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Das Segment der SUV erfreut sich auch in diesem Jahr zunehmender Beliebtheit bei den deutschen Autofahrern. So stiegen die Neuzulassungen der SUV im September dieses Jahres um nicht weniger als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr gemäß KBA-Angaben. Eine stetig wachsende Nachfrage ruft natürlich auch das Interesse der Automobilbranche an diesem Segment hervor. So bietet nahezu jeder Hersteller zumindest ein Modell für dieses Segment an beziehungsweise ist kurz vor der Einführung.

Doch was ist eigentlich ein SUV? Der Begriff Sport Utility Vehicle, abgekürzt SUV, stammt aus dem englischen Sprachgebrauch und bezeichnet eine geländegängige Limousine. Somit soll ein SUV den Fahrkomfort einer Limousine mit der erhöhten Geländegängigkeit und dem Erscheinungsbild eines Geländewagens vereinen. Die Geländetauglichkeit ist dabei von Modelltyp zu Modelltyp sehr unterschiedlich; manche SUV haben keinen Allradantrieb, da sie vorwiegend für die Nutzung im Straßenverkehr bestimmt sind, was den Großteil der in Deutschland vorzufindenden geländetauglichen Limousinen widerspiegelt, bei anderen ist hingegen der Übergang zu einem vollwertigen Geländewagen fließend.

Dies spiegelt auch der US-amerikanische Sprachgebrauch wider, so bezeichnet Sport Utility Vehicle (Sportnutzfahrzeug) Geländewagen aller Art. Als Synonym wird hier auch oft Offroader genutzt, sprich Fahrzeuge, die auch abseits des Asphalts genutzt werden. Jedoch werden hier Komfort-Geländewagen, wie sie im Sinne der deutschsprachigen Bedeutung von Sport Utility Vehicles gemeint sind, zunehmend als Crossover SUV beziehungsweise Crossover oder salopp als Soft-Roader, übersetzt etwa Weichgängige, bezeichnet.

Um hier eine Abgrenzung zu der Verwendung des Begriffs „Crossover“ in Deutschland zu finden, haben wir uns im Falle der SUV dazu entschieden, bewusst auf Derivate einiger Modellreihen zu verzichten. Dabei nutzten wir den ALD Automotive Car Configurator als weitere Entscheidungshilfe. So sind nach unserer Auffassung Modelle wie ein Fiat Panda 4x4 oder ein Volkswagen CrossPolo, um ein paar Beispiele zu nennen, keine SUV im Sinne, wie wir ein Sport Utility Vehicle definieren wollen. Hingegen schafften es der Citroën C4 Aircross und der C4 Cactus, trotz ihres Hinweises auf die C4-Baureihe, in unseren Kostenvergleich der kleinen SUV.

Nach der Abgrenzung zu anderen Segmenten befinden sich immer noch über 70 SUV-Modelle aktuell am Markt. Für unseren Kostenvergleich haben wir die SUV in drei Größen unterteilt: kleine SUV bis zu einer Länge von 4,35 Metern, mittlere SUV zwischen 4,35 und 4,8 Metern sowie die großen SUV ab 4,8 Metern Länge. Wir haben uns in unserem Kostenvergleich auf die kleinen SUV konzentriert, von denen nach Berücksichtigung unserer Vorgabe hinsichtlich der Dieselmotorisierung noch jeweils 14 kleine Komfort-Geländewagen übrig geblieben sind.

Zumindest auf dem deutschen Gesamtfahrzeugmarkt scheinen die kleinen SUV bis zu einer Länge von 4,35 Metern zunehmend für die Automobilhersteller an Relevanz zu gewinnen, denn anders ist es nicht zu erklären, dass bei den vierzehn betrachteten Fahrzeugen gleich fünf Facelifts beziehungsweise Neukonstruktionen zu finden sind. Bereits Ende letzten Jahres schickte Dacia den Duster und Škoda das Facelift des Yeti auf den Markt. Daneben brachte Citroën in diesem Jahr mit dem Cactus ein zweites Modell für das Segment der kleinen SUV heraus und der Countryman erfuhr im Zuge des Generationswechsels beim MINI eine Auffrischung. Nicht zuletzt dringt Jeep mit dem Renegade, der seit Oktober bei den Händlern steht, in das Terrain eines Opel Mokka oder Nissan Juke ein. Das Ergebnis des Italo-Amerikaners wirkt – grob betrachtet – erstaunlich konventionell. Der Renegade ist unter den Windkanalgesichtern der Geradlinige, der optische Kennzeichen vom Ur-Jeep übernimmt: den senkrechten Grill mit Rundaugen, die eckigen Radhäuser oder die aufrechte Frontscheibe.

Allgemein betrachtet zeigt sich das Segment der kleinen Diesel-SUV sehr flexibel: So reicht beispielsweise die Bandbreite bei den Kofferraumvolumina von 830 Litern beim Nissan Juke bis zu 1.793 Litern beim Škoda Yeti. Damit bietet der Tscheche mehr als den doppelten Raum, um sperrige Güter transportieren zu können. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Zuladung: Ein wahrer Lastenträger mit satten 670 Kilogramm ist der Citroën C4 Aircross, dieser bietet gegenüber dem Ford EcoSport mit 361 Kilogramm nahezu die doppelte Zuladung. Auch die für den Vergleich ausgewählte Diesel-Motorisierung von etwa 80 kW (109 PS) hatte aufgrund der eingeschränkten Motorenpaletten in diesem Segment mit großen Schwankungen von bis zu 30 kW wie beim Mitsubishi ASX zu kämpfen. Mit diesen Motorisierungen laufen die kleinen geländegängigen Limousinen in der Spitze zwischen 160 und 200 km/h bei Durchschnittsverbräuchen zwischen 3,1 und 5,4 Litern auf 100 Kilometer (Werksangaben).

