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"Flotte! Der Branchentreff" 2020
Seit 2017 ist die Firmenzentrale in Monheim am Rhein ansässig, (v. l. n. r.) Michael Hohn, Thomas Schmidt (beide Imperial), Claudia Dresen, Jan Hille (beide Oxea)
Jan Hille: „Wir geben unseren Mitarbeitern die eigenen Verbrauchszahlen mit auf den Weg und legen auch die Bestwerte innerhalb unserer Flotte daneben. So kann der Einzelne sein Verhalten besser einschätzen“
Michael Hohn: „Stammdaten sind das Allerheiligste in der Fuhrparkverwaltung. Vor allem auch, um CO2-mindernde Maßnahmen erfolgreich zu installieren, sind genau diese Zahlen unerlässlich“
(v. l. n. r.) Bernd Franke (Flottenmanagement), Michael Hohn (Imperial), Jan Hille (Oxea), Thomas Schmidt (Imperial), Thorsten Ostermann, Claudia Dresen (beide Oxea) und Sebastian Heuft (Flottenmanagement)
Thomas Schmidt: „Eine kurzfristige Umstellung eines Fuhrparks weg von fossilen Energieträgern hin zu alternativen Antrieben ist nicht ohne Weiteres möglich“
Claudia Dresen: „Nachhaltigkeit war zwar in der Dienstwagenrichtlinie verankert, aber erst mit der Verbrauchsanalyse wurde das Ganze real“

Die Chemie stimmt!

Seit 2013 verlässt sich das internationale Chemieunternehmen Oxea bei der Verwaltung des deutschen Pkw-Fuhrparks auf die Dienstleistungen von Imperial Fleet Management. Dabei begleitet der Dienstleister die Oxea GmbH auch auf dem Weg zu einem klimaneutralen Fuhrpark. Flottenmanagement war zu Gast in der Firmenzentrale des Experten für Oxo-Intermediates und -Derivate in Monheim am Rhein und hat sich das Projekt aus Sicht der Verantwortlichen schildern lassen.

Nachhaltigkeit ist mehr als nur eine Modeerscheinung der westlichen Welt, mittlerweile ist daraus ein globaler Megatrend geworden. Davon in hohem Maße betroffen sind die Unternehmensflotten in Deutschland. So auch die Flotte der Oxea GmbH. Genau genommen unterhält die Chemiefirma zwei Flotten: einen Werksfuhrpark mit Gabelstaplern und kleinen Lkw und eine Flotte für Führungskräfte und Außendienstmitarbeiter. Die Fahrzeuge des Werksfuhrparks am Standort in Oberhausen werden gekauft und komplett intern verwaltet. Die Pkw-Flotte besteht aus etwa 60 Fahrzeugen, die alle geleast und von Imperial Fleet Management verwaltet werden und bald klimaneutral unterwegs sind.

