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Welche Reifengröße ist die richtige für den Dienstwagen?

Mehrdimensional

Die Größe spielt dann eben doch manchmal eine Rolle im Leben, vor allem wenn es um die neuen Sommerreifen für den Dienstwagen geht. Wenn allein die Optik kaufentscheidend wäre, könnte der Reifen vermutlich nicht groß genug sein. Steht der Kostenfaktor im Mittelpunkt, sind kleinere Reifen empfehlenswert. Und auch das Fahrzeug selbst bringt noch bautechnische Einschränkungen bei der Reifenwahl mit sich. Flottenmanagement hilft bei der Suche nach dem richtigen Reifen weiter ...

Wechselzeit Vermutlich wird jeder Pkw-Fahrer die Faustregel von O(ktober) bis O(stern) schon einmal gehört haben. Diese soll als Orientierung für den richtigen Wechselzeitpunkt der saisonalen Pkw-Reifen dienen, ist aber für diesen Zweck denkbar ungünstig. Denn Ostern kann zwischen dem 22. März und dem 25. April liegen. In diesem Jahr fällt Ostern auf den 21. April und ist damit reichlich spät. Ein Wechsel von Winter- auf Sommerreifen ist hier also höchstens etwas zu spät, aber auf keinen Fall sicherheitsgefährdend. Anders sieht dies etwa einen Monat vorher aus. Fiele Ostern nämlich auf den 22. März, wäre die Gefahr von winterlichen Straßenverhältnissen gar nicht so unwahrscheinlich und ein Wechsel auf die Sommerreifen gefährlich. Daher orientiert man sich am besten am Wetter und an der Empfehlung, lieber etwas später zu wechseln, als nachher überrascht zu werden. Früh dran sein sollte man höchstens bei der Terminabsprache mit seiner Werkstatt, denn erfahrungsgemäß kann es hier schon einmal zu Wartezeiten im Frühjahr kommen.

Der passende Reifen
Doch welche Reifen sollen es für die anstehende Sommersaison denn sein? Derzeit angesagt sind ja Pneus mit größerem Durchmesser, breiterer Lauffläche und schmaleren Seitenwänden. Nur welche Reifengröße passt überhaupt auf mein Fahrzeug? Um dies herauszufinden, gibt es zwei Wege: den Blick auf die Reifenbezeichnung an der Seitenwand des aktuellen Reifens oder in die Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein). Welche Reifengröße für das Fahrzeug freigegeben ist, geht aus den Eintragungen in den Zeilen 15.1 und 15.2 hervor. Eingetragen ist hier nur eine Größe beziehungsweise eine Größenkombination, wenn auf Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Reifendimensionen vorgesehen sind. Das heißt jedoch nicht, dass nicht auch andere Dimensionen in die Radkästen des Pkw passen. Die weiteren möglichen Reifengrößen stehen im sogenannten CoC-Dokument („Certification of Conformity“) unter den Ziffern „32. Bereifung der Räder:“ und/oder „50. Bemerkungen:“. Es empfiehlt sich, diese eingetragenen Reifengrößen unbedingt beim Reifenkauf zu beachten, andernfalls droht der Verlust der Betriebserlaubnis und des Versicherungsschutzes.

