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Ab ins Auto und Startknopf drücken. Taste „D“ angetippt – es herrscht Stille. Ein paar Stellregler klacken, es surrt leise. Bremse lösen und Vollgas, tschuldigung, Fahrpedal durchdrücken. Schönen Gruß an die Nackenmuskeln, zwei E-Maschinen wuchten den I-Pace ohne Radschlupf geräuschlos auf 100 km/h – in 4,8 Sekunden. Bämm. Und er macht weiter, bis der Tacho 208 Sachen zeigt. Wieder bremsen und das gleiche Spielchen von vorn – die Mundwinkel zeigen: nach oben. Und wenn man den Strom aus regenerativer Quelle zapft, ist der I-Pace recht reuelos genießbar. Viele Verbraucher haben ja durchaus noch Hemmungen, ein Elektroauto zu kaufen, weil die Handhabe derzeit noch anders ist – aber Langstrecke geht schon auch. Dazu verfügt die Raubkatze über einen CCS-Ladeport, über den man unterwegs schon binnen dreißig Minuten wieder für ein paar hundert Kilometer Fahrt nachladen kann. Bei normaler Fahrweise muss der Brite unter durchschnittlichen Temperaturverhältnissen aber erst nach rund 400 Kilometern wieder an die Ladesäule.

Abgesehen von der brachialen Beschleunigung in jeder Lebenslage gibt sich der Sprintmeister recht konventionell. Ein Kombiinstrument, das aus TFT-Anzeigefläche besteht, kennt der Nutzer inzwischen auch aus anderen Jaguar-Modellen. Auffällig viele USB- und 12V-Anschlüsse lassen auf eine infotainmentaffine Zielgruppe schließen. Dass der vom Package clever gestaltete Stromer sehr passagierfreundlich ausfällt, lässt sich am großzügigen Radstand ablesen: 2,99 Meter bei einer Außenlänge von kompakten 4,68 Metern versprechen viel Platz vor allem auf den Fondsitzen. Grazil designte ergonomische Stühle verleihen dem Interieur Lounge-Charakter. Alltagstauglich ist der 4x4 jedenfalls, dessen beide Permanentmagnet-Maschinen die Ingenieure in die jeweiligen Achsen integriert haben. Fast 1.500 Liter Gepäck können an Bord – das ist für den Mittelklässler mehr als akzeptabel. Dass der I-Pace leer 2,2 Tonnen auf die Waage bringt, merkt man fahrdynamisch nicht, zumindest nicht im täglichen Betrieb, wo rasante Kurvenfahrten keine Rolle spielen.

Er kann dank 50:50-Gewichtsverteilung trotz hoher Masse schnell ums Eck, keine Frage. Und er kann komfortabel – das Abrollen selbst über gebeutelte Fahrbahndecken vollzieht sich geschmeidig, wenn man bedenkt, dass der Testwagen auf 22-Zoll-Rädern rollt. Ab netto 66.764 Euro gibt es die leise sprintende Katze mit Autonombrems- Funktion, Bluetooth-Freisprechanlage, LED-Scheinwerfern, Navigationssystem, Rückfahrkamera, Tempomat sowie Verkehrszeichen-Erkennung. Mit der netto 1.327 Euro kostenden Luftfederung kann man den I-Pace ein bisschen aufpeppen und ihm sogar Gelände-Eigenschaften verpassen, indem sich die Wattiefe vergrößert je nach Modus. Gegen 840 Euro netto verbessert sich der Sound an Bord, für Musikliebhaber durchaus interessant. Ein Assistenzpaket gibt es gegen 1.260 Euro (netto) – es beinhaltet vor allem einen aktiven Tempomat inklusive Stauassistent. Etwas mehr Infotainment geht natürlich immer – mit Digitalradio (294 Euro netto) und dem 504 Euro (netto) teuren Head-up-Display. Gegen 420 Euro netto lässt sich dann auch die Heckklappe elektrisch öffnen und schließen.