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Hätten Sie’s gewusst?

Eigentlich kennen wir uns alle gut aus im Straßenverkehr. 90 Prozent der Autofahrer geben in Umfragen regelmäßig an, dass sie sich selbst zu den zehn Prozent der besten Fahrzeuglenker zählen. Mathematisch ist das problematisch, außerdem ändern sich gelegentlich Verkehrsregelungen und die theoretische Prüfung ist ohnehin lange her. Die kleinen Gemeinheiten im Verkehrsrecht beleuchten wir regelmäßig in unserer Rubrik.

WIE ÜBERHOLT MAN AUF LANDSTRASSEN RICHTIG?
Das richtige Überholen ist eine Wissenschaft für sich und die vielen schweren Frontalzusammenstöße gerade beim Überholen auf Landstraßen mit vielen Verletzten und häufig sogar Toten sprechen eine Sprache für sich. Landstraßen sind nicht nur in Deutschland die gefährlichsten Straßen, sondern weltweit. Rund 60 Prozent (2017: 56 Prozent) der tödlichen Verkehrsunfälle in Deutschland ereignen sich auf Landstraßen. Dabei spielen gerade (riskante) Überholvorgänge eine wichtige Rolle.

Überholen spart viel weniger Zeit, als die Fahrer vermuten, ist aber deutlich riskanter. Selbst wenn dadurch zehn Prozent der Fahrzeit eingespart würden, so sind dies bei einer Strecke von 20 Kilometern nur 1,5 Minuten. Unfälle bei Überholvorgängen führen zudem laut ADAC in 40 Prozent der Fälle zu lebensbedrohlichen Verletzungen, das ist mehr als bei jeder anderen Unfallart. Die StVO widmet sich in § 5 „Überholen“ dieser Thematik in einer, sagen wir, sehr unverbindlichen Art. So wird in Absatz 2 geregelt: „Überholen darf nur, wer übersehen kann, dass während des ganzen Überholvorgangs jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist. Überholen darf ferner nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende fährt.“ Das lässt viel Spielraum für mögliche Auslegungen und Interpretationen.

Es gehen hier im Wesentlichen zwei Parameter in die Betrachtung ein: die einsehbare Strecke sowie die Überholgeschwindigkeit (gleich Geschwindigkeitsdifferenz). Für die Überholgeschwindigkeit wird häufig ein Richtwert von 20 km/h angegeben. Der ADAC rät sogar zu einer Differenz von 40 km/h beim Überholen eines Lkw (selbst 100 km/h, Lkw 60 km/h). Zudem rät er, eine Strecke von 700 Metern einsehen zu können, was rund 14 Leitpfosten am Straßenrand entspricht (je 50 Meter Abstand). Allerdings ist der letzte Hinweis recht unrealistisch, also vor dem Überholen bis 14 zu zählen. Dabei muss natürlich immer die Strecke mitberücksichtigt werden, die ein mögliches, noch nicht sichtbares Fahrzeug auf der Gegenspur während des Überholvorgangs zurücklegt. Dabei zählt die einzusehende Strecke eigentlich erst ab dem Punkt, an dem der Überholvorgang nicht mehr gefahrlos abgebrochen werden kann. Eine Kolonne darf aufgrund der nicht übersehbaren Einschermöglichkeiten bei einsetzendem Gegenverkehr nicht überholt werden. Auf jeden Fall darf der Gegenverkehr nicht einmal zum Abbremsen gezwungen werden.

 

WANN IST EIGENTLICH EIN SPURWECHSEL ERLAUBT?
Eine an sich fast triviale Frage, bei genauerem Hinsehen ergeben sich dann aber doch einige interessante Punkte. Auch hier entnimmt man der StVO in § 7 „Benutzung von Fahrstreifen durch Kraftfahrzeuge“ butterweiche Vorgaben. In Absatz 5 heißt es nämlich: „In allen Fällen darf ein Fahrstreifen nur gewechselt werden, wenn eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Jeder Fahrstreifenwechsel ist rechtzeitig und deutlich anzukündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen.“

Genaues Lesen dieses Absatzes lehrt einen, dass zwar die Gefährdung ausgeschlossen sein muss, nicht aber jede Behinderung, weil Spurwechsel sonst nicht möglich wären. Hier greift das Prinzip der Subsidiarität, also die Einigung auf der untersten Ebene, nämlich der der Verkehrsteilnehmer. Allerdings, und das wird leider allzu häufig missachtet, muss ausreichender Abstand zum nachfolgenden Verkehr beachtet werden. Eine der häufigsten Unarten auf den Autobahnen ist insbesondere der direkte Spurwechsel nach einem Überholvorgang, ohne Rücksicht auf den Überholten und seinen Sicherheitsabstand. Insbesondere hat derjenige auf einem durchgehenden Fahrstreifen Vorrang vor demjenigen, dessen Fahrstreifen endet. Der Reißverschluss lässt grüßen. Der Vorrangberechtigte muss aber natürlich bei Kollisionsgefahr zurückziehen, was ja häufig genug passiert. Kommt es zu einem (Auffahr-)Unfall, so spricht in jedem Falle der Beweis des ersten Anscheins gegen den Fahrstreifenwechsler.

Interessant wird es dann noch mal beim Spurwechsel auf die mittlere Spur auf einer dreispurigen Autobahn. Für viele Fahrer eine Situation mit besonderer Anspannung, da gleichzeitig zwei Spuren vor dem Wechsel in Augenschein genommen werden müssen. Da ist dann beim simultanen Wechselwunsch von der linken und der rechten Spur auf die Mittelspur die Rede, dass sich die beiden verständigen sollten. Wie immer das auch funktionieren soll. Interessant ist auch, dass derjenige, der die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h überschreitet, bei einem Unfall durch fehlerhaften Spurwechsel eines anderen zu 20 Prozent haftet, falls bei Einhaltung der Richtgeschwindigkeit dieser Unfall hätte vermieden werden können.

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