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Flottenmanagement: Herr Dittmar, seit etwas mehr als zwei Jahren sind Sie jetzt bei Hyundai tätig. Mit welchen Zielen haben Sie Ihre Position im Hinblick auf die Flotte angetreten, auf welche Erfolge können Sie seit Amtsantritt zurückblicken, wie hat sich der Bereich seitdem entwickelt?

Steffen Dittmar: Ziel war und ist es, das Geschäft mit Gewerbekunden weiter zu intensivieren und zu steigern und zum festen Bestandteil für den Erfolg von Hyundai in Deutschland zu machen. Dabei waren wir bereits sehr erfolgreich: Gemeinsam mit unseren Handelspartnern konnten wir den Absatz im relevanten Flottenmarkt seit 2013 um 50 Prozent steigern. Wichtig war es nicht nur, am Markt qualitativ zu arbeiten und zu wachsen, sondern auch unsere derzeit 70 spezialisierten Fleet Business Center weiterzuentwickeln. Unsere speziell geschulten Verkäufer in den Centern agieren mit den gewerblichen Kunden auf Augenhöhe. Der Auf- und Ausbau der Qualität bei unseren Partnern ist genauso wichtig wie die Entwicklung der Stückzahlen.

Flottenmanagement: Ein kleiner Rückblick: Das Jahr 2015 war mit drei neuen Modellen und sechs Facelifts ein sehr ereignisreiches für Hyundai. Wie zufrieden sind Sie mit dem vergangenen Jahr? Wie sind die Produktneuheiten, wie beispielsweise der Tucson, bei den gewerblichen Kunden angekommen? Gab oder gibt es Entwicklungen, mit denen Sie so nicht gerechnet hatten?

Steffen Dittmar: Das vergangene Jahr war eines der spannendsten in meiner Laufbahn im Flottenvertrieb. Viele neue Modelle, dazu mit dem Hyundai H350 die komplette Neueinführung eines Fahrzeugs in einem Segment, das von Hyundai bisher nicht besetzt wurde. Vor allem die Einführung unseres neuen Markenbotschafters Tucson, der seit seinem Marktstart im Sommer 2015 auf Anhieb unser Bestseller im Flottenbereich geworden ist, beweist, wie sich die Marke Hyundai und ihre Produkte in den vergangenen Jahren weiterentwickelt haben. Auch mit dem i20, der mit zahlreichen Design Awards ausgezeichnet wurde, sind wir erfolgreich unterwegs. Mit dem Hyundai ix35 Fuel Cell, dem ersten Serien- Wasserstofffahrzeug auf dem Markt, unterstreichen wir außerdem unsere Vorreiterrolle bei den alternativen Antrieben.

Unsere Verkaufszahlen für den deutschen Markt im Jahr 2015 belegen: Mit über 108.000 Zulassungen und einer Steigerung von 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sind wir auf einem erfolgreichen Weg. Im Flottenbereich sind wir im Vergleich zu 2014 sogar um 26 Prozent gewachsen. Das verdanken wir nicht zuletzt auch unseren engagierten Händlern.

Flottenmanagement: Ein Blick nach vorne: In diesem Jahr wird der Hyundai Ioniq in den Markt starten. Was können Sie uns bereits darüber verraten? Welche Zielgruppen möchten Sie mit dem Fahrzeug ansprechen?

Steffen Dittmar: Mit dem Ioniq starten wir im Sommer dieses Jahres und erweitern damit unser Angebot. Hyundai bietet somit alle wichtigen alternativen Antriebsarten und unterstreicht das Bestreben, bei den umweltfreundlichen Antrieben eine Vorreiterrolle einzunehmen. Wir haben mit dem Ioniq das erste Modell auf den Markt gebracht, das konsequent für drei alternative Antriebssysteme entwickelt wurde. Anfänglich kommt er als Benzinhybrid, es folgt im Herbst eine vollelektrische Variante und 2017 ziehen wir mit einem Plug-in-Hybrid nach. Beim Hybridmodell verbinden wir hohe Effizienz mit alltagstauglichen Fahreigenschaften. Es wurde großen Wert auf eine Leichtbauweise bei der Konstruktion der Plattform gelegt, zudem bietet das Fahrzeug einen tiefen Schwerpunkt, coupéhaftes Design, einen geringen Luftwiderstandsbeiwert und es ist mit allen Hyundai-Sicherheitsfeatures ausgestattet. Die Antriebseinheit besteht aus dem neu entwickelten 1.6-GDI-Benziner, dem Elektromotor mit einer Lithium-Polymer-Speichereinheit und dem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Der Benziner bietet eine Leistung von 105 PS/77 kW und ein Drehmoment von 147 Nm.