Dimension
Beispielsweise könnte am Reifen und in der Zulassungsbescheinigung eines aktuellen VW Golfs die Bezeichnung 205/55 R16 zu sehen sein. Wir haben diese, nach Verkaufszahlen, recht häufige Reifendimension für unsere Übersicht aktueller Sommerreifen ausgewählt. Die Kennzeichnung steht für eine Nennbreite des Reifens von 205 Millimetern, ein Nenn-Querschnittsverhältnis von 55 Prozent (Verhältnis der Querschnittshöhe zur Nennbreite, H/S) und den Felgendurchmesser. Dieser wird diagonal von Felgenrand zu Felgenrand ermittelt, das Maß wird meist in Zoll angegeben – in diesem Fall wären es 16 Zoll. Die Reifenkennzeichnung R, die vor der Angabe des Felgendurchmessers steht, bedeutet, dass es sich bei diesem Pneu um einen Radialreifen handelt. Wie in der Tabelle zu sehen ist, besteht die Reifendimension noch aus zwei weiteren Angaben: Nach der Angabe für den Felgendurchmesser (16 Zoll) folgen noch eine Ziffer und ein Buchstabe. Diese geben die maximale Tragfähigkeit pro Reifen (Zahl) und die maximal erlaubte Geschwindigkeit (Buchstabe) an. Am häufigsten findet sich in der Tabelle die Kombination 91V am Ende der Dimensionsangaben. Dies bedeutet, dass diese Pneus höchstens 615 Kilogramm pro Rad tragen können und für eine Höchstgeschwindigkeit von 240 Kilometern in der Stunde zugelassen sind. Insgesamt umfasst das Spektrum der aufgelisteten Reifen in der Dimension 205/55 R16 von einer Traglast zwischen 615 Kilogramm (91) und 670 Kilogramm (94) sowie einer Maximalgeschwindigkeit zwischen 210 km/h (H) und 270 km/h (W).

Erstausrüsterqualität
Immer mehr Reifenhersteller sind in den vergangenen Jahren dazu übergegangen, Reifenmodelle, die in der automobilen Erstausrüstung verbaut werden, für das Ersatzmarktgeschäft mit herstellerspezifischen Kennzeichnungen zu versehen. So findet sich in manchen Reifenbezeichnungen das Kürzel MO für Mercedes-Benz oder eine Sternmarkierung bei BMW. Die Automobilhersteller haben diese Reifen eigens auf ihren Modellen getestet und freigegeben. Außerdem empfehlen die Autobauer meist auch im Falle eines Reifenwechsels diese Pneus zu verwenden. Allerdings heißt dies für Kunden nicht, dass man dazu verpflichtet ist, Reifen mit dieser Sonderkennzeichnung zu erwerben. „Alle Angaben der Fahrzeughersteller, die sich auf die von ihnen getesteten, freigegebenen und entsprechend herstellerspezifisch gekennzeichneten Reifen beziehen, haben somit ‚lediglich‘ Empfehlungscharakter“, erläutert Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e. V. (BRV, Bonn), betont dabei aber ausdrücklich: „Niemand wird daran gehindert, den Empfehlungen der Fahrzeugproduzenten in Bezug auf die Reifen mit ihrem Herstellerkennzeichen Folge zu leisten. Im Gegenteil: Der Hinweis, dass diese in besonderer Weise auf das Fahrzeug abgestimmt sind, gehört zur Beratung im Reifenfachbetrieb dazu.“

Fast jede Regel kennt eine Ausnahme, so auch in diesem Fall. Fahrer sportlich-geländegängiger Fahrzeuge, wie sie derzeit ja besonders angesagt sind, könnten von dieser Ausnahme betroffen sein. Es gibt nämlich Fahrzeuge mit Allradantrieb (AWD, 4x4, 4WD), die mit unterschiedlichen Reifenkombinationen auf Vorder- und Hinterachse ausgestattet sind. Hierbei spricht der Fachmann von einer „achsweisen Mischbereifung“. Solche mischbereiften Fahrzeuge sind entweder ab Werk in dieser Art ausgestattet worden oder wurden später mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) auf entsprechende Kombinationen umgerüstet. Werden sie beim Reifenersatz auf Fabrikate umgerüstet, die vom Fahrzeug- oder Radhersteller in diesem Kontext nicht freigegeben sind, kann das zu Problemen führen.

Fazit
Keine Frage: Das Thema Reifen ist im Fuhrpark ein kostspieliges. Es lohnt daher, genauer hinzusehen. Dies gilt im Übrigen auch bei der Wahl der richtigen Reifendimension. Prinzipiell sind schmalere Reifen in der Anschaffung günstiger als breitere Pneus. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen, beispielsweise wenn die nächstkleinere Reifengröße eher eine Nischengröße darstellt. Daher muss man für jedes Fahrzeug prüfen, was die günstigere Lösung ist, und entsprechende Vorgaben beispielsweise in der Car-Policy festschreiben. Woran man auf keinen Fall sparen sollte, ist an der Qualität der Reifen, denn dies ginge auf Kosten der Sicherheit.

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