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Volkswagen verpasst seinem Zweiliter-Passat mit Ottomotor vorsichtshalber mal das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe frei Haus. Denn erstens harmoniert die ruckfreie Automatik nahezu perfekt mit der kraftvollen Maschine und betont den Fahrkomfort. Zweitens lässt sich lediglich in Verbindung mit dem Automaten die ganze Fülle der Assistenten auskosten, über die der Passat ja nun einmal verfügt. Und das sogar serienmäßig – denn die „Business“- Line, hier startet die kräftige Benziner-Version, kommt stets mit der aktiven Distanzregelung. Die Anlage übernimmt eine Zeit lang nicht nur die Längs-, sondern auch die Querführung. Das heißt im Klartext: Wenn der Vordermann das Tempo reduziert, tut der Passat das ebenfalls, und zwar selbsttätig. Er lenkt aber auch Kurven automatisiert, so dass der Fahrer sich das Geschehen entspannt ansehen kann. Nach wenigen Sekunden muss aber wieder ein minimaler Lenkimpuls vom Menschen ausgehen, denn dauerhaft darf hierzulande noch kein Auto das Kommando übernehmen.

Stichwort Kommando: Die vorn links platznehmende Person kommandiert 190 Pferdchen, und das macht mitunter recht viel Spaß. Denn der sportiv klingende Vierzylinder geizt demnach keineswegs mit Vortrieb und kann die Reifen bei forciertem Einsatz auch mal an die Grenze der Haftreibung bringen. Unter griffigen Voraussetzungen und bei nicht allzu provokativem Verhalten bringt der Turbo seine Leistung aber auf die Straße, was an den Fahrwerten auch recht gut abzulesen ist. So genügen dem Wolfsburger Praktiker nur 7,7 Sekunden bis zur 100 km/h- Marke, andererseits verausgabt man sich mit ihm weder an der Tankstelle noch beim Finanzamt. In puncto Fahrwerk belassen es die Ingenieure bei moderat sportlich, ohne den Komfort-Faktor aus den Augen zu verlieren. Schließlich soll die Mittelklasse aus dem Hause Volkswagen ihre Passagiere kommod über lange Distanzen bringen, und das schafft sie auch mit Bravour. Der Fronttriebler rollt geschmeidig über schlechte Straßen und beeindruckt mit Geräuschkomfort sowie seinem herausragenden Platzangebot.

Letzteres kommt übrigens auch dem Gepäck zugute – angesichts fast 1.800 Litern Volumen bei umgeklappten Rücksitzen könnte mancher SUV- oder Van-Fahrer neidisch herüberschielen, doch jedes Segment hat schließlich seine Vorzüge. Der unauffällige Kombi ist auf Zurückhaltung getrimmt und glänzt bei gleichermaßen langstreckentauglicher wie sportiver Ausrichtung mit hohem praktischen Nutzen. Freilich haben die Väter der Baureihe auch die digitale Fraktion nicht außer Acht gelassen: So strotzt der Variant nur so vor Displayfläche – und neben dem großen Touchscreen in der Mittelkonsole besteht auch das Kombiinstrument wunschgemäß (428 Euro netto) aus frei konfigurierbarer Anzeige. Diejenigen, die es eher analog schätzen, können einen klassischen Tacho plus Drehzahlmesser nachbilden, klappt wunderbar. Für ein integriertes Navigationssystem werden übrigens netto 945 Euro fällig – ein Feature, auf das man nicht verzichten sollte. Mit 33.466 Euro ist die qualitativ überaus wertige Mittelklasse übrigens nicht zu hoch eingepreist.