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Das Flottenjahr 2014 war von vielen Neuerungen geprägt: Unter anderem wurde das Punktesystem geändert, die Reifendruckkontrollsysteme wurden verpflichtend eingeführt und die Diskussion um die Pkw-Maut in Deutschland beherrschte lange Zeit die Nachrichten. In vielen Bereichen konnten Zuwächse verzeichnet werden, zum Beispiel im Leasing. Zum ersten Mal hat laut einer Studie im Auftrag von Arval (CVO Fuhrparkbarometer) mehr als jedes zweite Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern (51 Prozent) ein Leasing mit Kilometervertrag und Serviceleistungen als Finanzierungsmethode gewählt. Auch in kleinen Fuhrparks mit weniger als zehn Mitarbeitern wird diese Finanzierungsvariante immer beliebter: Während 2011 nur 17 Prozent dieser Unternehmensgröße diese Leasingart wählten, waren es 2014 immerhin schon 24 Prozent. Es wird spannend zu beobachten sein, ob sich dieser Trend im Leasinggeschäft weiter fortsetzen wird.

Doch auch das nächste Jahr wird nicht langweilig werden: Zu den Highlights gehört sicher die IAA in Frankfurt (17.9. – 27.9.2015). Außerdem wird die schrittweise Einführung der Onlinezulassung den Ein- und Aussteuerungsvorgang weiter vereinfachen und die im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und der SPD festgelegte Pkw- Maut dürfte wohl im anstehenden Jahr beschlossen werden. Über die Auswirkungen der Mautgebühren auf die Flotten in Deutschland lässt sich, Stand heute, allerdings nur spekulieren.

Darüber hinaus werden sich die Trends in Sachen Digitalisierung des Verwaltungsprozesses, Green Fleet und flexibler Mobilitätsbedarf fortsetzen. Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Antworten der meisten Zitatgeber wider. Das Gros der Branche sieht das Thema CO2-Reduzierung als einen der Schwerpunkte im Flottenbereich an. Damit einher gehen auch Entwicklungen wie Carsharing, alternative Antriebe im Fuhrpark oder das Downsizing mancher Autohersteller.

Die Modellpalette der Hersteller wuchs in den letzten Jahren insgesamt in die Breite – man denke nur an die Vielzahl von SUV- oder Crossover- Varianten. Vor allem aber wächst die Zahl der umweltfreundlichen Modelle. Eine Entwicklung, die dem momentanen grünen Bestreben in Politik und Gesellschaft Rechnung trägt. Schließlich werden 2015 ein maximaler CO2- Ausstoß von 130 g/km im Flottenverbrauch für Pkw-Hersteller vom Gesetzgeber verlangt. Dieser Durchschnittswert stellt gerade für Premiumhersteller eine Herausforderung dar. Hier darf man sich auf interessante neue Motorenvarianten und Fahrzeugkonzepte freuen.

Das Lieblingsthema dürfte für viele jedoch nach wie vor die Kostenoptimierung sein. Sei es durch Outsourcing, Prozessbündelung, Pauschalpreisangebote: Sparen steht bei vielen ganz oben auf der To-do-Liste für das neue Jahr. Das heißt natürlich nicht, dass eine neuerliche Rezession, wie in den Jahren der Finanzkrise am Ende des letzten Jahrzehnts, droht. Denn auch wenn der Internationale Währungsfonds (IWF) im Herbst seine Wachstumsprognose für das Jahr 2015 um 0,2 Prozentpunkte nach unten korrigiert hat, werden dennoch 1,5 Prozent Zuwachs erreicht werden. Demnach geht man auch im Flottengeschäft von einem weiterhin stabilen Wachstum aus, daran kann dann auch das, im Vergleich zu 2014, vermutlich insgesamt geringere Wirtschaftswachstum in Deutschland nichts ändern.

Die von uns gesammelten Trenderwartungen verdeutlichen vor allem eines: Der Umbruch im Flottengeschäft geht weiter! Insgesamt betrachtet wird sich das Berufsbild des Fuhrparkmanagers hin zu einem umfassenden Mobilitätsmanager wandeln. Die Vernetzung der Flotten, der Fahrzeuge und der Dienstleister wird weiter Einzug in unseren Alltag halten. Dadurch werden auf der einen Seite viele Prozesse effizienter, sicherer und schneller. Auf der anderen Seite dürften die Datenschutzdiskussionen und die Sorge um die Datensicherheit weiter zunehmen.