PDF DOWNLOAD

Zwar ist das große Jubiläum des Flottenmanagement- Kostenvergleichs noch ein paar Ausgaben entfernt, dennoch wollten wir die Kombination von neuem Jahr und dem kleinsten Flottensegment nutzen, um auch den Kostenvergleich einer Weiterentwicklung zu unterziehen. Doch was heißt das im Einzelnen? Künftig werden wir uns nur einer Getriebevariante widmen. Die hinzugewonnene freie Fläche werden wir in Zukunft dazu nutzen, um sowohl die technischen Daten mit segmentspezifischen Fakten zu erweitern als auch um die Ausstattung nach flottenrelevanten Details bewerten zu können. Nicht zuletzt haben wir in Kooperation mit Schwacke künftig auch die Restwerte der Modelle inkludiert.

Doch nun zum eigentlichen Kern des Kostenvergleichs: den Kleinstwagen. Zieht man für dieses Segment die Statistik des Kraftfahrt- Bundesamtes (KBA) zurate, dann findet man bei den Modellreihen der Minis (so die Segmentbezeichnung des KBA) ein eher kleines Segment vor, wenn man einen Anteil von 6,7 Prozent bei den Neuzulassungen im Zeitraum Januar bis Dezember 2017 betrachtet. Jedoch sind auch die Kleinstwagen in den letzten Jahren gewachsen: So verschwand beispielsweise der Ford KA aus dem Portfolio und fand mit dem KA+ einen Nachfolger, der im Vergleich zu der bis 2016 erhältlichen zweiten Generation um mindestens 27 Zentimeter in der Länge wuchs und nun auch standardmäßig über fünf Türen verfügt. Schon an diesem Beispiel zeigt sich, dass die Definition der Kleinstwagen keinesfalls einfach ist, aber sich auch das Segment im Ganzen verändert hat. Geht man dabei beispielsweise allein vom Wort aus, ist unter einem Kleinstwagen natürlich das kleinste Modell eines Herstellers zu verstehen. Dadurch trifft man bei den Minis auch auf eine Vielzahl von Elektrofahrzeugen, welche die Vorzüge ihres Antriebskonzepts vor allem in der geringen Größe und in der Stadt ausspielen können.

Für die Kleinstwagen in unserem Flottenmanagement-Kostenvergleich haben wir daher eine ganz eigene Definition genutzt: Die Kleinstwagen sind maximal vier Meter lang, was kürzer ist als typische Vertreter der Kleinwagen wie der Ford Fiesta, der Opel Corsa sowie der VW Polo und auch dem bereits angesprochenen Ford KA+ wie auch dem Nissan Micra eine Chance gibt, sich in ihrem angestammten Segment beweisen zu können. Daneben zählte bei der Modellauswahl auch die Konfiguration mit fünf Türen sowie einem Benzinmotor mit einer Leistung von 50 bis maximal 66 Kilowatt. Damit sind die Kleinsten auch im wahrsten Sinne des Wortes Cityflitzer und erreichen in der Spitze eine Höchstgeschwindigkeit von 180 Stundenkilometern (Mitsubishi Space Star 1.2 ClearTec). Unter Berücksichtigung unserer Vorgaben traten insgesamt 18 Modelle zum Kostenvergleich an, von denen jedoch aufgrund von Änderungen im Modelljahr 2018 oder bei der Ausstattungslinie gleich vier Modelle noch nicht in der Leasingkalkulation zur Verfügung standen. So fehlen in der endgültigen Fassung unseres Kostenvergleichs die Modelle des PSA-Konzerns – Citroën C1 PureTech 82, Opel Karl 1.0 ECOTEC und Peugeot 108 1.2 l PureTech 82 – sowie der Renault Twingo ENERGY TCe 90. Letztgenannter wäre mit einem Wendekreis von 8,6 Metern in der segmentspezifischen Wertung „Wendekreis in m“ der Wendigste unter den Kleinsten, musste diesen Spitzenplatz nun aufgrund der Nichtkalkulierbarkeit an den smart forfour 66 kW turbo mit einem um fünf Zentimeter größeren Wendekreis abgeben. Im Schnitt benötigen die Minis rund 9,58 Meter für eine komplette Wendung. Mit solchen Werten lassen sich die Cityflitzer auch bequem in enge Parklücken bugsieren, was sie zu idealen Begleitern für Dienstwagennutzer mit einem hohen Anteil von Fahrten im Stadtverkehr macht – beispielsweise Kurier-, Liefer- und Pflegedienstmitarbeiter/-innen.

