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Halterpflichten
Die DGUV 70 regelt die Durchführung der UVV im Sinne des Arbeitsschutzes (§ 3 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz) und betrifft „alle maschinell angetriebenen, nicht schienengebundenen Landfahrzeuge und deren Anhänger“ (§ 2 Abs. 1 DGUV 70). Weiter heißt es in der Durchführungsanweisung zu § 1 der DGUV 70 „in Abhängigkeit von Fahrzeugart, -aufbau, -einrichtungen, Ausrüstung, Verwendungszweck und Einsatzbereich sind noch weitere Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und Sicherheitsregeln zu beachten“. Hieraus wird ersichtlich, dass Transporter und Nutzfahrzeuge im Sinne der UVV nochmals gesondert betrachtet werden müssen. Beispielsweise wenn das Fahrzeug über eine Hebebühne oder Ähnliches verfügt.

Auch wenn die UVV im Allgemeinen für alle Fahrzeuge gelten, wird die Einhaltung der Vorschriften vor allem bei den Handwerkerfahrzeugen und Kleintransportern immer relevanter. Denn die Kontrollen durch das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und die Polizei nehmen gerade bei den Kleintransportern zu. Daher gilt es besonders in Transporterflotten, auf die Einhaltung der UVV zu achten und die regelmäßige Erfüllung der Vorschriften auch schriftlich zu dokumentieren. Eine lückenlose Dokumentation der Erfüllung der Halterpflichten dient der rechtlichen Absicherung und kann dem Fuhrparkleiter im schlimmsten Fall viel Ärger ersparen.\

Ladungssicherung
Besonders auf das Thema Ladungssicherung sollte bei Transportern geachtet werden. Zurrgurte, Ösen, Netze und Einbauten müssen intakt sein und den Regularien entsprechen. Dafür ist im Übrigen nicht nur der Flottenleiter oder das Unternehmen verantwortlich. Denn die Pflicht zur Ladungssicherung eines Kraftfahrzeugs nach § 22 StVO trifft neben dem Halter auch jede andere für die Ladung des Fahrzeugs verantwortliche Person, insbesondere den Fahrer (OLG Celle, Beschluss vom 28.02.2007, Az. 322 Ss 39/07). Dieser sollte daher vor jedem Fahrtantritt die Funktionsweise der Sicherheitsausstattung und das Fahrzeug insgesamt auf Mängel überprüfen. Schäden oder andere Auffälligkeiten müssen sofort gemeldet werden. Damit der Fahrer dies aber auch kann, muss er wissen, wie Hebebühne oder Ladegurte funktionieren. Eine Einweisung in den Umgang mit jedem Fahrzeug, das der Mitarbeiter bewegen soll, ist daher unerlässlich. Notfalls mit spezifischen Betriebsanweisungen „in verständlicher Form und Sprache“ (DGUV 70 § 34 Abs. 2). Ebenfalls bei Transportern relevant sind die Vorschriften zum Thema Be- und Entladen (DGUV 70 § 37). Gesamtgewicht, Achslasten, Stützlast und Sattellast müssen dem Fahrer bekannt sein und die Ladung muss so verstaut werden, dass ein Umkippen oder Fortrollen und somit eine Gefährdung durch die Transportgüter ausgeschlossen werden kann.

Eine Überprüfung des Fahrzeugs im Sinne der UVV ist jährlich durchzuführen ebenso wie die Unterweisung des Fahrers. Sollte sich etwas an dem Gefährdungspotenzial des Fahrzeugs im Laufe des Jahres verändert haben, beispielsweise wenn eine Anhängerkupplung nachträglich angebracht wurde, ist eine Unterweisung auch häufiger notwendig. Gerade in großen Flotten ist dies ein gewaltiger Aufwand, der kaum vom Fuhrparkleiter persönlich bewältigt werden kann. Daher können beziehungsweise sollten sich Flottenleiter bei der Einhaltung der Vorschriften von einem Dienstleister unterstützen lassen. Besonders die Fahrerunterweisung kann mittlerweile durch E-Learning-Tools vorgenommen werden. Die Überprüfung der Fahrzeuge auf einen verkehrs- und arbeitssicheren Zustand muss ohnehin laut § 57 der DGUV 70 durch einen „Sachkundigen“ erfolgen. Doch Vorsicht: Für Pkw „gilt eine Sachkundigenprüfung als durchgeführt, wenn über eine vom Hersteller vorgeschriebene und ordnungsgemäß durchgeführte Inspektion ein mängelfreies Ergebnis einer autorisierten Fachwerkstatt vorliegt“. Für Transporter kann jedoch zusätzlich zur fahrzeugtechnischen Prüfung die Prüfung von Aufbauten und Einrichtungen erforderlich sein, zum Beispiel wenn der Kofferaufbau des Transporters über eine Hebebühne verfügt (Durchführungsanweisung zu § 57 Abs. 1).

Fazit
Die UVV gelten unabhängig von Typ und Modell für alle Fahrzeuge gleich und doch muss der Fuhrparkleiter gerade bei Transportern genauer hinschauen. So aufwendig dies ist, am Ende dienen die Vorschriften der Sicherheit.