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v. l. n. r.: Heiko Luft (EnBW/Netze BW), Norman Scheck (Netze BW) und Henning Schick (ARI Fleet)
Henning Schick: „Das Kapital, was durch den Fahrzeugkauf im Fuhrpark gebündelt wäre, wollen Leasingkunden lieber für ihr eigentliches Kerngeschäft nutzen“
Norman Scheck: „Für uns ist Fuhrpark ein Massenprodukt und wir brauchten einen Partner, mit dem man diese Massen skalieren kann“
Heiko Luft (EnBW/Netze BW), Henning Schick (ARI Fleet) und Norman Scheck (Netze BW) erläutern Steven Bohg (Flottenmanagement) im Gespräch, wie das flexible Leasingmodell der ARI Fleet in der Flotte des EnBW-Konzerns eingesetzt wird (v. r. n. l.)
Heiko Luft: „Man hat das Thema Fuhrpark damals an die Netze BW GmbH übergeben, da hier das Gros der Fahrzeuge zu finden ist. Jedoch erfolgt die Konzeption der gesamten Mobilitätsstruktur gemeinsam mit der EnBW AG“

Flexibilität ist Trumpf

Ein Leben ohne Elektrizität ist heutzutage kaum noch denkbar. Sei es im Berufsalltag, in der Freizeit oder bei der Mobilität – Elektrizität ist in vielen Formen anzutreffen. Doch damit eine Stromversorgung flächendeckend und ausfallfrei funktionieren kann, sind jeden Tag Hunderte Fahrzeuge von Energieversorgern wie der EnBW Energie Baden-Württemberg AG unterwegs. In diesen Flotten kostet jede Minute Stand-/Ausfallzeit bares Geld. Um diese Zeiten auch beim Fahrzeugwechsel gering zu halten und flexibel auf Marktsituationen reagieren zu können, entschied man sich bei der EnBW für das flexible Leasingmodell der ARI Fleet.

Rund 4.000 Objekte zählt die Flotte des EnBW-Konzerns, darunter auch der Teil der Netze BW GmbH, die als Verteilnetzbetreiberin innerhalb des EnBW-Konzerns auch das operative Management des Konzernfuhrparks innehat. Von Objekten kann man dabei zu Recht sprechen, da mit circa 500 Anhängern sowie 150 Spezialfahrzeugen wie Traktoren, Feuerwehrfahrzeugen und Krankenwagen der Fuhrpark nicht nur aus den typischen Flottenfahrzeugen besteht. Daneben lassen sich hier auch rund 600 User-Chooser- Fahrzeuge finden. „Insgesamt reicht das Spektrum vom smart bis zum 40-Tonner“, wie Norman Scheck, Fuhrparkmanager bei der Netze  BW GmbH, erklärt. Dabei weist nicht nur die Zusammenstellung der Flotte einige Besonderheiten auf, sondern auch die Strukturen für das Fuhrparkmanagement: So werden alle strategischen Entscheidungen rund um die Fahrzeuge innerhalb der EnBW AG getroffen. In der Konzernabteilung namens Mobilitätskonzepte wird im Zusammenspiel mit anderen Abteilungen die gesamte Mobilitätsstrategie entworfen – seien es die Dienstwagenrichtlinien, Ladeinfrastrukturthemen oder Produkte für die Mitarbeitermobilität. „Man hat das Thema Fuhrpark damals an die Netze BW GmbH übergeben, da hier das Gros der Fahrzeuge zu finden ist. Jedoch erfolgt die Konzeption der gesamten Mobilitätsstruktur gemeinsam mit der EnBW AG. Das Team rund um Norman Scheck kümmert sich hingegen um das operative Geschäft“, erläutert Heiko Luft, Leiter Mobilitätskonzepte, Fuhrpark & Dokumentenlogistik bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und Leiter Fuhrparkmanagement bei der Netze BW GmbH.