Neben der Motorisierung und sicherheitsrelevanten Features wie ABS sowie ESP setzten wir für unseren Kostenvergleich rundum Airbagschutz, Freisprechanlage für Telefone, Klimaanlage, Navigationssystem, Nebelscheinwerfer, Radio mit CD sowie Parksensoren für Front und Heck voraus. Der Einstieg bei den kleinen SUV beginnt mit dem Dacia Duster in der Ausstattungslinie „Laureate“ und einem Netto-Listenpreis ohne Berücksichtigung der Sonderausstattungen von etwa 13.437 Euro. Nach oben wird das Vergleichsfeld durch den Peugeot 4008 HDI FAP 150 Stop & Start in der Ausführung „Allure“ begrenzt. Beim Franzosen sind jedoch alle Mindestanforderungen hinsichtlich der Ausstattung erfüllt, nur das Navigationssystem benötigt eine Extra-Investition. In der Regel jedoch bewegen sich die Nettopreise zwischen 16.378 Euro für den Renault Captur ENERGY dCi 90 Start&Stop und 23.605 Euro beim Citroën C4 Aircross HDi 115 Stop & Start 2WD. Damit sollte der Fuhrparkleiter bei der Anschaffung eines kleinen SUV im Durchschnitt etwa 19.910 Euro einkalkulieren.

Die Einstufung in Energieeffizienzklassen gewinnt auch beim SUV stetig an Relevanz: So versuchen immer mehr Hersteller mit besonders umweltschonenden Modellvarianten den strenger werdenden unternehmensinternen CO2-Richtlinien entgegenzutreten. Dabei zeigt sich das hohe Leergewicht als eine der schwierigsten Hürden, dennoch glänzen alle Vergleichskandidaten mit Energieeffi zienzklassen von „A“ bis „B“. Dank eines kraftstoffsparenden Dieselaggregates stößt der Citroën C4 Cactus lediglich 82 Gramm Kohlenstoffdioxid je Kilometer aus – das bedeutet Energieeffi zienzklasse „A+“.

Etwa 4,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer sollte man im Durchschnitt bei einem kleinen Sport Utility Vehicle für den kombinierten Verbrauch ansetzen. Die Spanne bei den Verbräuchen reicht hier von 3,1 bis 5,4 Liter je 100 Kilometer, was angesichts von Leistungsunterschieden von mehr als 40 Pferdestärken noch sehr homogen ist. In der Sonderwertung „Kraftstoffverbrauch“ kann der Citroën C4 Cactus von seinem Motor profi tieren. Mit einem kombinierten Verbrauch von 3,1 Litern je 100 Kilometer erzielt der Franzose hier die Spitzenposition. Mit etwas Abstand auf Platz zwei folgt der Renault Captur mit 3,6 Litern je 100 Kilometer.

Auch in der Sonderwertung „Reichweite“ liefert der geringe Kraftstoffverbrauch in Kombination mit einem 45-Liter-Tank dem Citroën C4 Cactus genügend Kraftstoffvorrat für 1.452 Kilometer und sichert dem Franzosen damit die Spitzenposition in dieser Kategorie. Mit Tankvolumen zwischen 45 und 63 Litern erreichen fast alle Vergleichskandidaten die 1.000-Kilometermarke. Einzig der Dacia Duster kann durch die Kombination eines 50-Liter-Tanks und eines Durchschnittsverbrauchs von 5,3 Litern je 100 Kilometer hier nur 943 Kilometer Reichweite bieten. Jedoch genügt dies, um etwa auf der 800 Kilometer langen Tour von Bonn nach Mailand einige Abstecher abseits des Asphalts unternehmen zu können.

Beim „maximalen Ladevolumen“ zeigen sich teilweise gravierende Unterschiede zwischen den Konkurrenten: So bietet der Škoda Yeti mit seinem 1.793 Liter fassenden Kofferraum mehr als das doppelte Ladevolumen eines Nissan Juke, der hier lediglich über 830 Liter verfügt. Hingegen wirkt das Vergleichsfeld bei der Sonderwertung „Zuladung“ weitaus entspannter. Hier bot die Hälfte der Konkurrenten eine überdurchschnittliche Zuladung (mehr als 487 kg) an.

Über alle Vergleichskriterien betrachtet, setzt sich am Ende der Renault Captur ENERGY dCi 90 Start&Stop in der Ausstattungslinie „Dynamique“ durch. Dieser überzeugt nicht nur mit seinem Dieselaggregat, sondern kann auch hinsichtlich des Servicenetzes und der Kosten in unserem Vergleich punkten. Auf Platz 2 folgt mit dem Citroën C4 Cactus BlueHDi 100 82g Stop & Start ebenfalls ein Franzose, der bis auf den etwas zu kleinen Kofferraum keinerlei Wünsche offen ließ und dem auf den dritten Rang platzierten Nissan Juke 1.5 dCi somit die Silbermedaille entreißen konnte.

 

Flottenmanagement-Vorgabe
Mindestausstattung

• ABS - Antiblockiersystem
• ESP - Elektronisches Stabilitätsprogramm
• Freisprecheinrichtung
• Klimaanlage
• Navigationssystem
• Nebelscheinwerfer
• Parksensoren vorn und hinten
• Radio mit CD
• Rundum-Airbagschutz
• Tempomat