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Eine Kurzumfrage der herstellerunabhängigen Leasing- und Fuhrparkmanagementgesellschaft Arval Deutschland GmbH hat sich bereits im Mai mit der Verbreitung und Nutzung von Apps und Social Media im Fuhrparkbereich befasst. 111 befragte Fuhrparkentscheider gaben Auskunft über ihr Nutzerverhalten bei Smartphone und Tablet und ihre Erwartungen an diese digitalen Anwendungen. Beispielsweise nutzen rund 70 Prozent der Befragten Apps beruflich und privat beziehungsweise rein beruflich. Hauptintention der Verwendung ist die schnelle und nützliche Information auf einen Blick. Das größte Potenzial sehen die Fuhrparkentscheider in der Gestaltung einer App für die Bereiche Führerscheinkontrolle (22 Prozent der Befragten), Fuhrparküberblick (19 Prozent) sowie Tankkartenmanagement (16 Prozent), gefolgt von Information und Überblick über die Bereiche Wartung und Reparaturen (13 Prozent) wie auch Schaden- und Versicherungsmanagement (je 13 Prozent). Die Kurzumfrage ergab zudem, dass Flottenverantwortliche ebenfalls in den sozialen Medien aktiv sind, sich dabei aber berufliche und private Aktivität vermischt. Facebook und Xing (je 14 Prozent) werden am häufigsten genannt, bei Google+, YouTube und Twitter nehmen ebenfalls einige teil. Dennoch liegt hier noch viel Potenzial verborgen, das die Anbieter von Leasing- und Fuhrparkmanagementdienstleistungen mit der Bereitstellung von Informationen und Angeboten noch ausschöpfen können.

Fahrerdirektkommunikation
Auch im Hinblick auf die Einbindung des Dienstwagennutzers, der in der Kommunikationskette zwischen Dienstleister und Fuhrparkmanager steht, lassen sich die Funktionalitäten von Apps und Social-Media-Angeboten noch ausbauen. Die Fahrerdirektkommunikation findet nach wie vor klassisch sowohl per Telefon als auch per E-Mail oder SMS statt. Sinn und Zweck einer gut funktionierenden Fahrerdirektkommunikation bestehen in der direkten Ansprache und in der schnellen Reaktion des Dienstleisters auf die Anliegen der Dienstwagenfahrer. Auskunft bezüglich nächstgelegener Werkstatt zur Reparatur oder zum Reifenwechsel steht an oberster Stelle, auch bei einem Unfall wählt der Dienstwagenfahrer schnell die Nummer der Servicehotline seiner Leasinggesellschaft, die im Regelfall 24 Stunden besetzt ist und rasche Hilfe in die Wege leitet. Ebenso im Vordergrund steht die Entlastung des Fuhrparkmanagers bei sämtlichen Standardvorgängen, die nicht seiner Zustimmung bedürfen, beispielsweise Terminkoordination für Fahrzeugservice, Führerscheinkontrolle, Fahrzeugübergabe oder -rückgabe. Dank der heutigen Verbreitung von Smartphones und Tablets lässt sich die Direktan- und absprache auch per App gestalten: Direktwahl, E-Mail- Versand und Informationen auf einen Blick oder Klick. Bei Bedarf können direkt Dokumente oder Fotos, beispielsweise bei einem Unfall, angehängt werden. Arval reagiert beispielsweise auf die sich ändernde Mediennutzung mit der „Arval Smart Experience“, eine neue Ausrichtung der Kunden- und Fahrerbetreuung, die sämtliche digitale Medien einbezieht und zum Ende des Jahres eingeführt werden soll. „Wir werden unterschiedliche Maßnahmen ergreifen, um über verschiedene Kanäle den direkten Kontakt zwischen Kunden, Fahrern und Arval noch weiter zu intensivieren. Dazu gehört auch eine grundlegend überarbeitete App“, kündigt Marcus Schulz, Director of Arval Germany an.

Apps
Service-Apps gibt es heute schon von sämtlichen namhaften Leasinggesellschaften, die dem Dienstwagennutzer schnelle Hilfe im Schadens- oder Notfall leisten (siehe Tabelle oben). Direktwahl zur Service-Hotline, Telefonnummern und Adressen von Werkstätten, Navigation, Checklisten und Schadenmeldung sind die häufigsten Funktionen der Apps. Für die Fuhrparks, die Carsharing nutzen, bieten die Anbieter Alphabet und DB Rent spezielle Apps an zur Reservierung, Buchung, Abrufung von Verfügbarkeiten und mit weiteren Funktionen. Die Volkswagen Leasing GmbH geht einen besonderen Weg, indem sie zusammen mit CarePort eine App als Ergänzung zum Webportal Connected Work entwickelt hat, die Außendienstmitarbeitern schnellen Zugriff zu wesentlichen Informationen auf Smartphone und Tablet ermöglicht.

