PDF DOWNLOAD

Porsche bietet den Panamera jetzt auch als Kombi an. Na ja, größer als die Limousine ist er nicht, aber immerhin erlaubt er eine etwas andere Belade- Konfiguration. Und seine Stellung als exzellenter Langstrecken-Gleiter hat er sowieso inne – das gilt auch für den Sport Turismo. Interessant ist jedoch, dass er hier als Hybrid antritt – und zwar handelt es sich dabei um einen Antriebsstrang, mit dem der Zuffenhausener bis zu 51 Kilometer rein elektrisch unterwegs sein kann (der Akku wird an der Steckdose aufgeladen). Im Idealfall ist man also lokal emissionsfrei unterwegs. In der Stadt und sogar auf kürzeren, freien Abschnitten geht das recht gut, da man den Allradler mit einem behutsamen Gasfuß bis auf 140 km/h beschleunigen kann, ohne dass der Verbrenner anspringt – bei entsprechendem Batterie-Ladestand natürlich. Zugegeben, mehr Fahrspaß bereitet der 2,2-Tonner, wenn E-Maschine und Verbrenner mit vereinten Kräften an den Rädern zerren. Dann fallen insgesamt 462 PS über die Pneus her und reißen den Porsche binnen 4,6 Sekunden auf Landstraßen-Tempo.

Doch das reine Zahlenwerk gibt den Fahreindruck nicht unbedingt genau wieder. Denn der Panamera ist trotz strammer Werte eher Gleiter als Sportler. Die Lenkung – so präzise sie auch ist – geht leicht, in die Sitze mit den sportiven Wangen fällt man samtig, und das serienmäßig auf Luftbälgen liegende Chassis wiegt die Passagiere sanft – sind die Unebenheiten auch noch so grob. Auf einer Infografik kann der Fahrer beobachten, welcher Motor gerade für den Antrieb zuständig ist. Gute Nachrichten übrigens für Kunden aus schneereichen Gebieten: Beim Allrad handelt es sich um einen physischen 4x4 und keinen simulierten E-Vierrad-Antrieb – der ist einfach wirkungsvoller. Bei fast 500 Pferdchen unter der Motorhaube spürt man das Plus an Grip selbst bei Regen – beispielsweise dann, wenn man an der Ampel beherzt auf das rechte Pedal drückt. Schön ist, dass der Hybrid trotz Öko-Ausrichtung dennoch Motorenfans anspricht, wenn der heiser-kehlig klingende Sechszylinder willig gen Begrenzer dreht.

Und natürlich Fans ausgeklügelter Bediensysteme – dafür hat Porsche mit der Ausgestaltung des Panamera-Interieurs gesorgt. Hier verschmelzen architektonische Ästhetik mit hochkarätiger Technik. Zum Beispiel der Elektroniklotse: So langsam etabliert sich eine Form der Zieleingabe (insbesondere bei Sonderzielen), die nicht mehr klassischerweise Ort und Straße erfordert, sondern lediglich eine Stichworteingabe – gesucht wird online. Die Eingabe gelingt ziemlich bequem, weil der ausladende Touchscreen exakt innerhalb des Aktionsradius der Vorderpassagiere thront. Und wem das noch nicht genug Infotainment ist, darf den Blick auf das Kombiinstrument genießen, bei dem nur eine Skala noch physisch ist und über eine mechanische Anzeigenadel verfügt. Die beiden Segmente links und rechts neben dem traditionell mittig angeordneten Drehzahlmesser dienen als Multifunktionsanzeigen und geben die aktuell zulässige Höchstgeschwindigkeit ebenso aus wie die momentane Öltemperatur. Ab 94.180 Euro netto ist man dabei. Für eine vollumfängliche Fahrerassistenz sollten noch einmal rund 5.000 Euro extra eingeplant werden.