Lässt man die Spezialfahrzeuge einmal außen vor, handelt es sich bei der Flotte des Energieversorgers aus Baden-Württemberg um einen reinen Leasingfuhrpark, und das mit ordentlich Bewegung: „Wir beschaffen dieses Jahr allein 1.200 Fahrzeuge bis zum Fünftonner hoch und zusätzlich 70 Lkw größer 7,5 Tonnen. Für uns ist daher Fuhrpark ein Massenprodukt und wir brauchten einen Partner, mit dem man diese Massen skalieren kann. Wir bestellen beispielsweise die Fahrzeuge im Bereich Monteursfahrzeuge standardisiert. Hierbei werden die Fahrzeugparameter wie beispielsweise Modell, Allradantrieb sowie Branding zusammen mit einem Nutzerausschuss beschlossen“, gibt Norman Scheck zu verstehen. Dabei ist insbesondere die Verfügbarkeit der Fahrzeuge ein hohes Gut: Wenn in der 1.100 Einheiten umfassenden Transporterflotte ein Fahrzeug ausfällt, steht der Monteur in der Regel ohne Fahrzeug da, weil die Transporter neben speziellen Aufbauten auch über Spezialmessgeräte verfügen. Somit war es für den Energieversorger umso wichtiger, im Rahmen einer EU-Ausschreibung einen Leasinggeber zu finden, der die Ausfallzeiten auf ein Minimum reduziert; auch wenn diese beim Fahrzeugtausch unvermeidbar sind. Gleichzeitig sollte der neue Partner auch mehr Flexibilität innerhalb des Leasings bieten: „Wann ist der Tausch bei einem Fahrzeug mit einer Jahreslaufleistung von 8.000 Kilometern optimal? Sind es die üblichen fünf beziehungsweise fünfeinhalb Jahre im Transporterbereich oder können das auch acht Jahre sein?“, waren Fragen, die sich die Fuhrparkverantwortlichen der EnBW im Zuge der Ausschreibung stellten. Diese Flexibilität und auch das Verständnis dafür, wie ein Fahrzeug aussehen soll, damit es optimal in das Anforderungsprofil des Bereiches passt, konnte ARI Fleet bieten.

Für Henning Schick, European Sales Director bei ARI Fleet, war schnell klar, dass es bei der EnBW weniger um das operative Fuhrparkmanagement geht, sondern darum, einen verlässlichen Partner zu finden, der den Anforderungen an ein flexibles Leasingmodell nachkommt, aber auch über Know-how im Transporter-/Lkw-Bereich verfügt. „Sehr interessant war, dass dies bereits bei der EU-Ausschreibung berücksichtigt wurde, da wir eine andere Form des Leasings anbieten als die gängigen Leasinggesellschaften“, erinnert sich der European Sales Director von ARI Fleet. Obwohl die EnBW sich bereits im Vorfeld die gängigen Leasingfirmen angeschaut hat und bereits mit ARI Fleet erste Kontakte pflegte, war die Einzigartigkeit des Leasingmodells bei der Veröffentlichung der EU-Ausschreibung im Herbst 2017 so nicht bewusst: „Die ursprüngliche Intention bei der Ausschreibung war wieder, nur einen Leasinggeber zu nehmen, aber im Laufe der Ausschreibung fiel auf, dass man doch besser auf zwei setzen sollte“, erklärt Heiko Luft. „Viele Leasingfirmen fokussieren sich: So bietet Ihnen das Pkw-Geschäft jeder an. Aber wenn dann mal Lkw größer 7,5 Tonnen beschafft werden sollen, wird der Markt extrem überschaubar. Die 70 neuen Lkw in diesem Jahr werden auch über FlexLease von ARI finanziert. Denn in diesem Bereich gibt es wenige Marktbegleiter, insbesondere wenn man hier auch die Fachkompetenz und die partnerschaftliche Suche nach dem besten Produkt für den Einsatzzweck mit in die Suche einbezieht“, fügt Norman Scheck bezüglich der Anforderungen an den Leasinggeber hinzu.

Doch während überschüssige Fahrzeuge im Pkw-Bereich noch relativ einfach in anderen Abteilungen oder als Poolfahrzeuge weiter genutzt werden können, werden diese im Transporter-/Lkw-Bereich bei herkömmlichen Leasingverträgen zum Problem: „Wir sind stark vom Konzessionsgeschäft abhängig, das heißt, wenn wir eine Konzession dazu gewinnen, brauchen wir schnell Fahrzeuge. Wenn wir hingegen eine Konzession verlieren, bleiben die Fahrzeuge aus klassischen Leasingverträgen dagegen ungenutzt stehen. Im Vergleich zu Pkw können wir diese Fahrzeuge auch nicht einfach irgendwo anders unterbringen, wenngleich dies auch nur ein Kompromiss wäre“, erläutert der Leiter Mobilitätskonzepte, Fuhrpark & Dokumentenlogistik bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Eine solche Flexibilität würde sonst nur ein Kauffuhrpark bieten, jedoch stehen einer solchen Umstellung einige Argumente entgegen: So wurde beim Energiekonzern aus Baden-Württemberg mehrfach dieses Vorhaben geprüft, immer mit dem Ergebnis, dass es sich nicht rechnen würde. Auch Henning Schick kennt die Nachteile eines Kauffuhrparks: „Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass vor allem die Liquidität ein großes Hindernis beim Kauf von Fahrzeugen ist. Das Kapital, was dadurch im Fuhrpark gebündelt wäre, wollen Leasingkunden lieber für ihr eigentliches Kerngeschäft nutzen“, gibt der European Sales Director von ARI Fleet zu verstehen. Auch bei der EnBW stehen hohe Investitionen für den Ausbau der On- sowie Offshoreanlagen ins Haus, damit die Energiegewinnung in Zukunft regenerativ erfolgen kann. Durch die Leasinglösung von ARI Fleet ist es möglich, die Vorteile aus dem Leasing mit denen des Kaufes zu kombinieren: „Wenn man es einmal einfach ausdrücken möchte, könnte man unser Produkt als Kauf mit Fremdkapital bezeichnen. Durch die Vollamortisation in Form eines Tilgungsplanes, die Leasingraten, sind die Fahrzeuge beim Leasingnehmer bilanziert und damit sind alle Vorteile von Abschreibungsmodellen voll anwendbar“, erklärt Henning Schick.

