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Krzysztof Kuros über Telematik in Deutschland

„Unsere Kernkompetenz ist der Mittelstand“

Interview mit Krzysztof Kuros (Director of Sales Germany & Poland Verizon Connect)

Flottenmanagement: Herr Kuros, Sie verfügen über eine jahrelange, internationale Erfahrung – wie bewerten Sie den deutschen Markt für Telematiksysteme?

Krzysztof Kuros: Im europäischen Vergleich hat Deutschland Nachholbedarf. Der Markt ist außerdem von einem interessanten Gegensatz geprägt: Einerseits sind viele Firmen von einer kosten- und energiesparenden Nutzung ihres Fuhrparks weit entfernt, da moderne Telematiklösungen nicht eingesetzt werden; andererseits sind aber Management und Mitarbeiter/-innen eben dieser Telematik gegenüber sehr aufgeschlossen.

Flottenmanagement: Gilt das branchenübergreifend?

Krzysztof Kuros: Nein, Transporterflotten haben eine gewisse Vorreiterrolle, denn gerade bei Paket- und Express-Dienstleistern ist der Wettbewerbsdruck so groß, dass GPS-basierte Lösungen ein entscheidendes Instrument sind, um die Effizienz zu steigern. Doch in der allgemeinen Entwicklung laufen wir den Beneluxstaaten, Frankreich oder Polen hinterher. In Deutschland liegt die Marktdurchdringung bei Transporterflotten mit Telematiklösungen zwar bei 50 bis 60 Prozent, doch bei anderen Fuhrparks deutlich unter 20 Prozent.

Flottenmanagement: Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz?

Krzysztof Kuros: Das wollten wir in einer Umfrage unter 13.000 Fuhrparkmitarbeitern und -mitarbeiterinnen herausfinden. Dabei zeigte sich: Der Arbeitsalltag bei der Hälfte aller Befragten ist stark von Überstunden aufgrund zu hoher Auftragslage und zu geringer Kapazitäten (54,4 Prozent) geprägt. Und etwa die Hälfte der befragten Angestellten müssen Fahrtenbücher noch manuell anfertigen! Gleichzeitig beschreiben sich aber 39 Prozent der Befragten als „sehr aufgeschlossen“ gegenüber der Digitalisierung im GPS-Flottenmanagement. Im Klartext: Das Potenzial eines modernen Flottenmanagements wird erkannt, es wird aber nicht umgesetzt.

Flottenmanagement: Dann mangelt es vielleicht an Informationen oder der richtigen Herangehensweise bei der Implementierung?

Krzysztof Kuros: Wir machen die Erfahrung, dass für die Implementierung drei Faktoren entscheidend sind – insbesondere im Mittelstand: zunächst die transparente Information der Belegschaft – denn ein modern gemanagter Fuhrpark bedeutet für den Arbeitsalltag der Mitarbeiter/- innen im Idealfall auch weniger Überstunden und Stress, aber mehr Struktur und Effizienz.

Zweitens eine nutzerfreundliche, zuverlässige und auch mobil (per App) nutzbare Software mit einfacher Installation. Und drittens die daraus resultierende, eindeutige Effizienzsteigerung für den Fuhrpark. Seit einiger Zeit bewerten unsere Nutzer das Flottenmanagement verstärkt mit Blick darauf, ob es sie bei der Optimierung ihrer eigenen Kundenkommunikation, zum Beispiel bei der Annahme und Bestätigung von Aufträgen, wirksam unterstützt.

Flottenmanagement: Aber gerade Mittelständler befürchten, dass Installation und Nutzung kompliziert sind.

Krzysztof Kuros: Ja, deshalb ist unsere Software Verizon Connect REVEAL genau auf diese Zielgruppe zugeschnitten. Der Einbau dauert je nach Modell in der Regel eine Stunde und wird von uns durchgeführt. Das System gewährt eine einfache und intuitive Bedienbarkeit und erfolgt über jeden herkömmlichen Webbrowser. Der Flottenleiter wird von uns kostenlos per Onlineschulung in das System eingewiesen; es ist also sehr schnell einsetzbar.

Flottenmanagement: Wie ist das System aufgebaut?

Krzysztof Kuros: Im Zentrum steht ein Dashboard – hier werden alle wichtigen Flotteninformationen auf einen Blick gezeigt – mithilfe von übersichtlich gestalteten, interaktiven Karten, Diagrammen, Berichten und grafisch aufbereiteten Analysen. Sie dienen auch als Datengrundlage für Trends, Bewegungen oder sogar Benchmark-Vergleiche.

Aus diesen Daten lassen sich wichtige Kennzahlen ermitteln, die bei der Optimierung des Fahrverhaltens und der Verkehrssicherheit unterstützen können: Das System macht das Flottenmanagement einfacher, übersichtlicher und effizienter – es unterstützt die Betriebsführung mit zahlreichen nützlichen Tools, denn es überträgt die Leistungsdaten der Fahrzeuge in die tatsächlichen Betriebskosten.

