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Sicherheit ist seit jeher ein Synonym für die Marke Volvo. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass man sich für das ADAC Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich als dritten Veranstaltungsort entschied. Denn neben Räumlichkeiten für den theoretischen Teil war auch ein Gelände gefordert, dass den Teilnehmern die technischen Grenzen moderner Fahrzeuge aufzeigen sollte. Und das mit einem großen Ziel immer im Blick: „Unsere Vision ist, dass in naher Zukunft niemand mehr in einem neuen Volvo ums Leben kommt oder schwer verletzt wird“, wie der CEO der Volvo Car Group, Håkan Samuelsson, Anfang 2016 bereits betonte. Dafür ist es nicht nur notwendig, dass die Fahrzeuge höchste Sicherheitsstandards erfüllen oder sogar neue Standards aufgestellt werden, sondern auch der Mensch muss hier berücksichtigt werden: So hat man bereits 1927 – bei der Gründung von Volvo – Sicherheit zu einem Kernwert der Marke gemacht. Das führte zu wichtigen automobilen Meilensteinen wie der Entwicklung und Markteinführung des ersten Dreipunkt-Sicherheitsgurts 1959, des ersten rückwärts gerichteten Kindersitzes oder des Seitenaufprallschutzsystems. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass auch ein verändertes Verhalten im Straßenverkehr vonnöten ist, um Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten oder Toten weiter reduzieren zu können. In Bezug auf das Verhalten hinter dem Steuer sind hierbei drei Aspekte entscheidend: überhöhte Geschwindigkeit, Rauschmittelkonsum und Ablenkung. Axel Zurhausen, Head of Fleet and Retail Sales bei der Volvo Car Germany, erinnerte bei der Begrüßung daran, dass die „freiwillige Selbstbeschränkung“ auf eine Höchstgeschwindigkeit von 180 Stundenkilometern vor allem der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zugutekommt.

In Deutschland ist die Limitierung der Höchstgeschwindigkeit nicht unbedingt das Mittel der Wahl, um neue Absatzrekorde im Automobilbereich zu erzielen. Selbst die Politik fasst das Thema eines generellen Tempolimits auf Autobahnen wenn überhaupt nur mit Samthandschuhen an, um Wähler nicht zu vergraulen. Volvo setzte hingegen kurz vor dem diesjährigen Genfer Autosalon mit der „freiwilligen Selbstbeschränkung“ ein Zeichen für mehr Sicherheit und steuert auch deswegen auf ein neues Rekordjahr zu. Natürlich trägt daneben die Modellpalette zu diesem Wachstum bei, denn auch Design und Technik wissen zu überzeugen. Und diese Mischung kommt gerade bei gewerblichen Kunden sehr gut an: Rund drei Viertel der Volvo- Neuzulassungen in Deutschland kommen aus dem Gewerbekundenbereich.

Doch trotz stetiger Wachstumsraten muss sich auch Volvo neu erfinden: Denn Digitalisierung, Elektromobilität, Share-Economy und das autonome Fahren werden die Automobilwelt nachhaltig verändern. Doch was ist mit dem Kunden? Inwieweit ist er bereit für diesen Wandel? Welchen neuen Herausforderungen sieht er sich gegenübergestellt? Dies sind Fragen, denen Axel Zurhausen und sein Team mit dem Volvo Business Forum nachgehen wollten. In vier Workshops vermittelte man daher nicht nur bloße Theorie, sondern trat ganz bewusst mit den Teilnehmern in den Dialog.

Im Workshop Elektrifizierung ging es beispielsweise nicht darum, jemanden vom Elektrofahrzeug zu überzeugen – zumal erst Mitte nächsten Jahres wieder ein rein elektrischer Volvo vom Band läuft –, sondern man leistete Aufklärungsarbeit: Der Schritt in die Elektromobilität soll nicht als Daumenschraube der Politik verstanden werden, um CO2-Regularien in Zukunft erfüllen zu können. Vielmehr ist es der logische Schritt, wenn es um effiziente Motoren geht. So besitzen Verbrennungsmotoren einen Wirkungsgrad von maximal 40 Prozent (Benzin) beziehungsweise 43 Prozent (Diesel). Grund hierfür sind Reibung und Verlustwärme. Im Gegensatz dazu haben Elektroantriebe im Fahrbetrieb einen Wirkungsgrad von 98 Prozent, lediglich zwei Prozent gehen hier als Abwärme verloren. Volvo setzt daher auch bei den Plug-in-Hybriden auf die Funktion „Predictive Efficiency“, die es ermöglicht, die volle Batteriekapazität bis zum Erreichen des Ziels zu nutzen. Hierzu wird der Zielort in das Navigationssystem eingegeben und auf Basis der Kartendaten der elektrische Energieverbrauch auf der gewählten Strecke optimiert. Dadurch lassen sich CO2-Emissionen und Kraftstoffverbrauch reduzieren.

