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Okay, zugegeben – das Preislevel des Taycan ist nicht für jeden Neuwagen- Interessenten verdaulich. Dennoch wagt Flottenmanagement den Versuch und lässt sich auf eine erste Testfahrt ein – freilich mit der Fragestellung, ob Elektromobilität so fad ist, wie sie viele reden. Was jetzt folgt, lässt sich nur schwer beschreiben. Den Taycan Turbo S (schwächere Varianten folgen) zu bewegen gleicht so ein bisschen dem Ritt auf der Kanonenkugel. Und weil der Schwerpunkt dieser Elektrolimousine noch niedriger liegt als jener des 911, kann man ahnen, wie der Allradler durch die Kurve fegt. Nein, ahnen kann man es nicht wirklich, man muss es schon probieren. Wie am überdimensionalen Gummiband gezogen zerren zwei Permanenterregte Synchronmaschinen mit 761 PS Systemleistung und 1.050 Nm Drehmoment – gesplittet in Form von zwei Übersetzungen, die automatisch geschaltet werden – an den vier Pneus – und hämmern den Viertürer binnen 2,8 Sekunden auf Landstraßentempo.

Nach nur 9,8 Sekunden soll sich die Tachonadel bei 200 km/h einpendeln – das sind reine Supersportwagen-Werte. Ach, apropos Tachonadel: Natürlich nur virtuell, denn das Taycan-Interieur ist geprägt von schier nicht enden wollenden Display-Weiten. Bis zu vier Monitore haben viel zu erzählen – es dauert in der Tat einen Moment, ehe man sich mit allen Funktionen vertraut gemacht hat – wenn man überhaupt jemals alles ausschöpft. Auch beim Thema Laden – immer ein kritischer Punkt – lässt sich Porsche nicht lumpen und installiert ein 800 Volt-System, das Ladeleistungen von bis zu 270 kW erlaubt und den 93 kWh großen Akku unter optimalen Bedingungen innerhalb von weniger als 30 Minuten wieder auf 80 Prozent Ladestand bringen kann. Ab netto 155.845 Euro muss man für einen Porsche Taycan Turbo S überweisen.