kraftstofftank
• Klimaautomatik
• schlüsselloser Start/Zugang
• Totwinkel-Assistent
• Verkehrszeichenerkennung