Der Elektromotor generiert 43,5 PS/32 kW und 170 Nm. Die Systemleistung des Ioniq liegt bei 141 PS/104 kW und einem maximalen Drehmoment von 265 Nm. Der Strom des Akkus wird aus einem Energierückgewinnungssystem erzeugt. Der Innenraum des Ioniq ist mit einem hochauflösenden, volldigitalen Kombiinstrument mit sieben Zoll großem Bildschirm im Fahrersichtfeld sowie einer Multimediaeinheit mit acht Zoll Durchmesser bestens ausgestattet. Das Infotainmentsystem unterstützt die Nutzung von zwei Konnektivitätssystemen: Apple CarPlay und Android Auto. Ein weiteres technisches Highlight ist die Möglichkeit, das Mobilfunktelefon induktiv nach dem Qi-Standard aufzuladen.

Sicherlich sind alle drei Antriebsarten für den gewerblichen Fuhrpark interessant. Hier gilt es, durch eine Bedarfs- und Nutzungsanalyse das richtige Angebot für den Kunden zu identifizieren. Das rein elektrische Modell eignet sich mehr für das urbane Umfeld, während wir mit dem Hybrid und Plug-in-Hybrid neben dem Taxi-Bereich durchaus auch Außendienstler ansprechen wollen.

Flottenmanagement: Welche Vor- und Nachteile hat der Status des Importeurs hier in Deutschland, vor allem im Hinblick auf das Flottengeschäft? Stoßen Sie auf Vorurteile? Inwiefern kann sich Hyundai von anderen Importmarken abheben?

Steffen Dittmar: Über 80 Prozent des Flottenmarktes wird von deutschen beziehungsweise Tochtermarken von deutschen Herstellern bedient. Bei einigen Großunternehmen gibt es Vorurteile gegenüber Importeuren oder Car-Policys, die deutsche Marken vorschreiben. Dieser Situation sind wir uns durchaus bewusst und konzentrieren uns auf die Flotten mit bis zu 50 Fahrzeugen, die rund zwei Drittel des Flottengeschäfts ausmachen. Hier konnten wir in der Vergangenheit mit unseren modernen Fahrzeugen und attraktiven Angeboten punkten. Insbesondere das Design der Hyundai-Modelllinie, seit 2013 Kaufgrund Nummer eins für unsere Kunden, in Verbindung mit attraktiven Preisen und Leasingangeboten und der 5-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung tragen zu unserem Erfolg bei. Darüber hinaus kommt unsere vereinfachte Angebotsstruktur bei vielen Kunden gut an.

Einen weiteren wichtigen Baustein für unseren Erfolg bildet das europäische Entwicklungszentrum in Rüsselsheim, mit dem wir uns zweifellos von anderen Importeuren abheben können. Unsere Designer und Techniker entwickeln hier Fahrzeuge, die genau auf die Bedürfnisse der deutschen und europäischen Kunden zugeschnitten sind. 95 Prozent der in Deutschland und Europa verkauften Fahrzeuge werden hier entwickelt und designt. Dazu zählen unter anderem der i30, der i40 und der neue Hyundai Tucson.

Flottenmanagement: Welche Rolle spielt Ihr neues Nutzfahrzeug H350? Wie kommt es bei den gewerblichen Kunden an und was sind hier die Vorzüge gegenüber der durchaus namhaften Konkurrenz?