Diese Definition einer typischen Kleinstwagen-Branche führte schließlich auch zur Begrenzung der jährlichen Laufleistung auf maximal 30.000 Kilometer sowie zu der Wahl des Benziners. Mit einem Verbrauch von 4,3 Litern Super auf 100 Kilometer im kombinierten NEFZ-Fahrzyklus lassen sich die Cityflitzer auch besonders sparsam in Städten und deren Umland bewegen. Der Suzuki Celerio 1.0 mit ECO+-Paket belegt hier mit einem kombinierten Verbrauch von 3,6 Litern auf 100 Kilometer den Spitzenplatz. Einen halben Liter mehr benötigen indes die Zweitplatzierten in dieser Wertung – Mitsubishi Space Star 1.2 Clear Tec, Seat Mii 1.0 Start&Stop, Škoda Citigo 1,0 MPI GreenTec, Toyota Aygo 1,0-l-VVT-i und Volkswagen up!. Sollten sich Toyota und Suzuki in ihrer Modellpolitik nur noch auf den Aygo beziehungsweise Celerio in der von uns gewählten Variante beschränken, würden sie schon heute die strengen CO2-Grenzwerte der EU für 2021 für alle neu zugelassenen Fahrzeuge eines Herstellers einhalten, diese liegen bei 95 Gramm Kohlenstoffdioxid je Kilometer. Im Schnitt emittieren die Kleinstwagen in unserem Kostenvergleich 99,25 Gramm Kohlenstoffdioxid je Kilometer.

Die Kombination von kleinem Verbrauch und einer Tankgröße von 35 Litern sichern dem Suzuki Celerio 1.0 mit ECO+-Paket auch in der Wertung „Reichweite in km“ einen Podiumsplatz. Die 972 Kilometer des Japaners werden nur noch von seinem Landsmann, dem Toyota Yaris 1,0-l-VVT-i, mit 977 Kilometern übertrumpft, dieser verfügt jedoch über einen 42 Liter fassenden Kraftstofftank. Im Durchschnitt kommt man mit einer Tankfüllung im Kleinstwagen rund 862 Kilometer, was der Strecke von Kiel nach München auf der A7 entspricht.

Obwohl sich in unserem Kostenvergleich Vertreter des kleinsten automobilen Segments untereinander messen, müssen sich die Kleinstwagen bei den Ladungsdaten keineswegs vor anderen Segmenten verstecken. So bietet der Nissan Micra mit 300 Liter Kofferraumvolumen unter der Hutablage einen um neun Liter größeren Kofferraum als der VW Golf TGI Blue- Motion in der Kompaktklasse. Auch die 1.100 Liter beim maximalen Laderaumvolumen – das heißt umgeklappte Rücksitzbank und bis zu den Vordersitzen beladen – des Suzuki Ignis 1.2 DUALJET HYBRID würden im Segment der Kleinwagen noch über dem Durchschnitt liegen; das Segment der Kleinwagen verfügt im Schnitt über ein maximales Laderaumvolumen von 1.026 Litern (Kostenvergleich Kleinwagen, Flottenmanagement 1/2016). Über alle Kleinstwagen-Modelle in unserem Kostenvergleich hinweg gesehen, lassen sich in den Cityflitzern rund 245 Liter unter der Hutablage verstauen beziehungsweise maximal 988 Liter bei umgeklappter Rücksitzbank befördern. Die maximale Zuladung in einem Kleinstwagen beträgt durchschnittlich 383,50 Kilogramm. Wer hingegen besonders schwere Ladung transportieren möchte, dem ist der Ford KA+ 1,2 l Ti-VCT zu empfehlen, denn dort lassen sich mit 475 Kilogramm Zuladung satte 91,5 Kilogramm mehr von Haustür zu Haustür befördern.

Wie schon eingangs erwähnt, hat sich auch das Segment der Kleinstwagen im Ganzen verändert. Dies zeigt sich auch in der Ausstattung: So gehören eine Klimaanlage, Hilfen beim Rückwärtsfahren sowie ein Rundum-Airbag- Schutz samt Front-, Kopf- und Seitenairbags längst zum guten Ton in diesem Segment und wurden daher von uns auch in die Mindestausstattung übernommen. Ausstattungsmerkmale wie ein aktiver Bremsassistent, ein fest verbautes Navigationssystem sowie ein Notrufsystem stellen zwar noch keine Notwendigkeit dar, besitzen aber für einen Dienstwagennutzer einen echten Mehrwert. Daher mussten wir dem Mitsubishi Space Star aufgrund der fehlenden Einparkhilfen – sowohl sensor- als auch kameragestützt – bei der Ausstattung einen Punkt abziehen. Hingegen bekommen der Ford KA+ 1,2 l Ti-VCT in der „Cool & Sound“-Variante für das E-Call-System, der Suzuki Ignis 1.2 DUALJET HYBRID als „Comfort+“-Line für das fest verbaute Navigationssystem sowie der Toyota Yaris 1,0-l-VVT-i in der Ausstattungslinie „Comfort“ für seinen aktiven Bremsassistenten jeweils einen Pluspunkt, da diese Ausstattungsmerkmale ohne weitere Kosten zur Verfügung stehen.