Wie schon eingangs angesprochen, ist die Sicherheit einer der Kernwerte von Volvo. Der Workshop Sicherheit war daher ein Ausflug in die Geschichte des schwedischen Automobilbauers wie auch ein Einblick in den State of the Art der Sicherheitstechnik. Unter dem Begriff „IntelliSafe“ bündelt Volvo das ganze Know-how in diesem Bereich – so zum Beispiel Technologien, die den Fahrer unterstützen, die Unfälle vermeiden wie auch die Menschen schützen sollen, wenn ein Unfall unvermeidbar ist. Neben dem Input im Bereich Sicherheitstechnik ging es in diesem Workshop aber auch darum, Verhalten zu hinterfragen: Weswegen hat man Vorbehalte gegen eine „freiwillige Selbstbeschränkung“ der Höchstgeschwindigkeit? Ist es die vermeintlich verlorene Zeit? Anhand eines Rechenbeispiels für eine 500 Kilometer lange Fahrt von Köln nach Ingolstadt wurden die Unterschiede einmal deutlich gemacht: Während auf 300 Kilometern ohnehin nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h aufgrund von Geschwindigkeitsbegrenzungen möglich ist, holt man auf den übrigen 200 Kilometern mit einer theoretischen Durchschnittsgeschwindigkeit von 250 km/h lediglich 19 Minuten gegenüber einer auf 180 km/h abgeriegelten durchschnittlichen Höchstgeschwindigkeit heraus. Zieht man hierfür die Zeit für den zusätzlichen Tankstopp ab, der in dieser Theorie durch einen Mehrverbrauch von 30 Litern zustande kommt, ist der Zeitgewinn nochmals geringer.

Auch die Workshops „Ausgewählte Rechtsfragen rund um den Fuhrpark“ und „Mobilität“ luden zur Mitarbeit ein. Während man bei Ersterem von Rechtsanwalt Dr. jur. Michael Ludovisy noch einmal auf die juristischen Feinheiten in der Halterverantwortung hingewiesen wurde und auch einige nützliche Tipps mit auf den Weg bekam, wie sich diese Verantwortung delegieren lässt, ging es im Workshop „Mobilität“ vor allem darum, welche Services sich gewerbliche Kunden wünschen und wo mögliche Ansätze für eine Ausweitung des Portfolios liegen. Gleichermaßen zeigte man hier bereits, dass Unternehmensmobilität nicht mehr so statisch ist wie noch vor einigen Jahren – das Zauberwort heißt „ganzheitliche Mobilität“ und beinhaltet ein umfangreiches Angebot angefangen von Carsharing über Kurz- sowie Langzeitmiete bis zum Leasing beziehungsweise Kauf.

Die Eventreihe Volvo Business Forum sollte aber nicht nur theoretischen Input liefern, sondern auch die Theorie in der Praxis erfahrbar machen. So wurden die 80 Teilnehmer in Grevenbroich zu Anfang in zwei Gruppen aufgeteilt: Ein Teil besuchte die Workshops, die jeweils 30 Minuten dauerten, und der andere Teil begab sich auf das Gelände des Fahrsicherheitszentrums, um hier die Grenzen moderner Fahrzeuge zu erfahren. Und die waren sicher für den einen oder anderen sehr überraschend, weil die speziell präparierten Strecken weit weniger Grip boten, als man vermutete. Doch genau diese Erkenntnisse wollte der schwedische Autobauer zutage fördern: Denn trotz immer besserer Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge können am Ende nur der Mensch und dessen Handeln dazu führen, dass das große Ziel eines Verkehrs ohne Tote oder Schwerverletzte umgesetzt werden kann.