Den aus Kauffuhrparks bekannten Vorteilen stehen im Falle von FlexLease zusätzlich auch die Möglichkeiten eines Leasingvertrages zur Verfügung: „Wir verstehen uns generell als Outsourcing- Partner, der Kunden dabei unterstützt, wenn sie sich auf ihr Kerngeschäft fokussieren und im Bereich Fuhrpark nur noch strategisch entscheiden wollen. Dafür bieten wir ein modular aufgebautes Serviceportfolio an, das von der Einsteuerung und Beratungsleistungen über Services innerhalb der Fahrzeugnutzung beim Kunden bis zum Remarketing reicht. Dabei ist entscheidend, dass wir keine Mindestleistungen vorschreiben. Gleichzeitig ist trotz des Portfolios von über 30 Dienstleistungen eine offene Abrechnung möglich“, erläutert Henning Schick. Bei der EnBW kommt neben dem Leasingangebot FlexLease auch der Wartungs- und Verschleiß-Service zum Einsatz: „Für uns war bei der Entscheidung für ARI Fleet auch ein wichtiger Punkt, dass wir unsere Rahmenvertragspartner seitens der Händler und auch unsere drei eigenen Werkstätten mit in die Vereinbarung aufnehmen können. Letztere haben sich stark auf den Fahrzeugwechsel fokussiert und verfeinern daneben den einen oder anderen Ausbau der Fahrzeuge. Dadurch ist es uns möglich, Ausfallzeiten nochmals zu reduzieren, die zustande kommen könnten, wenn es beispielsweise zu Verzögerungen in der Werkstatt kommt“, gibt Norman Scheck zu verstehen.

Die Optimierung von Abläufen ist bei allen Prozessen das A und O. So erfolgt die Bestellung von Fahrzeugen im User-Chooser-Bereich über einen Online-Konfigurator, in dem die Car-Policy hinterlegt ist. Der Nutzfahrzeugbereich hat hingegen ganz andere Anforderungen, denen die EnBW mit ihrem Know-how begegnet: „Wir haben gemeinsam mit den unterschiedlichen Abteilungen einen Konzernstandard entwickelt, wodurch sich auf Grundlage von Nutzerrollen rund 75 bis 80 Prozent in diesem Bereich standardisiert abwickeln lassen. Der Bedarf, welcher im Team von Norman Scheck von zwei Mitarbeitern erfasst wird, löst in der Folge eine Bestellung zum einen bei unseren Händlern und zum anderen ein Angebot zur Finanzierung dieser Bestellung bei ARI Fleet aus“, erläutert Heiko Luft. „Es werden meistens größere Stückzahlen auf einmal bestellt. Dafür gibt es dann ein Angebot, welches wir gemeinsam mit der EnBW hinsichtlich der Parameter noch einmal durchgehen. Aufgrund der Standardisierung lassen sich die Prozesse für die Bestellung wiederum sehr schlank darstellen“, ergänzt Henning Schick und führt weiter aus: „Das Schöne an FlexLease ist, jederzeit zu wissen, welche Restschuld aussteht, und gleichzeitig den Tilgungsplan aufgrund der fehlenden Vorfinanzierungsentschädigung ganz individuell zu gestalten. Da es immer auf null getilgt wird, kann der Kunde theoretisch das Fahrzeug am zweiten Tag aussteuern, wobei bis dahin auch die Restschuld beglichen werden muss.“

