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„Wer im Geschäftsleben viel bewegt, erwartet auch von einer Großraumlimousine, dass sie besonderen Ansprüchen gerecht wird“, schreibt Volkswagen. So entschied sich beispielsweise Olaf Lies, aktueller niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Ende 2015 (damals war er noch niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) für einen VW T6 Multivan als Dienstfahrzeug. Dr. Eckhard Scholz, Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Nutzfahrzeuge, sagte dazu: „Wir freuen uns sehr, dass sich der Minister erneut für ein Fahrzeug von Volkswagen Nutzfahrzeuge entschieden hat. Der Multivan ist ein vielseitig einsetzbares Fahrzeug und für den Minister ein ideales rollendes Büro, das hervorragende Möglichkeiten bietet, auch zwischen den Terminen unterwegs effektiv zu arbeiten sowie Besprechungen mit Mitarbeitern zu führen. (...)“

Was zeichnet die kleinen Transporter besonders aus?
Scholz nennt einige Aspekte, die für einen Transporter sprechen: „Vielseitigkeit“ oder „rollendes Büro“ sind zwei davon. Gerade in den letzten Jahren ist der Markt für solche Gefährte deutlich gewachsen, ehemals reine Handwerker-Modelle sind inzwischen ebenfalls als Business- oder Familienvariante erhältlich. Auch Staatsmänner, wie der amtierende argentinische Präsident Mauricio Macri, sind auf den Geschmack gekommen. Der Südamerikaner nutzt seit geraumer Zeit einen Mercedes-Benz Vito als Dienstwagen.

Für ein solches Fahrzeug spricht: Es ist eine sehr gute, teils vielleicht sogar bessere Alternative zu einem Büro. Im großzügigen Fahrgastraum ist genügend Platz für Laptop, Getränke und Aktenordner. Die Hersteller achten zunehmend auf die Bedürfnisse in einem „rollenden Büro“. Neben einem drahtlosen Internetzugang und Fondtelefonie können bei einigen Anbietern auch die Sitze durch ein intelligentes Schienensystem entsprechend für Konferenzen oder Besprechungen angeordnet werden. Weitere Annehmlichkeiten wie Kühlfächer oder Ähnliches sind zudem in den Business-Varianten Standard.

„Vielseitigkeit“ war ein weiterer genannter Punkt. Am Wochenende lässt sich das ehemals als „Büro“ genutzte Fahrzeug schnell in ein familientaugliches Gefährt umwandeln, das sich besonders für Ausflüge anbietet, aber auch für alltägliche Dinge wie Einkäufe. Ebenfalls wird bei den Kleintransportern das Thema Sicherheit großgeschrieben. Bei den Modellen finden sich in der Basisvariante oder zumindest in günstigeren Ausstattungslinien schon Features wie ein Head-up-Display, ein automatischer Notbremsassistent oder ein Toter-Winkel-Assistent.

Die Tabelle zeigt: Nicht alle gelisteten Transporter gibt es mit spezieller Businessausstattung. Aber die Auswahl steigt zunehmend. Zudem bieten einige Unternehmen, wie beispielsweise der Fahrzeugeinrichter Sortimo, in Kooperation mit Autobauern Sonderpakete an.

Individualität und Luxus
Wem der Standard nicht genügt, der kann auch zwischen einigen Sonderausstattungen wählen. So hat Peugeot seit dem letzten Jahr die Variante „Business VIP“ in seinem Portfolio, die eine Stufe über der Businessvariante angesiedelt ist. 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Xenon-Scheinwerfer, eine stärker getönte Heckscheibe und extra getönte Scheiben in der zweiten und dritten Reihe sollen dem Gefährt den angemessenen Business-VIP-Look verleihen. Im Innenraum gehören zum „Lounge-Charakter“ Ledersitze und Ambientebeleuchtung. Mit Features wie Spracherkennung für das 3-D-Navigationssystem sowie Telefon- und Mediafunktionen bis hin zu individuellen Wetterberichten wartet der Traveller auch mit vielen Möglichkeiten der Vernetzung auf. Kostenpunkt für die günstigste VIP-Variante: knapp 39.000 Euro (netto).

Ein besonders spektakuläres Modell bietet der Daimler-Tuner Brabus. Das Unternehmen aus Bottrop stattet die Mercedes-Benz V-Klasse in zwei verschiedenen Varianten (Brabus Business Lounge und Brabus Conference Lounge) luxuriös aus. Neben einem eingebauten Kühlschrank und einem Barfach für Sekt und Wein gibt es auch eine Kapsel-Kaffeemaschine. Im Fond sind die beiden Businesssitze komplett elektrisch verstellbar und darüber hinaus beheiz-und belüftbar. Hinzu kommen elektrisch ein- und ausfahrbare Fußstützen sowie eine Klima- und eine Massagefunktion. Darüber hinaus lassen sich per Knopfdruck die Scheiben abdunkeln. Weitere Highlights sind ein komplettes Multimediasystem mit Cloudanbindung, über das plattformunabhängig Smartphones, Tablets oder Notebooks eingebunden werden können. Hinter dem Fahrer können wahlweise der verbaute 40 Zoll große Bildschirm oder eine Glastrennwand elektrisch ausgefahren oder versenkt werden. Auch das Äußere wurde etwas „aufgemöbelt“. Durch ein spezielles Aerodynamik- Kit samt Spoiler und 19-Zoll-Räder gibt die V-Klasse eine extravagante Figur ab. Auf Wunsch rüstet Brabus auch den Motor auf. Für den Erwerb des seit rund einem Jahr erhältliche Fahrzeugs benötigt man aber den ganz großen Geldbeutel: Rund 300.000 Euro (netto) müssen auf den Tisch gelegt werden.

Fazit
Vor allem für Politiker oder hochrangige Manager, die auch auf einen eigenen Chauffeur zurückgreifen können, bieten sich solche Fahrzeuge an. Aber auch für Dienstwagenberechtigte ohne eigenen Fahrer sind solche Modelle eine Überlegung wert. So kann zum Beispiel für Vertriebsmitarbeiter, die sehr viel unterwegs sind, ein Kleintransporter unter Umständen Sinn machen. Für spezielle Businessmodelle benötigt man allerdings das nötige Kleingeld. Im Hinterkopf sollte behalten werden, dass die meisten (Business-)Transporter nur mit Dieselantrieb verfügbar sind. Es dürfte jedoch nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Hersteller auch in diesem Segment eine breitere Range an Antrieben zur Auswahl stellen werden.