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Alles aus einer Hand, diesem Wahlspruch folgen viele Fuhrparkbetreiber auch bei der Absicherung der Fahrzeuge. Das Angebot der Leasinggeber in Bezug auf Versicherungslösungen der Industrie ist vielseitig und kann auf jeden Bedarf zugeschnitten werden. Die Kosten dafür machen etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten in der Flotte aus, ein Posten, der regelmäßig Optimierungspotenzial bietet. Viele Fuhrparks beziehen die Fahrzeugversicherung als Modul im Full-Service- Leasing. Dataforce analysierte jüngst in der Leasingsanalyse 2019 (siehe Seite 26), dass über 60 Prozent der über 1.200 Befragten diesen Service wählen. In Fuhrparks mit unter 50 Einheiten geschieht dies sogar noch häufiger, wie Boris Winter, Projektleiter Marktforschung bei der Dataforce Verlagsgesellschaft für Business Informationen mbH, bestätigt. Aufgrund unterschiedlichster Kundenanforderungen gibt es keine pauschale Versicherungslösung. Faktoren wie Schadenverlauf, Fuhrparkgröße und Internationalität bestimmen hier die Wahl des geeignetesten Produktes. Nach Ansicht eines Experten seien insbesondere Versicherungsalternativen häufig mit einem größeren Risiko behaftet und daher eher für Unternehmen mit einer überschaubaren Schadenhöhe und -quote geeignet. Für Kleinstflotten und Firmen, die gerade einen Fuhrpark aufbauen, könne ein Eigentragungsmodell in den ersten Jahren eine Alternative sein.

Neben den Angeboten der kooperierenden Versicherer haben einige Leasinggesellschaften eigene Eigentragungsmodelle aufgelegt: Gegen eine individuelle Gebühr befreit der Leasinggeber seine Kunden von der Haftung für Teil- und Vollkaskoschäden. Als Eigentümer der Fahrzeuge können die Leasinggesellschaften Lösungen generieren, die unter bestimmten Voraussetzungen eine günstige Alternative zu den klassischen Versicherungsmodellen Teilkasko oder Vollkasko darstellen. In jedem Fall sparen die Nutzer die 19 Prozent Versicherungssteuer, die auf alle Versicherungsprodukte auch für Gewerbekunden anfällt, denn die auf Dienstleistungen der Leasinggesellschaften anfallende Mehrwertsteuer ist wiederum abzugsfähig. Begleitet werden diese Modelle von einem umfassenden Risikomanagement, das heißt Analyse der Schadenverläufe, individuelle Lösungsansätze zur Schadenminimierung und die Optimierung des Versicherungsschutzes, beziehungsweise von einer gezielten Werkstattsteuerung, denn unterm Strich geht es darum, die Schadenquoten zu senken beziehungsweise die Kosten niedrig zu halten.

Produkte der Leasinganbieter
Die Alphabet Schadendeckung liefert einen umfangreichen Deckungsumfang, Serviceleistungen wie Risiko-Beratung und Schadenmanagement inklusive. Die Haftungsbefreiung beinhaltet Voll- und Teilschadendeckung mit unterschiedlichen Eigenbeteiligungsvarianten. Im Wesentlichen soll die Alphabet Schadendeckung eine Reduzierung der Schadenkosten erreichen, unter anderem durch Bonus-Malus-Vereinbarungen. Die Alphabet Schadendeckung Selekt bietet einen vergleichbaren Leistungsumfang, eignet sich aber insbesondere für kleinere Flotten und/ oder Gehaltsumwandlungsmodelle.

Ab einer Fuhrparkgröße von 100 Fahrzeugen empfiehlt die ARI Fleet Germany GmbH ihr Produkt ARI C(r)ash-Depot 19, mit dem sich aufgrund der ausreichend großen Risikostreuung signifikante Kostenvorteile gegenüber herkömmlichen Vollkaskoverträgen erzielen lassen. Das Kasko-Eigentragungsmodell hat die Besonderheit, dass Fuhrparkbetreiber entsprechend ihren tatsächlichen Schadenverläufen und nicht nach festen Prämientabellen, die Risiko- und Gewinnzuschläge enthalten, belastet werden. Aus einem kundenindividuellen Depot werden anfallende Schäden abgewickelt, die Abrechnungen erfolgen auf Istkosten-Basis, sodass gegebenenfalls Rückvergütungen beziehungsweise laufende Verbuchungen mit Planratenverträgen aktiver Kundenfahrzeuge möglich sind. Das Produkt kann von jedem Unternehmen im Rahmen eines ARI-Fuhrparkmanagements gebucht werden. Ist das Fahrzeug geleast, bedarf es der Zustimmung der Leasinggesellschaft. Bei einem ARI-FlexLease gibt es diese Bedingung nicht, denn das Fahrzeug ist beim Leasingnehmer bilanziert.

Mit dem Produkt CART deckt laut Arval den kompletten Bedarf von Fuhrparkverantwortlichen in Sachen Kaskoschutz und Risikomanagement ab. Das Servicemodell ergänzt die Versicherungsleistungen um Haftungsfreistellung sowie umfassende Leistungen im Schadenfall. Die GAP-Absicherung ist hierbei inbegriffen und es kann je nach Bedarf zwischen verschiedenen Eigenbeteiligungsvarianten gewählt werden. Für Gewerbekunden bietet die Lösung Arval Risikoschutz den gleichen Serviceumfang wie CART für die Flottenkunden.

