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"Flotte! Der Branchentreff" 2020
An der Elektromobilität führt in Zukunft wohl kein Weg dran vorbei
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In Zukunft elektrisch?

Die automobile Welt durchläuft dieser Tage gleich mehrere revolutionäre Umbrüche, sei es nun die Infragestellung des klassischen Autobesitzes durch Mietmodelle wie Carsharing und Abonnements oder die technische Weiterentwicklung hin zum autonomen Fahrzeug. Auch der Verbrennungsmotor, jahrzehntelang unangefochtene Antriebstechnik im Pkw, steht zur Disposition. Alle sprechen vom Elektromotor als dem Antrieb der Zukunft, doch noch setzt kaum eine Flotte flächendeckend auf die Stromer, oder doch? Wir vom Flottenmanagement wollten von Ihnen wissen, wie es in Zukunft weitergeht mit den alternativen und den konventionellen Antrieben.

Das Interesse der Flottenverantwortlichen am Thema alternative Antriebe ist groß, dies zeigte auch die rege Teilnahme an unserer aktuellen Onlineumfrage: Rund 350 Flottenmanager nahmen sich die Zeit, unsere Fragen bezüglich der alternativ angetriebenen Fahrzeuge in der Flotte zu beantworten. Unter den Teilnehmern waren vor allem Fuhrparkleiter größerer Unternehmensflotten. Insgesamt 56 Prozent der Teilnehmer verwalten einen großen Fuhrpark mit mehr als 100 Fahrzeugeinheiten. 28 Prozent sogar eine Flotte von mehr als 500 Fahrzeugen. Es scheint also, dass sich vor allem größere Unternehmen mit der Thematik der Umfrage auseinandersetzen. Doch daraus den Schluss zu ziehen, die E-Mobilität sei vor allem etwas für Großflotten, wäre falsch, es kommt vielmehr auf den Anwendungsfall an. So lohnt sich ein E-Antrieb bei einem Bäcker, der seine Brötchen im Ort ausfährt, genauso wie für einen Paketdienst mit mehreren Hundert Lieferwagen. Und überhaupt ist eine Teilnahme an einer Umfrage zum Thema alternative Antriebe ja nicht gleichbedeutend mit der Befürwortung dieser oder jener Technologie.

Der Bestand
Dies wird auch noch einmal deutlich mit Blick auf den aktuellen Bestand an E-Modellen in den Fuhrparks der Teilnehmer (Grafik 1). So haben mehr als die Hälfte (53 Prozent) der 350 Umfrageteilnehmer überhaupt keine E-Fahrzeuge in der Flotte. Das Thema polarisiert eben nach wie vor. Zumal sich über die Effekte einer lokal emissionsfreien Mobilität vortrefflich streiten lässt. Doch dazu später mehr. Immerhin 29 Prozent aller Flottenmanager, die an der Umfrage teilgenommen haben, gaben an, zwischen einem und fünf Fahrzeugen mit rein elektrischem Antrieb in der Flotte zu haben. 11 Prozent sogar mehr als 20 Fahrzeuge. Dennoch dürfte das E-Fahrzeug in den allermeisten Fällen eher zu den Exoten im Fahrzeugbestand zählen. Durchaus überraschend ist der Befund, dass sich die Anteile bei den Plugin- Hybriden gar nicht so deutlich von denen der E-Autos unterscheiden (Grafik 2). Dabei sollte man meinen, dass die größere Reichweite der Hybride auch zu einer größeren Akzeptanz unter den Flottennutzern führen würde. Doch auch hier findet sich in den Flotten, in denen sie überhaupt anzutreffen sind, nur eine geringe Stückzahl von ein bis fünf Fahrzeugen wieder. Zudem sind die Hybridfahrzeuge mit Stecker überhaupt nur bei 37 Prozent der Teilnehmer zu finden.

Doch was nicht ist, kann ja noch werden, lautet ein hoffnungsvolles Sprichwort. Ob dies auch auf die Entwicklung der Elektromobilität in den Flotten zutrifft, kann aber bezweifelt werden. Denn 40 Prozent gaben an, die Anschaffung von E-Fahrzeugen auch bislang gar nicht in Erwägung zu ziehen (Grafik 3). Die Skepsis gegenüber der neuen Technologie ist also nach wie vor groß. Die Unternehmen, die planen, ein oder mehrere E-Mobile in die Flotte aufzunehmen, wollen diese vor allem in der Poolfahrzeugflotte einsetzen (45 Prozent). Immerhin 26 Prozent planen die Öffnung der Car- Policy für Elektroautos im User-Chooser-Bereich. Das Spannende an der gesamten Umfrage ist, dass sie nur eine Momentaufnahme darstellt. Denn mit steigenden Reichweiten, schärferen Grenzwerten, mehr Modellen und günstigeren Preisen dürften sich diese Zahlen dramatisch verändern. Und die Entwicklung weist in diese Richtung.