Der Fuhrpark
2018 kam die Pkw-Flotte des Chemieunternehmens auf eine Fahrleistung von 1.672.179 Kilometern und einen Durchschnittsverbrauch von 6,1 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Trotz dieser beachtlichen Fahrleistungen streben die Fuhrparkverantwortlichen einen klimaneutralen Fuhrpark an. Eine Herausforderung, die nicht von heute auf morgen zu stemmen ist, wie die Beteiligten zu berichten wissen. Interessanterweise wird zum Erreichen des Ziels weniger Wert auf Restriktion als auf Motivation der Mitarbeiter gelegt. Dies spiegelt sich auch in der offen gehaltenen Dienstwagenrichtlinie wider. „Wir machen unseren Dienstwagenberechtigten nur wenige Vorgaben. Marke und Modell können die Fahrer in der Regel selbst bestimmen, sofern es sich nicht um Pick-ups, Sportwagen, Cabrios, Camper oder Ähnliches handelt“, berichtet Claudia Dresen, zuständig für den Einkauf bei der Oxea GmbH, in diesem Zusammenhang. Die Dienstwagenberechtigten tendieren dabei, obwohl sie freie Markenwahl haben, überwiegend zu Marken aus dem VW-Konzern. So stammen insgesamt 38 Fahrzeuge aus dem norddeutschen Konzern, vor allem Volkswagen und Audi seien hier gefragt. Ebenfalls beliebt bei den Dienstwagenberechtigten seien Modelle von BMW, die mit immerhin zehn Fahrzeugen in der Flotte derzeit vertreten sind. Unabhängig von der Marke werden die Dienstwagen für drei Jahre mit einer Laufleistung von 25.000 Kilometern pro Jahr geleast. Bei Fahrern mit einer größeren jährlichen Laufleistung wird ein entsprechend angepasster Vertrag unterschrieben. Es handelt sich in weiten Teilen um eine Motivationsflotte. Daher steht jedem die freie Fahrzeugwahl zur Verfügung. Unterschiedlich sind nur die Zuschüsse, die den Mitarbeitern je nach Gehaltsstufe gewährt werden. Möchte jemand ein besser ausgestattetes oder teureres Modell fahren, welches sein eigentliches Budget übersteigt, zahlt er dies aus eigener Tasche hinzu. Trotz dieser sehr weit gefassten Car-Policy unterscheidet sich die Flotte der Oxea GmbH hinsichtlich der Modell- und Markenwahl nicht wesentlich von anderen Motivationsflotten in Deutschland. Dies lasse sich zum Teil auf vernünftige Entscheidungen der Mitarbeiter zurückführen, wie Jan Hille, Executive Vice President Global Supply Chain bei der Oxea GmbH, berichtet. Doch reicht der Appell an die Vernunft auch aus, um einen klimaneutralen Fuhrpark zu betreiben?

Das Ziel
Der Spagat zwischen der Motivation des Mitarbeiters und dem Erreichen der eigenen Klimaziele ist eine Herausforderung. Unterstützung auf diesem schwierigen Weg bekommen die Verantwortlichen vom Team von Michael Hohn, Head of Fleet Management, einem Geschäftszweig des Logistikdienstleisters Imperial Logistics. Seit 2013 verwaltet der Flottenexperte aus Duisburg die Pkw-Flotte. Dabei übernimmt Imperial Fleet Management die komplette Verwaltung, vom Bestell- und Ausschreibungsprozess über die Fahrerdirektkommunikation, das Tankkartenmanagement, das Schadenmanagement, das Vertragsmanagement bis hin zur Führerscheinkontrolle – und das alles zur vollsten Zufriedenheit der Oxea GmbH. So berichtet Jan Hille: „Auch wenn wir regelmäßig alle unsere Verträge überprüfen, hat es bislang keinen Grund für uns gegeben, den Anbieter zu wechseln.“ Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass beide Unternehmen den schwierigen Weg in Sachen grüner Flotte gemeinsam gehen. Dabei wirft Thomas Schmidt, Senior Specialist Sustainability & Energy bei Imperial Logistics, gleich vorweg ein: „Eine kurzfristige Umstellung eines Fuhrparks weg von fossilen Energieträgern hin zu alternativen Antrieben ist nicht ohne Weiteres möglich.“

