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Besonders profitierten von dem Flottenwachstum im letzten Jahr die Importmarken, deren Wachstum mit 10,64 Prozent noch höher ausfiel als die 9,74 Prozent der deutschen Hersteller. Dennoch blieb der Marktanteil der deutschen Hersteller recht stabil bei rund 75 Prozent.

Aber der deutsche Flottenmarkt ist ja gewohnt konservativ, das sieht man auch daran, dass sich selbst die gekauften Fahrzeugmodelle kaum verändern. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass das jene Modelle sind, die eben genau auf die Anforderungen eines gewerblichen Fuhrparks zugeschnitten sind.

Dennoch: Bei den deutschen Marken änderte sich wieder einmal im generellen Absatzranking nichts: Volkswagen verkauft die meisten Fahrzeuge von allen, gefolgt von der Konzernschwester Audi. Auf Platz drei steht BMW vor Mercedes- Benz, dann folgen Ford, Opel, Porsche, Mini und Smart.

Etwas mehr Bewegung findet man bei den Importeuren: Zwar sind die Top-3-Importmarken Škoda, Renault und Seat fast schon in Stein gemeißelt, auf Platz vier aber konnte Hyundai vorfahren, und das von der Vorjahresposition sieben – ein echt großer Sprung. Auch Mazda stieg um einen Platz auf und tauschte seinen Platz mit Citroën. Ansonsten blieb das Markenranking auch bei den Importeuren wie im Vorjahr exakt gleich.

Deutsche Hersteller
Fast alle deutschen Hersteller konnten von dem Wachstumsmarkt profitieren und ihre Absatzzahlen erhöhen. Prozentual lag dabei Ford mit über 26 Prozent Volumenzuwachs in der Flotte vorn, gefolgt von Mini mit immerhin noch fast 21 Prozentpunkten (Tabelle 1). Aber auch Porsche, Mercedes-Benz und Volkswagen wuchsen weit schneller als der Gesamtmarkt, lagen also deutlich über den zehn Prozent Gesamtwachstum in der Flotte. Einen leichten Rückgang mussten nur BMW und Opel im letzten Jahr verzeichnen.

Der Flottenmarkt ist vor allem für Audi und BMW extrem wichtig; jeweils mehr als ein Drittel aller von diesen Marken verkauften Fahrzeuge geht in den Flottenmarkt, bei Audi sind es sogar über 38 Prozent. Ebenfalls knapp 30 Prozent aller Einheiten verkaufen auch Porsche, Volkswagen und Mercedes-Benz in die Fuhrparks. Insbesondere Opel und Smart haben mit nur knapp 17 beziehungsweise gut 12 Prozent verkauften Einheiten in die Flotte eine deutlich stärkere Stellung im Privatmarkt.

Importmarken
Auch bei den Importmarken gab es – dank allgemeinem Wachstum im Flottenmarkt – fast nur Gewinner, wenn auch mit deutlichen Unterschieden in der Größenordnung. Betrachtet man die Marken mit mindestens 500 verkauften Einheiten im Jahr 2015 konnte Jeep mit über 41 Prozent das größte prozentuale Wachstum vorweisen, gefolgt von Nissan mit gut 39 Prozent und Lexus mit fast 32 Prozent Wachstum gegenüber 2014. Dennoch führten diese großen prozentualen Zuwächse nicht zu einer Verschiebung im Markenranking. Das schafften mit einem Zuwachs von knapp 26 Prozent nur Hyundai, die gleich um drei Plätze auf Platz vier der Importmarken vorfuhren, und Mazda mit vergleichsweise bescheidenen knapp zehn Prozent Wachstum, was aber für den Aufstieg um einen Platz im Markenranking reichte.

Ziehen wir bei den Importmarken die VW-Konzernmarken Škoda und Seat einmal ab, bleibt Renault die erfolgreichste Importmarke, die sich bei den Stückzahlen sogar direkt zwischen Škoda und Seat auf Platz zwei positionieren konnte.

Gleich sieben Importmarken schafften 2015 übrigens eine Absatzsteigerung von über 1.000 Fahrzeugen: Škoda, Seat, Nissan, Hyundai, Volvo, Renault und Land Rover.

Einige Importeure konzentrieren sich verstärkt auf die Flotten: So setzten Land Rover, Lexus und Maserati bereits über ein Drittel aller verkauften Fahrzeuge in Deutschland in die Fuhrparks ab, dicht gefolgt von Volvo mit fast 31 Prozent und Škoda mit gut 26 Prozent. Immerhin rund jedes fünfte verkaufte Fahrzeug wanderte von Renault, Seat, Jeep und Jaguar in die Flotte (Tabelle 1).

Konzernranking
Nach wie vor dominiert der VW-Konzern mit seinen Marken Volkswagen, Audi, Porsche, Škoda und Seat den Flottenmarkt – wenn auch ein kleines bisschen weniger als im Vorjahr. Dennoch kommt der VW-Konzern nach wie vor auf knapp 50 Prozent aller in deutsche Flotten verkauften Fahrzeuge. Auf Platz zwei folgen BMW und Mini mit gut 12 Prozent aller Verkäufe, direkt gefolgt von Mercedes und Smart mit rund 11 Prozent Marktanteil.