Hindernisse
Bis dahin gibt es jedoch noch eine Menge Hürden zu nehmen. Dabei sind die Probleme, die den Flottenmanagern zufolge am drängendsten sind, vor allem in der fehlenden Ladeinfrastruktur und in der geringen Reichweite der Fahrzeuge zu suchen (Grafik 4). Vor allem die geringe Dichte des öffentlichen Ladenetzes scheint ein Haupthindernisgrund für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen oder auch Plug-in-Hybriden zu sein. Aber auch die Installation von Lademöglichkeiten am Unternehmensstandort sowie am Wohnort des Dienstwagenberechtigten stellt einen großer Hemmschuh dar. Immerhin planen bereits 57 Prozent der Teilnehmer den Aufbau einer eigenen Ladeinfrastruktur am Unternehmen (Grafik 5) und auch die Bundesregierung arbeitet verstärkt am Aufbau von Ladepunkten mit.

Doch nur mit der Infrastruktur ist es noch nicht getan, denn man muss den Strom auch beziehen können oder dürfen. Also mit anderen Worten: das richtige Kabel und eine passende Tankkarte dabeihaben. Gerade bei diesem Thema wird es in Deutschland unübersichtlich. Bislang können auch nur 37 Prozent der E-Autofahrer die Tankkosten über die Firmentankkarte abrechnen (Grafik 6). Doch Vorsicht: Allzu schwarz sollte man die Zukunft der alternativen Antriebe nicht malen. Schließlich sind auch die Umfragewerte, welche beispielsweise in Grafik vier visualisiert sind, zum Großteil durch die durchaus große Teilnehmerzahl an Skeptikern zustande gekommen, für die aus Flottensicht heraus eine Anschaffung von E-Autos einfach keinen Sinn macht.

Meinung
Auch wenn Fahrzeugreichweite und Ladeinfrastruktur sicherlich die brennendsten Themen bei der Elektromobilität im gewerblichen Umfeld sind, gaben immerhin fast 60 Prozent an, dass sie die Kosten der strombetriebenen Fahrzeuge für zu hoch halten. Wenn man sich im internationalen Vergleich die Länder anschaut, in denen die Elektromobilität auf größere Akzeptanz stößt, dann liegt der dortige Erfolg der Stromer auch immer im niedrigen Preis begründet. Staaten wie Norwegen oder China senken die Anschaffungskosten durch staatliche Subventionen. In Deutschland versucht man zumindest den Firmenwagenfahrer zum Umstieg auf die Elektromobilität zu bewegen, indem man die pauschale Besteuerung des geldwerten Vorteils von einem Prozent auf 0,5 Prozent herabgesetzt hat, sofern es sich um ein Elektrofahrzeug handelt. Ob dadurch jedoch die erhoffte Kehrtwende zumindest in der Unternehmensmobilität eintritt, bleibt abzuwarten. Auch die Umfrageteilnehmer sind, was die Wirkung dieser Gesetzesänderung betrifft, geteilter Meinung. 54 Prozent glauben, dass die geringe Pauschalversteuerung einen positiven Effekt im Sinne der Elektromobilität haben wird (Grafik 7).

Im Übrigen herrscht unter den Umfrageteilnehmern relative Einigkeit über die Wirksamkeit von Elektroautos in Sachen Klimabilanz. 77 Prozent der Flottenmanager teilen die Meinung, dass ein Elektrofahrzeug in der Gesamtbilanz, welche Herstellung und Betrieb miteinbezieht, nicht umweltfreundlicher ist als herkömmliche Verbrennungsmotoren (Grafik 8). Auch assoziieren nur etwa vier Prozent der Umfrageteilnehmer mit Elektromobilität den Begriff „umweltfreundlich“ und niemand glaubt, dass diese Antriebsform in etwa 20 Jahren den Verbrenner vollständig abgelöst haben wird (Grafik 9). Ein ernüchterndes Ergebnis für alle, die mit dem Elektroauto die Welt retten wollten. Doch natürlich heißt das nicht, dass wir den Umstieg vom Verbrenner auf das E-Auto dann gleich ganz sein lassen könnten. Schließlich ist ein E-Fahrzeug lokal emissionsfrei, wartungsärmer und gerade im Stadtverkehr sehr praktisch. Die gleichen Attribute lassen sich auf eine andere, in Deutschland etwas vernachlässigte Antriebstechnologie beziehen: den Brennstoffzellenantrieb. Ein Antrieb, der vor allem von asiatischen Herstellern derzeit verstärkt weiterentwickelt wird. Bei diesem Antrieb herrscht die fast einhellige Meinung, dass er eine feste Rolle im künftigen Antriebsmix auf deutschen Straßen bilden wird (Grafik 10). Es wird daraus ersichtlich, dass fast niemand davon ausgeht, mittelfristig mit nur einer Antriebsart unterwegs zu sein. Im Gegenteil: Zukünftig dürfte die Pluralität von Antriebskonzepten eher zunehmen.

Fazit
Die Frage nach alternativen Antrieben in der Unternehmensmobilität ist eine mit vielen möglichen Antworten. Letztlich hängt der Erfolg von neuen Antrieben von dem Anwendungsprofil, der Unternehmenskultur und anderen individuellen Faktoren ab. Die 350 Teilnehmer dieser Umfrage ließen sich anhand der Antworten klar in zwei Lager aufteilen: die begeisterten Befürworter und die Skeptiker. Vermutlich spiegelt dies jedoch auch ziemlich genau die derzeitige Realität in Deutschland wider.

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