Der Weg
Prinzipiell gebe es zwei Wege hin zu einem klimaneutralen Fuhrpark, schildern die Verantwortlichen. Zum einen kann man auf Grundlage der CO2-Werte Kompensationsleistungen zahlen. Zum anderen kann der Fuhrpark an sich durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen zumindest lokal klimaneutral werden. Für den ersten Weg hat sich Oxea nun für das vergangene Jahr 2018 entschieden. Dazu war eine detaillierte Erfassung der Fahrleistungen notwendig. So wissen die Beteiligten heute, dass 2018 pro Fahrzeug 4,5 t CO2 angefallen sind. Dafür werden in diesem Jahr Klimazertifikate angekauft. Die Kompensationsleistungen können als weiterer Schritt zu einer Sensibilisierung des Unternehmens für den eigenen CO2-Fußabdruck dienen. Möglich ist dies jedoch nur, weil genaue Daten vorliegen. Für Michael Hohn, Head of Fleet Management bei Imperial Logistics, ist ein klimaneutraler Fuhrpark nur auf Grundlage von exakten Daten möglich: „Stammdaten sind das Allerheiligste in der Fuhrparkverwaltung. Vor allem auch, um CO2-mindernde Maßnahmen erfolgreich zu installieren, sind genau diese Zahlen unerlässlich.“

In den nächsten Jahren will Oxea aber auch den zweiten Weg weiter beschreiten. Dazu sind mehrere Schritte notwendig. Durch eine fortlaufende Modernisierung der Fahrzeugflotte soll sichergestellt werden, dass stets die aktuelle Motorenund damit eine aktuelle Abgastechnologie in Benutzung ist. Auch hier hat Oxea bereits einige Grundlagen für die Umsetzung dieses Vorhabens gelegt. So sind die ersten Ladesäulen bereits installiert und im Werksverkehr ist die Elektromobilität schon länger ein Thema. Darüber hinaus wird für Mitarbeiter, die sich für ein Elektrofahrzeug als Dienstwagen entscheiden, die Wallboxen für zu Hause bis zu einem bestimmten Betrag vom Unternehmen finanziert. Doch auch schon bei den Verbrennungsmotoren wird auf die Nachhaltigkeit geachtet. Schon vor einigen Jahren habe man eine CO2-Komponente in die Dienstwagenrichtlinie aufgenommen. Dazu wurde ein CO2-Standardwert für die Oxea-Flotte aufgestellt. Dieser lag bislang bei 135 g CO2 pro Kilometer. Wer ein Fahrzeug bestellte, das über diesem Wert lag, musste mehr dazuzahlen und wer mit seinem Dienstwagen darunter lag, bekam einen gewissen Betrag gutgeschrieben. „Dazu muss man wissen, dass prinzipiell alle Kosten in Bezug auf den Dienstwagen vom Unternehmen getragen werden und nur eine kleine Pauschale für die Privatnutzung vom Gehalt abgerechnet wird“, erklärt Hille. Diese Richtlinie sorgt allerdings auch dafür, dass die meisten Mitarbeiter einen Diesel wählen, da dieser einfach den besseren CO2-Wert liefert, berichten die Flottenverantwortlichen von Oxea. Außerdem werde man mit der Umstellung auf das WLTP-Verfahren bei dieser Regelung noch einige Anpassungen vornehmen. Zur Diskussion stehe auch, ob man nicht auch Stickoxide mit in die Bemessungsgrundlage aufnehmen sollte.

Neben den sauberen Motoren an sich ist auch die Sensibilisierung des Fahrers ein wichtiges Ziel. Dieser kann über ein moderates Fahrverhalten aktiv an der CO2-Reduzierung mitwirken. „Dabei geben wir unseren Mitarbeitern die eigenen Verbrauchszahlen mit auf den Weg und legen auch die Bestwerte innerhalb unserer Flotte daneben. So kann der Einzelne sein Verhalten besser einschätzen und entwickelt eventuell auch so etwas wie Ehrgeiz, besser zu werden, was den Verbrauch angeht“, berichtet Hille. Die Grundlage hierfür bilden die genauen Zahlen des Verbrauchsreportings von Imperial Fleet Management. Claudia Dresen ergänzt hierzu: „Wir haben jetzt auch zum ersten Mal die Möglichkeit, das für den Fahrer greifbar zu machen. Nachhaltigkeit war zwar in der Dienstwagenrichtlinie verankert, aber erst mit der Verbrauchsanalyse wurde das Ganze real.“