Zu den individuell wählbaren Parametern gehören unter anderem Durchschnittsgeschwindigkeiten und -überschreitungen, Fahrweise sowie die Standzeiten und die Anzahl von Stopps. Aber auch Daten über die zurückgelegten Strecken, den Kraftstoffkauf und -verbrauch, die Fahrzeug- und Motoraktivität sowie Wartungskosten kann man leicht abrufen. Auch bei Fahrerwechseln behält das System den Überblick; so bestimmt es automatisch, welcher Fahrer gerade welches Fahrzeug benutzt, und verknüpft die Daten für einen kompletten Überblick.

Flottenmanagement: Welche Einsparpotenziale sind bei Nutzung von REVEAL realistisch?

Krzysztof Kuros: Zwei Beispiele von vielen: Die soild-transport UG, die Lieferungen für einen Paketdienstleister durchführt, konnte ihre Kraftstoffkosten um zehn Prozent senken, die Michael Fröhlich GmbH, ein Dienstleister für Rohr- und Kanalreinigung, reduzierte die Spritkosten um zwölf Prozent.

Flottenmanagement: Wie funktioniert das?

Krzysztof Kuros: In unserer Umfrage beantworteten immerhin 41,1 Prozent die Frage „Sind Sie sich des Spritverbrauchs bei Fahrten im Firmenfahrzeug bewusst?“ mit „Ja“. Dennoch wird oft aus guter Absicht falsch gefahren, so schalten viele Fahrer etwa bei einem kurzen Parken den Motor nicht ab, weil sie meinen, dies würde Sprit sparen. Das Gegenteil ist der Fall: Zehn Sekunden im Leerlauf kosten mehr Sprit als ein Neustart des Motors.

Eine Stunde Leerlaufstellung eines Fahrzeugs verschlingt rund 3,5 Liter Benzin. Das wären aktuell (bei Dieselkraftstoff) rund 4,55 Euro je Stunde (bei einem Dieselpreis von derzeit 1,30 Euro). Wenn Sie beispielsweise ein Liefer- und Botenunternehmen betreiben, ist eine Stunde Fahrzeugleerlauf je Fahrer realistisch. Bei einem Fuhrpark mit beispielsweise zehn Fahrzeugen sind dies jährlich schnell über 10.000 Euro. Und das beinhaltet nicht einmal andere Arten der Spritverschwendung. Das alles zeigt Ihnen das System auf.

Flottenmanagement: Wie teuer ist das System denn für die Kunden?

Krzysztof Kuros: Uns ist Transparenz wichtig, das heißt, wir rechnen nach einem Lizenzmodell ab, sodass es keine Anschaffungs-, sondern nur individuelle Nutzungskosten ohne versteckte Nebenkosten gibt. Übrigens geben wir auf die Hardware, die verdeckt unter dem Armaturenbrett eingebaut wird, über die gesamte Laufzeit des Vertrags eine Garantie.

Flottenmanagement: Welche Rolle spielt die Steuerung per App bei der Entscheidung für Ihr System oder andere Systeme?

Krzysztof Kuros: Der Markt erlebt gerade eine digitale Revolution, die vom Wettbewerbsdruck, aber auch den enormen Chancen der Digitalisierung lebt. Das ist vielen Unternehmen so nicht bewusst, weil sie sich zum Beispiel vor allem auf die IoT-Anpassung ihrer Produktion oder Dienstleistungen konzentrieren.

Dabei ist die Steuerung per App für jeden Fuhrpark zentral: Denn unsere Nutzer müssen für ihre Kunden rundum erreichbar sein, schnell, flexibel und effizient reagieren. Das geht nur mit einer App, die also zum Beispiel Warnmeldungen zum Fahrzeugstand, die Live-Ortung, den Fernzugriff auf die Fahrzeugdaten mit täglichen Analysen sowie Einblick in die Kostenstruktur ermöglicht. Unsere mobile Anwendung für Apple iOS und Android bietet daher fast alle Funktionalitäten der Desktop- Version.

Flottenmanagement: Firmen ohne eigenen Fuhrparkleiter werden dennoch Unterstützung brauchen ...

Krzysztof Kuros: Aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung weiß ich, wie wichtig Kundenservice ist. So bieten wir unseren Kunden im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern Service, Support und Wartung ohne Zusatzkosten für alle von der Garantie abgedeckten Maßnahmen. Ein zentrales Customer Support Team ist über eine technische Hotline jederzeit und schnell erreichbar. Und sollte eine der Ortungseinheiten ausfallen, wird diese durch Verizon Connect kostenlos ersetzt. Flottenmanagement: Ein Blick in die Zukunft – welche Ziele haben Sie für den deutschen Markt?

Krzysztof Kuros: Unsere Kunden profitieren von einer über 25-jährigen Expertise in Telematik, mobilen Personal- und Flottenmanagementlösungen. Unsere Zielgruppe sind zwar auch Flotten mit bis zu einigen Hundert Fahrzeugen, aber unsere Kernkompetenz liegt im Mittelstand. Diese Zielgruppe wollen wir mit REVEAL angehen – mit dem Anspruch von Verizon Connect, auch in Deutschland der führende Anbieter zu werden.

 

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