Der erfolgreichste Importkonzern ist Renault-Nissan mit Dacia, die es zusammen auf immerhin fast fünf Prozent aller in die Fuhrparks verkauften Einheiten bringen. PSA mit seinen Marken Peugeot, Citroën und DS schafft etwas mehr als zwei Prozent aller Verkäufe, Kia und Hyundai kommen ebenfalls auf rund zwei Prozent.

Topmodelle
Deutschlands meistverkauftes Flottenfahrzeug im Jahr 2015 war – Überraschung – der VW Passat. Mit 55.430 verkauften Einheiten stellte er sieben Prozent aller Flottenfahrzeuge, ganz dicht gefolgt von dem VW Golf, der letztes Jahr das Siegerpodest erringen konnte und dieses Jahr nur wenige hundert Einheiten unter den Passat-Verkäufen blieb. Auch auf Platz drei und vier fanden sich mit dem Audi A6 und dem Audi A4 Konzernfahrzeuge, bis endlich auf Platz fünf die Mercedes-Benz C-Klasse, übrigens vom Vorjahresplatz acht vorgefahren, als beliebtestes Modell außerhalb des VW-Konzerns im Ranking erscheint.

Unter den Top-30-Modellen in deutschen Fuhrparks, und diese machen immerhin 62 Prozent aller verkauften Fahrzeuge aus, finden sich gleich 16 Modelle des VW-Konzerns. Ebenfalls stark vertreten sind naturgemäß die Premiummarken BMW (vier Modelle) und Mercedes (zwei Modelle), aber auch die klassischen Volumenmarken Ford (vier Modelle) und Opel (zwei Modelle). Ford stellt mit Mondeo und Kuga sogar gleich zwei der drei Neueinsteiger im Ranking 2015.

Der Fuhrparkmarkt zeigt sich, wie bereits erwähnt, recht konservativ: Es wird gern auf Bewährtes zurückgegriffen, und Neueinsteiger haben es nicht leicht, in die Top 30 zu gelangen. Immerhin stellten die Top-30-Modelle 2015 nur noch 62 Prozent der verkauften Einheiten, im Vorjahr waren es 63 Prozent. Vielleicht wird das ja ein Trend zu mehr Vielfalt.

Zumindest gab es ein reges Hoch und Runter bei den Platzierungen im Vergleich zum Vorjahr: Der Audi A6 schaffte den Sprung von Platz sieben auf Platz drei und verdrängte damit den kleinen Bruder Audi A4 – die deutsche Wirtschaft läuft offenbar gut und das bei Dienstwagenfahrern gefürchtete Downgrading scheint jetzt erst einmal vorbei zu sein.

Audi verkaufte von dem A6 übrigens fast zwei Drittel aller Einheiten in die Flotte, das ist die höchste Quote bei den Top-30-Modellen. Aber auch bei VW Passat, dem BMW 5er und dem Audi A4 liegt diese Quote noch über 50 Prozent – diese Fahrzeuge sind offenbar für die Flotte gemacht.

Top-Importmodelle
125.822 verkaufte Fahrzeuge der beliebtesten 30 Importmodelle entsprechen einem Marktanteil von 16 Prozent aller verkauften Flottenfahrzeuge in Deutschland, bezogen auf die Importmodelle sind es sogar 64 Prozent, und damit ein noch höherer Anteil als im Gesamtmarkt. Wer in diesem Ranking ist, hat also einen guten Stand im deutschen Flottenmarkt.

Das betrifft zunächst wieder einmal die Importmarken des VW-Konzerns, die gleich mit zehn Fahrzeugen – aufgeteilt auf sechsmal Škoda und viermal Seat – im Ranking vertreten sind. Das meistverkaufte Modell der „echten“ Importmarken ist der Renault Scénic, der insgesamt auf Platz drei fuhr. Ebenfalls sehr gut im Rennen liegen der Hyundai ix35, als höchster Aufsteiger der Top 30, sowie der Volvo XC60.

Die starke Stellung von Renault im Flottenmarkt spiegelt sich auch in der Anzahl der Modellplatzierungen wieder: dreimal Renault, dazu noch zweimal die Konzernmarke Nissan – das entspricht immerhin der Hälfte der zum VW-Konzern zugehörigen Modelle. Auch Hyundai als der große Aufsteiger im deutschen Flottenmarkt 2015 kommt auf drei Modelle im Ranking, ebenso wie Volvo und Toyota. Fiat platziert immerhin zwei Modelle, je eines brachten Mazda, Peugeot, Fiat, Land Rover und Jeep in die Top 30.

Bei den Importmodellen ist der Flottenmarkt etwas wechselfreudiger: Mit Nissan Juke, Volvo XC90, Jeep Grand Cherokee, Fiat Ducato und Volvo V60 schafften es gleich fünf neue Modelle in das Ranking.

Dennoch ist für die Importmodelle der Flottenmarkt (noch) nicht so wichtig wie bei den meistverkauften deutschen Modellen: Mit Škoda Octavia, Volvo XC90, Renault Scénic und Land Rover Range Rover Sport verkaufen nur vier Modelle mehr als 40 Prozent, aber noch immer deutlich unter der Hälfte aller Einheiten in die Flotte – die Mehrzahl der Modelle fand sogar zu über drei Vierteln Abnehmer im Privatmarkt.