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Blinken nicht vergessen – sonst gefährden Sie sich und andere Verkehrsteilnehmer
Peter Insam

„No Sports“ – oder warum Blinkermuffel gefährlich leben

„No Sports“ ist wohl eines der berühmtesten Zitate und stammt von – richtig: Winston Churchill. Jedenfalls soll er dies einem Reporter geantwortet haben, nachdem ihn dieser nach dem Grund für sein recht hohes Alter, trotz Zigarren und Whisky, gefragt haben soll.

„No Sports“ scheint auch ein immer größer werdendes Problem in unserer Gesellschaft zu sein. Sind es nun die fußfaulen Supermarktgänger, die nicht nur Behindertenparkplätze belegen, sondern verstärkt so dicht wie möglich am Eingang in Halteverbotszonen parken oder eben die Zahl steigender Bewegungsmuffel, deren Sport sich auf „Power-Zapping“ an der TV-Fernbedienung oder das Endlos-Daddeln (ganz groß in Mode) am Smartphone beschränkt. Dabei warnen Ärzte immer wieder: Zu wenig Bewegung ist ungesund.

Wie hängt das nun mit den Autofahrern zusammen? Die Faulheit erlaubt es einer Vielzahl von Fahrzeuglenkern, nicht einmal den Zeige- und Mittelfinger der linken Hand vom Lenker abzuspreizen und den Blinker zu betätigen. Ist Ihnen mal aufgefallen, wie selten inzwischen geblinkt wird? Die Zahl der notorischen Blinkverweigerer ist erschreckend hoch. Gefühlt mehr als die Hälfte der Autofahrer blinkt nicht oder blinkt falsch. Glauben Sie nicht? Beobachten Sie mal genauer Abbiegespuren, Ausfahrten aus dem Kreisverkehr, abknickende Vorfahrtsstraßen (der Klassiker) und Autobahnausfahrten. Auf Autobahnen wird immer häufiger die Fahrspur gewechselt, ohne dass hier der Blinker betätigt wird.

Drei Situationen, von denen Ihnen mindestens eine bekannt sein dürfte: Situation eins: Sie befinden sich auf der mittleren oder linken Fahrspur und überholen gerade einen Lkw, als ganz plötzlich der dahinter noch mit großem Abstand fahrende Pkw völlig unvermittelt die Spur wechselt.

Situation zwei: Sie befinden sich auf der rechten von drei Spuren und möchten einen vorausfahrenden Lkw überholen. Die mittlere Spur ist frei. Nur ganz links nähert sich mit deutlichem Abstand ein Pkw. Sie setzen den Blinker und möchten die Spur nun wechseln, da zieht der Fahrer des Pkw von der linken auf die mittlere Spur … ohne zu blinken.

Dritte Situation (und die finde ich nicht minder ärgerlich): Sie möchten in den Kreisverkehr einfahren und sehen dort noch einen Verkehrsteilnehmer. Da er nicht blinkt, nehmen Sie an, dass er nicht Ihre Ausfahrt nimmt und weiterfährt. Also halten Sie an. Ohne zu blinken, fährt dann der andere Verkehrsteilnehmer aus dem Kreisverkehr. Folge: Sie haben unnötig anhalten müssen. Der Sinn eines Kreisverkehrs ist es eigentlich, den Verkehr etwas flüssiger zu gestalten. Das kann jedoch nur funktionieren, wenn Regeln eingehalten werden.

Alle drei Situationen haben eines gemein: Wer hier falsch reagiert oder keine Ausweichmöglichkeiten hat, der hat – mit Verlaub – die Gesäßkarte gezogen.

Was also gegen die Blinkverweigerer tun?
Strafen und Kontrollen drastisch erhöhen. Die Kontrolle ist einfach: Man stelle eine Polizeistreife an eine Ampelkreuzung mit Abbiegespur und halte die Kamera bereit. Leicht verdientes Geld! Warum die Strafen erhöhen? Leute werden immer erst dann vernünftig, wenn es an die schwer verdienten Euronen geht. Ganz davon abgesehen sind die Risiken, die diese Faulheit mit sich bringt, nicht unerheblich. Blicken wir aufs Autobahnszenario, werden Sie mir sicher zustimmen.

Übrigens: Trotz einer Vielzahl von erhältlichen Assistenzsystemen gibt es den Blinker-Assi noch nicht. Statt hier mal wieder Geld in irgendwelche Designspielereien zu stecken (sorry, Audi ist beim dynamischen Blinker nicht Pionier, auch wenn das in der Fachpresse immer wieder zu lesen ist; den gab es bereits im Ford Mustang in den USA lange vorher), wäre hier vielleicht mal eine sinnvollere Entwicklung angebracht. Hier wäre vielleicht ein kleiner Stromschlag mit „Hallo-wach-Effekt“ von Vorteil. Aber ernsthaft: Wir haben doch alle in der Fahrschule gelernt, dass bei JEDEM Spurwechsel geblinkt werden muss und der Blinker bis zum Ende des Abbiegevorgangs eingeschaltet sein sollte. Also nicht kurz antippen und das wars. Statt sich immer mehr ablenken zu lassen, sollten wir uns zu 100 Prozent auf das konzentrieren, was man als Autofahrer eigentlich schon beim Führerscheinerwerb gelernt hat: Na aufs Autofahren!

Abschließend noch ein Hinweis zum „No Sports“-Zitat und dessen Schöpfer: Churchill war keineswegs unsportlich. In jungen Jahren war er Fechter, Schütze, Polospieler und darüber hinaus bis ins hohe Alter aktiver Reiter …

 

AUTOR

Peter Insam ist seit nunmehr 27 Jahren im Einkauf für Betriebsmittel und Investitionsgüter unterwegs, von denen er seit 25 Jahren die Geschicke verschiedener nationaler und internationaler Fuhrparks gelenkt hat. Seit etwas mehr als einem Jahr ist er als Head of Corporate Procurement und zwischenzeitlich auch als Prokurist unter anderem für die knapp 700 Firmenfahrzeuge der Hays AG verantwortlich. Zuvor war er rund 10 Jahre für den Einkauf von Betriebsmitteln und Investitionsgütern für den Medizintechnik-Hersteller Maquet GmbH in Rastatt tätig. Hierzu gehörte auch die Leitung des Fuhrparks mit 350 Fahrzeugen am Standort Rastatt. Darüber hinaus sammelte er zahlreiche Erfahrungen im Rahmen von Auslandsaufenthalten in Frankreich und Australien.

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