Das Produkt der Athlon Germany GmbH nennt sich Haftungsprivileg. Hier zahlt der Flottenkunde einen individuellen Beitrag direkt an Athlon als Risikoträger. Im Falle eines Schadenereignisses fällt für den Flottenbetreiber lediglich der vereinbarte Eigenanteil an, der Abschluss einer Kaskoversicherung wird somit überflüssig. „Der Eigenanteil wird darüber hinaus bei der Berechnung der Schadenquote zu 100 Prozent berücksichtigt. Auf diese Weise können sich Flottenbetreiber nicht nur langwierige Regulierungsprozesse sparen, sondern im Vergleich zur traditionellen Kaskoversicherung auch ihre Kosten deutlich senken“, ergänzt Philipp Berg, Commercial Director bei der Athlon Germany GmbH. „Bei einem geleisteten Beitrag von 119 Euro und einer Schadenhöhe von 100 Euro liegt damit die Schadenquote bei 84 Prozent und damit 16 Prozent unter der Schadenquote der Kaskoversicherung.“ Einmal im Jahr  passt Athlon die Beiträge auf Basis der Schadenquote nach oben oder unten an, je nach Entwicklung der Schadenquote also auch zugunsten des Kunden.

Das Produkt Haftungstransfer wird von der LeasePlan Deutschland GmbH für Flotten mit mehr als 20 über LeasePlan geleasten Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen angeboten. Dabei werden Fuhrparkbetreiber im vergleichbaren Umfang einer Kaskoversicherung von der Haftung für Schäden freigestellt, GAP-Ausgleichs inbegriffen. Die Dienstleistung Schadenservice sowie ein kostenfreies Riskmanagement-Reporting sind inkludiert. In der Variante Haftungstransfer Plus werden darüber hinaus Schäden bei der Fahrzeugrückgabe nach Ende der Leasinglaufzeit abgesichert, die den Fahrzeugwert bis zu 2.000 Euro mindern – die maximale Summe beträgt etwa 95 Prozent aller Rückgabeschäden. Bei der Lösung „Kaskofonds“ zahlt der Fuhrparkbetreiber Beiträge in einen Fonds ein, aus dem im Schadenfall die Reparaturkosten beglichen werden. LeasePlan übernimmt die Abwicklung der Kaskoschäden, inbegriffen sind Schadenservice, Riskmanagement-Reporting und -Gespräche. Mit der erweiterten Dienstleistung Kaskofonds Plus können Fuhrparkbetreiber sich gegen diverse Spitzenrisiken absichern: Damit sich beispielsweise Schäden aus Naturereignissen nicht auf die Bilanz der Schadenkosten auswirken, können einzelne Schadenursachen abgedeckt werden oder es kann auch eine Gesamtschadensumme pro Jahr bestimmt werden, die bei Überschreitung abgesichert ist.

Den Hauptvorteil beim hauseigenen Produkt KaskoSchutz sieht Knut Krösche, Geschäftsführer der Volkswagen Leasing GmbH, in der Planungssicherheit: „Die Dienstleistungsrate bleibt während der gesamten Laufzeit des Leasingvertrages konstant, unabhängig von den Schadenfällen. Darüber hinaus bietet der KaskoSchutz den weiteren Vorteil der einfachen und klaren Kalkulation. Denn die Berechnung des Beitrags ist nur vom Fahrzeugtyp und von der Laufleistung abhängig. Dadurch kann der Händler dem Kunden sofort bei der Kalkulation des Leasingangebots eine Rate für den Schutz seiner Fahrzeuge nennen. Der Kunde spart sich somit das Zusammentragen versicherungsrelevanter Informationen wie Schadenquoten, Fahrzeugstruktur, Wert der Pkws sowie deren Einsatzzweck und dergleichen.“

Zuspruch
Viele Kunden wählen diese Art der Risikoabsicherung, weil sie so die oben erwähnten Kosten senken können. „Genauso spielt das Riskmanagement für unsere Kunden eine wichtige Rolle, um Schadenkosten dauerhaft transparent abzubilden und im Griff zu halten“, weiß Dieter Jacobs, Geschäftsleitung Fuhrparkmanagement bei LeasePlan. Auch bei Volkswagen Leasing liegen die Zugangszahlen für das Produkt KaskoSchutz im gewerblichen Leasing dieses Jahr über den Erwartungen. Kunden sehen das Zusammenspiel mit den weiteren attraktiven Mobilitätsdienstleistungen positiv. Speziell die Entlastung von administrativen Aufgaben im Schadenfall und die Möglichkeit, direkt im Handel Hilfe aus einer Hand zu bekommen, wird gern angenommen, nennt man als Begründung. Als konsequente Umsetzung des Transparenzprinzips betrachtet Majk Strika, Managing Director ARI Fleet Germany, das Eigentragungsprodukt: „Für unsere Kunden hat Kostentransparenz höchste Priorität, denn sie bildet die Basis für ein TCO-orientiertes Management, bei jedem unserer Produkte und Dienstleistungen werden die Aufwendungen offengelegt und auf Ist-Basis abgerechnet.“ Einsparpotenzial lässt sich so im Fuhrpark noch ausschöpfen, nicht nur mittelbar durch ein reduziertes Schadenrisiko, auch nachgewiesenermaßen durch weniger Schäden, durch weniger Verwaltungsaufwand und durch die abzugsfähige Umsatzsteuer auf die Dienstleistung.