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Lange wurde um sie gestritten, jetzt ist sie da: Die finanzielle Förderung der Elektromobilität zugunsten des Endabnehmers. 4.000 Euro gibt es für den Kauf eines rein elektrisch betriebenen Fahrzeugs, 3.000 Euro für einen Plugin- Hybrid. Aber wir wären nicht in Deutschland, wenn das schon die ganzen Regeln wären. Ausgenommen sind nämlich Fahrzeuge, deren Listenpreis in der Basisversion 60.000 Euro überschreitet – beliebte Flottenfahrzeuge wie Porsche oder Tesla (mit Ausnahme des neuen Model X) sind also schon mal raus aus der Förderung. Auch muss der jeweilige Hersteller sich vorab verpflichten, die Hälfte des Zuschusses – durch Abzug vom Kaufpreis – zu übernehmen. Der dann eben nur hälftig vom Staat gezahlte Zuschuss muss separat beantragt werden und wird nur so lange gezahlt, bis das Budget von insgesamt einer Milliarde Euro aufgebraucht ist. Gefördert werden könnten rund 300.000 bis 400.000 Elektrofahrzeuge – das ist viel, angesichts der insgesamt 12.363 neu zugelassenen Elektroautos und 11.100 Plug-in-Hybride im letzten Jahr (davon 3.443 Elektrofahrzeuge und 2.900 Plug-in-Hybride im relevanten Flottenmarkt), zumal die Förderung nur bis maximal zum 30. Juni 2019 läuft.

Allerdings gibt es auch andere positive Signale in Richtung E-Mobilität: Denn gefördert wird aus dem Milliardenbudget auch die Ladeinfrastruktur mit rund 15.000 zusätzlichen Stromtankstellen, wovon mindestens 5.000 eine Schnellladefunktion besitzen sollen. Des Weiteren wird das Laden von Elektrofahrzeugen am Arbeitsplatz nun auch offiziell nicht mehr als geldwerter Vorteil angesehen – kontrolliert werden konnte das ja ohnehin kaum. Obendrein legt der Staat noch rückwirkend ab 1.1.2016 eine bis zu zehnjährige Steuerbefreiung für die Elektromobile drauf. In dem großen Themenkomplex der Mitarbeitermobilität (siehe unser Special ab Seite 66) ist die Elektromobilität schon angekommen. Unternehmen, die hier aktiv sind, stellen ihren Mitarbeitern E-Bikes auf Leasingbasis oder Carsharing, gerne auch mit Elektroautos, zur Verfügung.

Ob die Bundesregierung ihr Ziel von einer Million Elektrofahrzeuge bis 2020 erreichen wird, darf indes trotz der nun angelaufenen Förderung mehr als bezweifelt werden, zumindest solange das Reichweiten- und/oder Ladezeitproblem noch nicht gelöst ist. Und das trotz der zugegebenermaßen wirklich guten Fahreigenschaften der Elektro- und Hybridfahrzeuge.

Ralph Wuttke
Chefredakteur

P.S. Dieser Ausgabe des Flottenmanagements liegt exklusiv das Ford Business- Magazin bei, das unter anderem zeigt, mit wie viel Emotion die Marke Ford inzwischen aufgeladen ist. Das spiegelt sich offenbar auch in den Verkaufszahlen des ersten Tertials wider, wie den Marktzahlen ab Seite 40 zu entnehmen ist.