PDF DOWNLOAD

Der Föderalismus in Deutschland übernimmt eine stabilisierende und kontrollierende Funktion in der Demokratie der Bundesrepublik. Doch manchmal steht er positiven Entwicklungen im Wege. Beispiel: Förderung der Elektromobilität. Es gibt Förderprogramme von der Bundesregierung, den einzelnen Bundesländern und den Kommunen beziehungsweise deren Stadtwerke. Hier den Überblick zu bewahren, ist nicht ganz so einfach. Ob das der Grund ist, warum Deutschland im internationalen Vergleich bei der Elektromobilität hinter Ländern wie China, der Schweiz, den Niederlanden oder Norwegen weit abgeschlagen liegt, ist schwierig zu beantworten. Doch ein wenig Einheitlichkeit in Sachen Förderprogramme wäre sicher auch nicht hinderlich beim Umstieg auf saubere Mobilität. Klassenprimus Norwegen zeigt, wie es gehen kann. 2018 waren 49 Prozent (!) der neu zugelassenen Fahrzeuge bei den Skandinaviern mit einem Elektroantrieb ausgestattet. Das liegt vor allem daran, dass es schlicht günstiger ist, ein Elektroauto in Norwegen anzuschaffen, als das gleiche Modell mit einem Verbrennungsmotor. Beim Kauf eines Stromers entfallen in Norwegen die Mehrwertsteuer (25 Prozent) und die Kfz-Steuer. Außerdem muss abhängig vom Gewicht und vom CO2-Ausstoß bei einem Verbrenner nochmals eine Abgabe von bis zu 10.000 Euro bezahlt werden. Dem gegenüber steht in Deutschland der Umweltbonus von 2.000 Euro staatlichem Anteil für ein rein elektrisches Fahrzeug und 1.500 Euro für einen Plug-in-Hybrid. Die Hersteller schießen nochmals die gleiche Summe hinzu. Außerdem entfällt für zehn Jahre die Kfz-Steuer. Alles in allem bleibt damit der umweltfreundlichere Antrieb der teurere, getreu dem Motto: Umweltschutz muss man sich eben leisten können. Entsprechend wird der seit 2016 ausgegebene Umweltbonus als Flop angesehen. Dennoch ist eine Verlängerung des Bonus über den 30. Juni 2019 hinaus im Gespräch.

Das Bemühen der Bundesregierung ist da. So wird in einigen Förderprojekten nicht nur die Anschaffung von umweltfreundlicheren Fahrzeugen unterstützt, sondern auch der Aufbau von dringend benötigter Ladeinfrastruktur. Zudem dürfte die 0,5-Prozent-Besteuerung des geldwerten Vorteils bei elektrischen oder teilelektrischen Dienstwagen die Nachfrage ansteigen lassen. Die Niederlande gehen übrigens einen ähnlichen Weg. Auch hier gibt es Steuervergünstigungen für Dienstwagenfahrer und seit der Einführung sind die Absatzzahlen elektrischer Fahrzeuge in die Höhe gegangen. 2018 waren immerhin fünf Prozent der Neuzulassungen in unserem Nachbarland Stromer oder Plug-in-Hybride. Deutschland liegt derzeit bei einem Prozent Anteil für rein elektrische Fahrzeuge und 3,8 Prozent für Hybride (KBA).

Flotten, die mit dem Gedanken spielen, bei der Anschaffung von Elektroautos auf eine staatliche Förderung zurückzugreifen, sollten sich allerdings beeilen. Viele der Projekte laufen im nächsten Jahr bereits aus (siehe Tabelle rechts). Die kommunalen Förderungen und die Anreize von Stadtwerken für den Umstieg auf Elektromobilität sind nicht in der Tabelle aufgeführt, da sich diese hauptsächlich an Privatkunden orientieren. Wer hier gerne eine Übersicht haben möchte, wird beispielsweise auf www.adac.de fündig.