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Was bleibt von 2019?
Im ablaufenden Jahr konnte man vor allem im urbanen Straßenverkehr ein neues Fortbewegungsmittel begutachten. Die Einführung von E-Scootern war durchaus umstritten und sorgt bis heute für Kontroversen. Vom Bundesverband Fuhrparkmanagement e. V. (BVF) wurde das neue Gefährt gar als „riskant“ in der betrieblichen Nutzung eingestuft. So teilte Axel Schäfer, Geschäftsführer BVF, kurz nach der Einführung mit: „Es sind Spiel-, Spaß- und Sportfahrzeuge, die wir für die betriebliche Nutzung aus Sicherheitsgründen nicht empfehlen können.“ Allerdings wird uns die neue Form der Fortbewegung auch 2020 noch erhalten bleiben und sie wird das Stadtbild prägen. Spannend wird sein, wie sich die kalte Jahreszeit auf den E-Scooter-Markt auswirkt. Schlechtes Wetter und eine insgesamt geringere Nachfrage dürften die Scooter-Vermietungen vor Herausforderungen stellen.

Ebenfalls umstritten war die geplante Einführung der Pkw-Maut. Das CSU-Prestige-Projekt wurde nun nach den Verkehrsministern Ramsauer und Dobrindt unter Minister Scheuer in dritter Generation sozusagen vollends gegen die Wand gefahren. Das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen: Ablehnung der Pläne durch den Europäischen Gerichtshof und Schadensersatzforderungen von den Mautbetreibern. So schnell wird es also keine Pkw-Maut geben, wenngleich bereits neue Pläne in der Ministerschublade warten.

Natürlich hat das Jahr 2019 auch positive Schlagzeilen hervorgebracht. So geht es mit der Elektromobilität nun endlich los. Volkswagen stellte auf der IAA in Frankfurt den ID.3 vor und läutete damit nach eigenen Angaben eine neue Zukunft des Volkswagens ein. „Der ID.3 ist ein alltagstauglicher Allrounder. Er ist kompakt, dabei wendig wie ein Kleinwagen und bietet den Innenraum eines Mittelklassewagens. Er kombiniert spannendes Design mit innovativer Technologie und hohen Reichweiten“, skizziert Silke Bagschik, Leiterin Vertrieb und Marketing der ID.-Familie. Ob er dem Flottenschlager VW Golf 8, der Ende 2019 präsentiert wurde, allerdings den Rang ablaufen kann, muss sich zeigen.

Neben einer Vielzahl an neuen Elektroautos sorgte im Flottenbereich vor allem die Einführung der 0,5-Prozent-Versteuerung des geldwerten Vorteils für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride für eine starke Nachfrage nach alternativen Antrieben. Auch die geplante Ausweitung der Kaufprämie und die im Raum stehende Senkung der Pauschalbesteuerung der Elektrodienstwagen auf 0,25 Prozent des Listenpreises (für Dienstwagen bis 40.000 Euro) dürften die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen noch weiter ankurbeln. Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), sagte dazu: „Elektroautos werden damit als Dienstwagen noch attraktiver. Das ist ein wichtiges Signal an potenzielle E-Auto-Käufer. Wer in den kommenden zehn Jahren ein Elektrofahrzeug als Dienstwagen anschafft, zahlt dafür deutlich weniger Steuern als bei einem Auto mit herkömmlichem Antrieb.“

Was kommt 2020?
Das neue Jahr dürfte neben dem genannten Klimapaket einige Neuerungen bereithalten. So kann beispielsweise die Wahl des neuen VDA-Präsidenten mit Spannung erwartet werden. Etwas überraschend gab Bernhard Mattes, nach etwas mehr als einem Jahr Amtszeit, im September 2019 bekannt, das Amt zum Jahresende niederzulegen. Für seine Nachfolge war zwischenzeitlich sogar Sigmar Gabriel im Gespräch, der aber das Ruder an der Verbandsspitze der deutschen Automobilindustrie in diesen unruhigen Zeiten doch nicht übernehmen möchte. Weniger überraschend war hingegen, dass der Austrittstermin von Großbritannien aus der Europäischen Union mal wieder verschoben werden musste. 2020 dürfte dann aber wirklich das Jahr des Brexits werden. Vielleicht. Die Ungewissheit kostet auch die Automobilindustrie Millionen.

Auf jeden Fall stattfinden wird „Flotte! Der Branchentreff“, und das bereits zum fünften Mal! Am 18. und 19. März öffnen sich in der Düsseldorfer Messehalle 8a wieder die Pforten für die Flottenwelt. Zwar waren bereits bei der vergangenen Veranstaltung mit 240 Ausstellern und rund 3.200 Besuchern alle Rekorde gebrochen worden, dennoch wird die Neuauflage des Klassentreffens der Branche nochmals wachsen können. Anlass dazu werden sicher auch die neuen Themen der Fuhrparkbranche sein: Elektromobilität, E-Bikes, Lastenfahrräder und andere Formen der Mikromobilität werden zentrale Schwerpunkte im Jahre 2020 in der Branche sein und natürlich auch bei uns auf der Messe. Darüber hinaus wird das Fachprogramm weiter ausgebaut werden und auf vielfachen Wunsch wird eine vegetarische und vegane Catering-Insel eingerichtet.

Dieser kleine Ausblick zeigt schon: Das neue Jahr(-zehnt) wird spannend. Auf den Seiten 34 bis 42 finden Sie Einschätzungen von ausgewählten Branchenexperten zu den Entwicklungen und Herausforderungen im Flottenmarkt im kommenden Jahr. Auf ein erfolgreiches Jahr 2020!