Hauptsächlich richten sich die in der Mehrzahl kostenlosen Apps an Dienstwagennutzer. Diese nehmen das Angebot auch sehr gut an, wie die Leasinggesellschaften mitteilten. Die Downloadzahlen steigen, was die Anbieter auch zum Anlass nehmen, Feedback der Nutzer in die Weiterentwicklung einzubeziehen. „Wenn wir von moderner Mobilität sprechen, sprechen wir immer auch von mobiler Kommunikation, und damit von mobilen Anwendungen. Je flexibler und mobiler unser (Arbeits-)Leben wird, desto wichtiger werden Apps. Schnell den richtigen Ansprechpartner, die richtige Information, den passenden Service an der Hand zu haben – diese Effizienz ist für moderne Unternehmensmobilität unabdingbar“, fasst Markus Deusing, Leiter Geschäftsentwicklung und Marketing bei Alphabet Deutschland den Trend zusammen.

Entwicklung
Fuhrparkverantwortliche, die zur Fuhrparkverwaltung die Programme der Leasinggesellschaften nutzen, können heute dagegen nur bei wenigen per App in die Daten schauen. Bei der Software der Deutschen Leasing Fleet GmbH namens Fleet Information Tool und Fleet Live funktioniert dies eingeschränkt, FleetIntelligence von der Sixt Leasing AG ermöglicht jedoch den Zugriff per App. Alphabet arbeitet an einer übergreifenden App, die im kommenden Jahr gelauncht werden soll. Sie soll laut Unternehmensinformation nicht nur die Verknüpfung zum Leasingvertrag herstellen, sondern in ihrer letzten Ausbaustufe ganzheitliches Mobilitätsmanagement inklusive Bezahlfunktion möglich machen. Die Deutsche Leasing plant ein komplettes Reportingtool mit wichtigen Bestands- und Bewegungsdaten des Fahrzeugs anzubieten, wie Michael Velte, Geschäftsführer Deutsche Leasing Fleet GmbH bekannt gab. Bei DB Rent ist ein innovatives Tool in der Umsetzung, mit dessen Hilfe dem Nutzer proaktiv auf ihn zugeschnittene Mobilitätsprodukte aufgezeigt werden.

Soziale Netzwerke
Der Hauptteil der Aktivität in sozialen Netzwerken fällt in den privaten Bereich der Dienstwagennutzer. Dennoch entsteht hier ein gewisses Potenzial, ihn dort mit attraktiven Inhalten sowie unterhaltsamen und interessanten Informationen zu erreichen. „Auch wenn im Fuhrparkmanagementbereich soziale Netzwerke kein Muss sind, möchten wir mit unseren Auftritten Fahrern und Fuhrparkleitern den Weg zu uns erleichtern“, kommentiert Gunter Glück, Geschäftsleitung Vertrieb und Kundenbetreuung bei LeasePlan Deutschland die Anwesenheit des Unternehmens bei Twitter, Facebook, Xing und Google+. Alphabet möchte durch die Präsenz in verschiedenen Social-Media-Kanälen dem immer schnelleren Informationsfluss Rechnung tragen: „Wenn es etwas Neues gibt, sei das ein neuer Service, ein neues Gesetz im Fuhrparkrecht, die aktuellsten Branchenzahlen, ein interessantes Event et cetera – erfährt das der User sofort, egal wo er sich befindet“, so Markus Deusing. Kommunikation, Imagepflege, Marketing, Information zählen zu den Hauptinhalten der Social-Media-Profile der Leasinggesellschaften. Doch die richtige Dosierung ist entscheidend dafür, ob die Inhalte ankommen. Was zu viel ist oder nicht auffällig genug, versinkt im Informationsmeer. Dienstwagennutzer und vor allem Fuhrparkmanager brauchen effiziente und inhaltlich wertvolle Informationen, sonst geht der positive und innovative Effekt des Netzwerkens verloren. So praktisch die digitale Kommunikation auch ist, der Mensch aus Fleisch und Blut darf nicht vergessen werden. Für den persönlichen Austausch sollte in unserer auf Effizienz ausgerichteten Zeit immer noch ein Moment übrig sein. Körpersprache, Stimme und Mimik vermitteln Informationen, die sich digital nicht transportieren lassen.