PDF DOWNLOAD

Toyota möchte in Europa und vor allem Deutschland wieder kräftig Autos verkaufen, ist ja klar. Daher haben die Japaner offenbar beschlossen, es in puncto Design künftig etwas gediegener angehen zu lassen, um weniger verspielt zu wirken. Die Pläne werden gut umgesetzt, der neue RAV4 beispielsweise ist ein rundum gelungener Wurf. Das Auto wirkt sehr europäisch, glatt geschliffen und gefällig – so ist fein. Ein Blick auf die Abmessungen beweist zudem, dass der Toyota nicht nur erwachsen wirkt, sondern es auch ist mit seiner Außenlänge von 4,60 Metern. Damit ist er in der Länge nicht gewachsen zum Vorgänger, legt allerdings immerhin rund drei Zentimeter im Radstand zu, wovon die Fondpassagiere profitieren. So avanciert der Japaner zum veritablen Langstrecken-Instrument – und hier spielt auch das sanft abgestimmte Fahrwerk mit. Toyota hat bekanntermaßen nicht unbedingt den Drang, seine Produkte überzeichnet sportlich zu gestalten, sondern es handelt sich um solide und ehrliche Funktionsware, die mit Emotionalität aber keineswegs geizt.

Flottenmanagement hat den RAV4-Testwagen als Hybrid-Version angefragt, mit der schonmal ganz appetitliche Papierwerte verbunden sind. Satte 222 PS soll der komplexe Antriebsstrang aus zwei Elektromaschinen (88 KW/120 vorn und 40 kW/54 PS hinten) sowie einem 131 kW/178 PS starken Vierzylinder-Benziner mit 2,5 Litern Hubraum auf die Straße bringen, das ist beachtlich. Da wird die Redaktion natürlich neugierig – und ab geht es auf Probefahrt. Man hat beim Hybriden, der ja an der Ampel rein elektrisch loskriecht und in der City auch sonst häufig verbrennerlos fährt, immer ein ungutes Gefühl, bereits nach fünf oder sechs Kilometern das rechte Pedal durchzudrücken, weil man das Öl noch nicht betriebswarm wähnt. Aber nachdem die Wassertemperaturanzeige ausschlägt, bekommt der 1,8-Tonner moderat Zunder. Und ordentlich schieben die drei Maschinen mit vereinter Kraft, während man in einer Ansicht auf dem Display schön verfolgen kann, welche Räder mit Moment beaufschlagt werden. Jedenfalls nimmt man dem RAV die angegebenen 8,1 Sekunden bis 100 km/h ab, und was richtig begeistert, ist, wie spontan der Hybrid Gaspedalbefehle in Vortrieb umsetzt, hier zahlt sich Toyotas stufenloses, leistungsverzweigtes System aus.

Ach ja, auch beim Thema Infotainment haben die konservativen Japaner nachgelegt, so gibt es neben dem großen, schnell reagierenden Touchscreen in der Mittelkonsole auch eine ausladende Anzeigefläche im Kombiinstrument, während man auf die mechanischen Zeiger nicht verzichtet – so eine Mischung aus dem Klassischen und der Moderne hat schließlich etwas. Hinsichtlich seiner Funktionalität ist das Bedienerische jedenfalls ganz erfrischend. Ab netto 32.344 Euro startet der Hybrid-Allradler und bietet viel Sicherheit in Form von autonomer Notbremsung inklusive Fußgänger-Erkennung sowie LED-Scheinwerfern und Komfort in Form eines adaptiven Tempomaten. Darüber hinaus weilen zahlreiche Assistenten wie Rückfahrkamera, Spurhalte-Kontrolle, Parkpiepser und Verkehrszeichen-Erkennung an Bord. Das Navi kostet 747 Euro (netto) extra.