Eine der effektivsten Stellschrauben zur Vermeidung lokaler Emissionen ist sicherlich die Fahrtvermeidung. Auch hier arbeite man daran, das Thema in der Unternehmensphilosophie zu etablieren. Die technische Ausstattung der Räumlichkeiten, um Video- und Telefonkonferenzen abzuhalten, gehöre dabei genauso zum Konzept wie flexiblere Arbeitszeiten und Homeoffice-Tage. Zudem belohne man die Dienstreise mit der Bahn mit einem Ticket der ersten Klasse. Aber wie auch schon bei der Dienstwagenrichtlinie seien die Reiserichtlinien wenig restriktiv, sondern appellieren vielmehr an die Verantwortlichkeit des Mitarbeiters.

Fazit
Letztlich muss man dem Thema klimaneutraler Fuhrpark Zeit geben, das zeigen auch die Erfahrungen der Oxea GmbH. Denn wenn die Reichweiten der Elektrofahrzeuge ansteigen und gleichzeitig die Kosten heruntergehen, wird sicher die Nachfrage seitens der Dienstwagennutzer steigen. Auch ein grünes Bewusstsein lässt sich innerhalb der Belegschaft nicht per Knopfdruck schaffen. Dennoch ist es richtig, sich der Klimaverantwortung als Unternehmen bewusst zu sein und die Unternehmensflotte unter diesen Aspekten auf den Prüfstand zu stellen. So testet Imperial Fleet Management gerade eine App, die – mit entsprechender Hardware in den Fahrzeugen – eine Buchung von Poolfahrzeugen via Smartphone ermöglicht. „Im Prinzip funktioniert dies wie Carsharing im eigenen Unternehmen. Wir testen dies derzeit auch im eigenen Unternehmen, um die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen des Ganzen analysieren zu können“, erläutert Hohn. Egal welchen Weg man letztlich geht, wichtig ist in jedem Falle, dass man einen Kooperationspartner an seiner Seite hat, mit dem die Chemie stimmt und der die Daten und das Know-how liefern kann, die notwendig sind, um seine Ziele zu erreichen.

 

OXEA
Oxea ist ein weltweiter Hersteller von Oxo- Intermediaten und Oxo-Derivaten wie Alkohole, Polyole, Carbonsäuren, Spezialester und Amine. Diese werden zur Herstellung von hochwertigen Beschichtungen, Schmierstoffen, kosmetischen und pharmazeutischen Produkten, Aroma- und Duftstoffen, Druckfarben sowie Kunststoffen verwendet. Oxea beschäftigt weltweit mehr als 1.400 Mitarbeiter. Oxea ist ein Teil der Oman Oil Company S.A.O.C. (OOC), einem Unternehmen, das vollständig der Regierung von Oman gehört. Es wurde 1996 gegründet, um in den in- und ausländischen Energiesektor zu investieren. OOC ist ein wichtiger Bestandteil der Bestrebungen des Sultanats, die Wirtschaft von Oman zu diversifizieren und ausländische Investitionen zu fördern. Weitere Informationen über Oxea sind auf www.oxea-chemicals.com verfügbar.

 

IMPERIAL FLEET MANAGEMENT
Imperial Fleet Management mit Sitz in Duisburg ist ein kompetenter und leistungsstarker Dienstleister, wenn es um die Verwaltung von Dienstwagenflotten geht. Ob als Teilleistung oder im kompletten Paket, als individuelle Serviceleistung oder als ganzheitliche Analyse, bei Imperial erhalten Sie die Leistungen für Ihre Flotte, die Sie benötigen. Wir zeigen Kosten und Einsparpotenziale für Ihren Fuhrpark auf, haben die Restwerte im Blick, optimieren kontinuierlich Prozesse und Abläufe und halten Sie über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden. Auf dieser Basis entwickeln und implementieren wir ein individuelles Konzept und verhelfen Ihnen zum Erfolg.

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