In der Vergangenheit musste man sich bei der EnBW auch Gedanken über die Mehr- oder Minderkilometer machen, die sich über den Fahrzeugnutzungszeitraum durch ein geändertes Anforderungsprofil oder die Zusammenlegung von Gebieten nur schwer prognostizieren ließen. Durch das flexible Leasingkonzept fallen diese Vertragsanpassungen nun im operativen Geschäft weg. Die Daten sind dennoch verfügbar, wodurch sich bei Bedarf auch Kilometerreportings erstellen lassen. Gleichzeitig sind aber auch andere Einsatzzwecke denkbar: „Im Endeffekt nutzen wir diese Informationen dann eher zum Managen – beispielsweise um herauszufinden, wann der ideale Zeitpunkt zum Aussteuern der Fahrzeuge ist. Gleichzeitig bietet uns das Leasing über ARI Fleet auch die nötige Transparenz: So steht im klassischen Leasing oftmals nur ein Betrag X und die Zusammensetzung der Rate wird nicht näher beschrieben. Dadurch ist es wenn überhaupt nur schwer möglich, Einsparpotenziale in den Kostenblöcken auszumachen. Durch das flexible Leasingkonzept können wir uns hingegen ähnlich wie bei einer Total-Cost-of-Ownership-Betrachtung für das wirtschaftlich effizientere Produkt entscheiden“, erklärt Norman Scheck und fügt hinzu: „In der Vergangenheit war mit der Lieferung der Fahrzeuge auch ein fester Endzeitpunkt für den klassischen Leasingvertrag vordefiniert. Somit gab es auch geringen Spielraum, um die Aussteuerungszeitpunkte flexibel an die Marktsituation anzupassen.“ Diese Zusatzleistung ist bereits bei ARI Fleet in Planung: „Wir verfügen heute bereits über ein eigenes Remarketingangebot, in dem sich auch die jahrelang gepflegten Partnerschaften mit Händlern des Kunden abbilden lassen. Aber genau für den von Herrn Scheck angesprochenen Anwendungsfall wollen wir ein innovatives Produkt in Kürze vorstellen, welches gleichermaßen für Kauffuhrparks geeignet ist. Dabei analysieren wir die zur Verfügung stehenden Daten des Kunden und vergleichen diese mit der Marktsituation. In welchen Abständen eine solche Analyse erfolgen soll, kann mit dem Kunden flexibel entschieden werden“, gibt Henning Schick bezüglich einer möglichen Ausweitung der Zusammenarbeit zu verstehen. Daneben möchte der Energiekonzern aus Baden-Württemberg in Zukunft auch die Elektrifizierung des eigenen Fuhrparks ausweiten: „Von uns sind beispielsweise im Innenstadtbereich von Stuttgart Fahrzeuge unterwegs, deren Laufleistung unter 10.000 Kilometer ist. Hier sind wir im Moment dabei zu überprüfen, inwieweit Elektromobilität aufgrund des Nutzerprofils infrage kommt“, erläutert Heiko Luft als Ausblick für eine mögliche weitere Kooperation.

 

ARI FLEET
Die ARI Fleet ist die Tochter des US-amerikanischen Marktführers im Fuhrparkmanagement und Leasing. Die Firmenphilosophie der Gründerfamilie – abgerechnet wird nur das, was tatsächlich anfällt – war und ist im Markt der Closed-End- Full-Service-Verträge keine Selbstverständlichkeit. Das OpenFlex-Prinzip, die 100-prozentige Transparenz in Preis, die Minimierung der Prozesskosten und die Abrechnung auf Ist-Kosten-Basis, machte ARI Fleet zum erfolgreichsten familiengeführten Flottenmanager der Welt. In Deutschland arbeiten inzwischen 160 Mitarbeiter an den Standorten Stuttgart, Eschborn und Koblenz daran, die Mission zu erfüllen, den deutschen Kunden von dieser Firmenphilosophie profitieren zu lassen und ihren Fuhrpark so effizienter managen zu können.

 

NETZE BW GMBH
Als größtes Netzunternehmen für Strom, Gas und Wasser in Baden-Württemberg steht die Netze BW GmbH für eine sichere, zuverlässige, effiziente und kostengünstige Versorgung sowie kundennahen Netzservice. Das Unternehmen ist zugleich das Kompetenzzentrum für Netzmanagement im EnBW-Konzern. Mit einer umfangreichen Palette an Produkten und Dienstleistungen sowie dem breiten Erfahrungsschatz eines führenden Energieunternehmens unterstützt die Netze BW darüber hinaus Kommunen und Stadtwerke.

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