Steffen Dittmar: Der im letzten Jahr gestartete Hyundai H350 hat eine sehr positive Resonanz bei unseren Kunden hervorgerufen und wir konnten schon die ersten Großkundengeschäfte generieren. Sein praktisches und gleichzeitig attraktives Design, der fahrerorientierte Arbeitsplatz auf Pkw-Niveau und die 3-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung sind hervorragende Verkaufsargumente. Er eignet sich außerdem ideal für Umbauten. Im Bereich der Ladungssicherungs- und Regalsysteme arbeiten wir mit dem Einrichter bott zusammen. Wir haben beim H350 zudem ein gutes Verhältnis zwischen Laderaumlänge und Gesamtlänge des Fahrzeugs, die sich positiv auf den Wendekreis auswirkt. Überdies werden alle Hyundai H350 serienmäßig mit der Stop/Start-Funktion ausgestattet. Das gestaltet die Vollkostenbetrachtung für den Kunden noch attraktiver. In diesem Jahr wird die Produktpalette des H350 mit einem Kipper-, Pritschenfahrzeug und einer Busvariante mit 14 Sitzen weiter ausgebaut.

Flottenmanagement: Welche Finanzierungsund Ausstattungspakete bieten Sie derzeit für die flottenrelevanten Hyundai-Modelle an? Gibt es spezielle Leasingangebote und Businesspakete? Und wie sieht es mit den Restwerten für Ihre Modelle aus?

Steffen Dittmar: Seit über drei Jahren bieten wir mit unserem Partner Hyundai Leasing attraktive Angebote für gewerbliche Kunden, die neben dem reinen Leasing auch mit Servicebausteinen wie Wartung/Service, Reifen, Versicherung oder Tankkarte kombiniert werden können. Ein attraktives Kundenbindungsmodell, das es uns ermöglicht hat, den Kundenbestand im letzten Jahr zu verdoppeln. Zudem planen wir, passende Angebote für Businessmodelle zu entwickeln.

Unsere Restwerte liegen auf einem hohen Niveau. So haben wir beispielsweise in der aktuellen Bewertung von EurotaxSchwacke mit dem ix20 das beste Modell seiner Klasse, das Facelift unseres SUV Santa Fe ist mit einem anderen Modell ebenfalls Klassenbester. Das ist gerade in Verbindung mit unserer fünfjährigen Garantie für Kauffuhrparks sehr interessant.

Flottenmanagement: Für Flottenkunden spielt neben den Modellen auch der Service eine entscheidende Rolle. Welche Dienstleistungen bieten Sie hier für den Fuhrparkleiter und wie werden Ihre Fleet Business Center von den gewerblichen Kunden angenommen?

Steffen Dittmar: Hyundai wächst kontinuierlich im Flottenbereich, weil wir qualitativ hochwertig und nachhaltig arbeiten. Die Qualität in der Betreuung von gewerblichen Kunden stellen wir mit unseren Fleet Business Centern sicher. Dort gibt es geschulte Mitarbeiter, die die Bedürfnisse des gewerblichen Kunden kennen und ein passendes Angebot erstellen. Sie kombinieren dies gegebenenfalls mit Leasingangeboten von Hyundai Leasing und kümmern sich um alle Belange des Kunden. Darüber hinaus werden flottentypische Vorführwagen vorgehalten und mit entsprechenden Werkstattöffnungszeiten die Serviceerwartungen der Kunden erfüllt.

Flottenmanagement: Wo liegen in diesem Jahr Ihre Schwerpunkte? Welche Ziele haben Sie sich mittel- und langfristig gesetzt; was wollen Sie mit und für Hyundai noch erreichen?

Steffen Dittmar: Wir wollen weiter ein großes Augenmerk auf die qualitative Entwicklung des Flottenverkaufs in der Hyundai-Organisation legen. Ein anderer Schwerpunkt liegt darauf, unseren SUV Santa Fe noch mehr in die Fuhrparks zu bringen. Er ist seit Kurzem mit einem leicht geänderten Außendesign, neuen Sicherheitsfeatures wie dem Abstandsradar und dem aktiven Tempomaten zu einem erschwinglichen Preis auf den Markt gekommen. Vergleichbare Modelle europäischer Hersteller sind deutlich teurer, das spiegelt sich dann natürlich auch in der Versteuerung wider.

Persönlich möchte ich mit Hyundai den erfolgreichen Weg der letzten zwei Jahre weitergehen. Wir konnten die Flottenzulassungen deutlich steigern und unsere Marke zum festen Bestandteil der Shoppingliste unserer Zielgruppen machen. Dieses Niveau wollen wir halten und weiter qualitativ wachsen.