Unterm Strich setzt sich in unserem Kostenvergleich der Benzin-Kleinstwagen mit fünf Türen der Seat Mii 1.0 Start&Stop in der „Chic“-Ausstattung aufgrund der günstigen Leasingraten in Kombination mit einem niedrigen Kraftstoffverbrauch durch. Die einzige Negativwertung im Bereich „Wendekreis in m“ gleicht er mit den niedrigen Kosten für die „Dienstwagenrelevante Ausstattung“ sofort wieder aus. Hinter ihm reihen sich der Toyota Aygo 1,0-l-VVT-i in der „x-play“-Line auf Platz zwei und der Suzuki Celerio 1.0 mit ECO+-Paket in der „Club“-Edition als Drittplatzierter ein. Wer hingegen besonderen Wert auf den Restwert legt, sollte einen Blick auf den Kia Picanto 1.2 ISG als „Spirit“- Variante sowie den Ford KA+ 1,2 l Ti-VCT in der „Cool & Sound“-Line werfen, denn beide Modelle besitzen auch nach drei Jahren Laufzeit und einer Laufleistung von 10.000 Kilometer pro Jahr noch mehr als die Hälfte ihres Ursprungswerts – der Südkoreaner erreicht einen Restwert von 54,58 Prozent und der Kleinstwagen aus Köln immerhin noch 51,35 Prozent.

And the winner is … Seat Mii 1.0 Start&Stop

 

So haben wir gewertet

Der neue Flottenmanagement-Kostenvergleich setzt sich aus fünf Hauptkriterien – den Kosten über Laufzeit und -leistung, den technischen Daten, den flottenrelevanten Daten, der Ausstattung und den einmaligen Kosten beim Kauf – zusammen. Dabei erhalten die jeweils drei günstigsten Modelle eine grüne Markierung und die drei teuersten eine rote Markierung. Ebenfalls werden  ottenrelevante Fakten wie die Dichte des Servicenetzes sowie der Restwert in Prozent grün beziehungsweise rot markiert und dementsprechend bewertet. Die technischen Daten eines jeden Modells werden unter den Gesichtspunkten des Durchschnittsverbrauchs in l/100 km laut NEFZ-Fahrzyklus, des CO2-Ausstoßes in g/ km, der Reichweite in km sowie der Ladungsdaten – Kofferraumvolumen in l, max. Laderaumvolumen in l und Zuladung in kg – beurteilt und entweder mit Grün für die drei Bestwerte beziehungsweise Rot für die drei schlechtesten Werte gekennzeichnet. Zusätzlich erhalten segmentspezi sche technische Daten, wie beispielsweise der Wendekreis bei Kleinstwagen, eine entsprechende Grün-Rot-Bewertung.

Zusätzlich wird eine besonders lange Laufzeit der Fahrzeuggarantie mit einem Pluspunkt respektive einer grünen Markierung hervorgehoben. Abweichungen von der segmentspezi schen Mindestausstattung für einen Dienstwagen werden rot gekennzeichnet, wenn diese auch nicht gegen Aufpreis erhältlich sind. Eine grüne Kennzeichnung im Bereich Ausstattung kann aufgrund von inkludierter Mehrausstattung erzielt werden, wenn diese einen Mehrwert in puncto Sicherheit beziehungsweise Komfort für den Dienstwagennutzer darstellt.

Mindestausstattung für einen Dienstwagen aus dem Segment Kleinstwagen:
• Rundum-Airbag-Schutz für Fahrer und Beifahrer (Front-, Kopf- und Seitenairbags)
• Bluetooth-Freisprechanlage
• Einparkhilfe mit Sensoren beziehungsweise über die Rückfahrkamera
• Klimaanlage
• Nebelscheinwerfer
• Radio

Mehrwertausstattung im Segment Kleinstwagen:
• aktiver Bremsassistent
• fest verbautes Navigationssystem
• Notrufsystem/E-Call