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Unfälle passieren, sogar recht häufig, wie die Statistiken nachweisen können (S. 96 u. S. 98). Oft ist es eine Mischung aus menschlichem Fehlverhalten und äußeren Umständen, die zu einem Schaden am Firmenfahrzeug führen. Wenn man nur lange und oft genug unterwegs ist, wird es jeden treffen, das ist nun einmal Murphys Gesetz. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Der Mensch neigt dazu, mit eigenem Besitz anders umzugehen als mit fremdem. Das aktuellste Beispiel sind wohl die E-Scooter: In Verleihsystemen haben diese eine durchschnittliche Lebenszeit von nur 28 Tagen (US-Studie von Oversharing). Auch Miet- oder Carsharing-Fahrzeuge werden weniger pfleglich behandelt als Privatwagen, nicht umsonst müssen diese Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt als ehemalige Mietfahrzeuge gekennzeichnet werden. Warum sollte es bei Pool- oder Flottenfahrzeugen, die im Besitz des Arbeitgebers sind, also anders sein?

Tatsächlich ist der Umgang der dienstwagenberechtigten Mitarbeiter mit den Firmenwagen hin und wieder problematisch. Dies zeigt sich bei der Leasingrückgabe ebenso wie bei der Schadenquote. Die Folge daraus sind steigende Versicherungsprämien bei den Flotten. Einen guten Versicherer zu finden, ist daher nicht für jede Flotte einfach. Versicherungsmakler (S. 88) können dabei helfen, aus dem großen Angebot der Versicherungen (S. 84) die richtigen Anbieter und Produkte zu finden. Doch auch die besten Versicherungen arbeiten nun einmal nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip. Mit anderen Worten: Wenn das Versichern einer Flotte aufgrund einer hohen Schadenquote zu teuer geworden ist, dann bleibt dem Fuhrparkleiter oft nichts anderes übrig, als einen neuen Versicherer zu suchen. Es sei denn, er schafft es, die Schadenquote zu senken. Womit wir wieder beim Nutzerverhalten bei Nichteigentum wären. Schadenmanager sind in der Regel nicht nur die vermittelnde Instanz zwischen Fahrer und Flottenmanagement beziehungsweise Dienstleister, sondern auch eine Art Flottenoptimierer oder besser Riskmanager (S. 80). Sie geben detaillierte Reportings ab, können dabei helfen, die Schadenhäufigkeit zu reduzieren, und geben Tipps, wie die Schadenhöhe auf einem guten Durchschnittswert bleibt. Oft setzen die empfohlenen Maßnahmen direkt beim Fahrer an, beispielsweise durch Fahrertrainings, interne Rankings oder, besonders beliebt, durch eine Selbstbeteiligung. Damit wird das Wohlergehen des Dienstwagens ein Stück weit an den Geldbeutel des Fahrers geknüpft, mit dem Effekt, dass bei diesem ein größeres Verantwortungsbewusstsein entsteht.

Doch nicht alle Schäden am Dienstwagen lassen sich verhindern. Dagegen spricht, wie schon erwähnt, die simple Logik von Murphys Maxime, dass alles, was schiefgehen kann, irgendwann auch schiefgehen wird. Kleine Schäden wie Steinschläge in der Windschutzscheibe sind nicht zwangsweise auf die Fahrweise des Fahrers zurückzuführen und zählen trotzdem zur Schadenstatistik einer Flotte. Daher braucht ein Fuhrpark für den Fall der Fälle ein gutes Werkstattnetz (S. 90) und auch Smart Repair und Scheibenreparatur (S. 94) wird immer wichtiger. Das zeigen übereinstimmend alle Schadenstatistiken. Glasschäden sind die häufigsten Schadenarten bei den Teilkaskoschäden für Pkw (siehe Grafik). LeasePlan veröffentlichte kürzlich eine Studie, nach der 55 Prozent des Schadenaufwands in der Teilkaskoversicherung bei Leasingfahrzeugen Scheibenreparaturen waren. Wer hier auf ein gutes Dienstleisternetz zurückgreifen kann, vermindert Ausfallzeiten und erhöht somit die Produktivität des Unternehmens. Auch Gutachter sind wichtige Dienstleister im Flottenalltag (S. 78). Dies nicht einmal unbedingt nur bei akuten Schäden am Dienstwagen, auch bei Leasingrückgaben oder dem Remarketingprozess ist es von Vorteil, vertrauenswürdige Sachverständige an der Hand zu haben.

In Deutschland gliedern viele Flottenverwaltungen den Schadenbereich aufgrund der Komplexität aus und vertrauen auf den Sachverstand von professionellen Schadenmanagern. Dabei kann unterschieden werden zwischen Schadendienstleistungen von Leasinggesellschaften, die dabei ebenfalls häufig auf Spezialisten zurückgreifen, und spezialisierten Schadenmanagern. Beides hat seine Vor- und Nachteile, immer jedoch steht eines im Fokus: die Abgabe eines schwierigen Themas an einen Experten.