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Mit der C-Klasse-Limousine können die Verantwortlichen rundum zufrieden sein. Doch in Deutschland, der Heimat des Automobil-Erfinders, reicht ein klassischer Mittelklasse-Viertürer längst nicht mehr aus, um gegen den Wettbewerb anzukommen. Also muss ein Kombi (Mercedes-Jargon: T-Modell) her, um die Absatzzahlen nach oben zu treiben. Den bietet die Stuttgarter bereits seit der ersten C-Klasse-Generation an – eine gute Sache vor allem für Kunden, die Variabilität an erster Stelle sehen. Mit einem maximalen Kofferraumvolumen von 1.510 Litern beispielsweise rangiert die neueste, seit diesem Herbst verfügbare Ausbaustufe (Baureihe 205) an der Spitze im Premium-Vergleich innerhalb ihres Segments. Der Schwabe bietet die Möglichkeit, feine Autokultur mit hohem Nutzwert zu verbinden. In puncto Design müssen die Kunden beim Kombi keine Abstriche machen gegenüber der Limousine. Er gefällt mit der ausdrucksstarken Front samt markantem LED-Tagfahrlicht; auch die jetzt horizontal angebrachten Rückleuchten sind nachts eindeutig identifizierbar dank speziellem Lichtdesign.

Beim Thema Komfort und Sicherheit liegt das T-Modell auf Augenhöhe mit der Limousine. Das Motorenprogramm ist ebenfalls exakt gleich – wer möchte, bekommt den Edellaster sogar als AMG-Variante mit potentem Achtzylinder. Für Flottenkunden mit strengem Blick auf das Benzinbudget indes kommt eher ein Selbstzünder infrage. Unsere Redaktion hat sich für den C 250 BlueTEC entschieden. Denn er bildet einen schönen Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und beachtlichem Leistungsvermögen. Seine üppigen 204 Pferde schöpft der immer wieder verfeinerte Vierzylinder aus lediglich 2,1 Litern Volumen – das ist nicht zuletzt der Grund für das sparsame Trinkverhalten. So gibt das Werk den gemittelten Verbrauch mit nur viereinhalb Litern an, was einem angesichts der Leistung eher mageren CO2-Ausstoß von 117 Gramm entspricht. Doch es kommt in der Praxis nicht auf die PS-Zahl alleine an – vor allem das Drehmoment ist entscheidend. Hier punktet der 250er ebenfalls mit satten 500 Nm bereits ab niedrigen 1.600 Touren.

Beim Getriebe lässt der Hersteller dem Kunden keine Wahl und somit auch keine Qual: Es gibt schlichtweg nur den Automaten. Mit sieben Stufen und butterweicher Schaltcharakteristik passt die Wandlerlösung perfekt zum kräftigen Selbstzünder. Sie reagiert spontan auf Kickdownbefehle und macht den C auf Wunsch zum veritablen Sprinter, der sich auch mal hinter einen Sportler klemmen kann: Immerhin nennt das Werk drahtige 6,9 Sekunden bis Landstraßentempo, während die Topspeed bei 241 Sachen liegt. Beim ruhigen Dahingleiten um Richtgeschwindigkeit herum schippert der Hecktriebler mit weniger als 2.000 Umdrehungen durch die Lande und übt sich im Kraftstoffsparen. Beim Beschleunigen im großen Gang marschiert er wie an einem starken Gummiband gezogen nach vorn, so fühlt es sich an, wenn bärige Zugkraft an der Hinterachse angreift. Als immer wieder ausgemachte Mercedes-Stärke präsentieren sich auch hier einmal mehr Fahrwerk wie Lenkung. Mit frappierender Präzision lässt sich der noble Mittelklässler um die Ecken dirigieren.

Grundsätzlich gibt er eher den Gleiter, der selbst die schlimmsten Unebenheiten sanft überrollt. Mit der 1.190 Euro (netto) teuren Luftfederung zieht ein wenig Hightech in den Nutzesel ein; im Menü kann der Fahrer auswählen, ob er lieber einen sportlichen oder komfortablen Einschlag möchte. Freilich bleibt die C-Klasse stets gutmütig zu ihren Passagieren und rüttelt sie niemals durch, erweist sich auf der windungsreichen Landstraße aber nicht als Spaßbremse. Darüber hinaus freut man sich immer wieder über hilfreiche Detaillösungen, die es nur bei Mercedes gibt. Eine davon ist die ebenso simple wie geniale Hold-Funktion: An der Ampel einfach das Bremspedal etwas fester durchtreten, und der Wagen wird bei eingelegter Fahrstufe arretiert. Beim Anfahren löst das System die Bremse selbstredend wieder. Wer die umfangreichen Elektronik-Features in ihrer Gänze erfassen will, muss sich naturgemäß eine Weile mit dem Menü beschäftigen, das von Generation zu Generation komplexer wird. Immerhin ist der ausladende Monitor eine Augenweide.

Der sitzt analog zur Limousine wie ein Tablet hoch oben auf der Mittelkonsole und versprüht eine stylische Note. Je nach Ausstattung verwöhnen edle Hölzer das Auge, und die Verarbeitung ist piekfein. Hochwertig wirkende Lüftungsdüsen sowie passgenau zusammengefügte Materialien hieven die Qualität der Anmutung auf einen Spitzenplatz. Das gilt übrigens auch für die Art und Weise, wie die Passagiere unterkommen. Kommode Sitze machen lange Strecken zum Kinderspiel, und das Raumangebot – auch im Fond übrigens – darf als vorzüglich durchgehen. Anspruchsvolles Infotainment lässt keine Wünsche offen. Zwischen den beiden klassischen Rundskalen samt mechanischer Zeiger hockt ein TFT-Feld, das die Bordcomputer- Daten ebenso ausgeben kann wie Navigationspfeile. Die Bedienung erfolgt vielfältig mittels Drehstellern und Tasten, darüber hinaus gibt es ein berührungsempfindliches Touchpad, um der Computer-Generation gerecht zu werden.

Mindestens 38.400 Euro netto muss der Kunde für den C 250 BlueTEC als T-Modell ausgeben. Damit sind die wichtigsten Dinge abgegolten, die auch Flottenkunden interessieren: Neben der vollen Sicherheitsausrüstung, Klimaautomatik sowie Radio gibt es Bluetooth-Freisprechanlage, teilelektrisch einstellbare Sitze, USB-Anschlüsse sowie einen Tempomat frei Haus. Wer beim Budget weitgehend unabhängig ist, kann aus dem Mittelklässler einen heimlichen Oberklässler machen mit allen erdenklichen Komfort- und Sicherheitsfeatures. Da wären Dinge wie Sitzklimatisierung (1.080 Euro) oder Standheizung für 1.380 Euro. Adaptive Voll-LED-Scheinwerfer mit variabler Lichtverteilung schlagen mit 1.450 Euro zu Buche. Ein Navigationssystem ist dagegen bereits ab moderaten 500 Euro zu haben. Wer mit dem Basis-Klang nicht zufrieden ist, bekommt gegen 775 Euro ein leistungsfähiges Soundsystem. Unbedingt an Bord sollte das 2.100 Euro (alle Preise netto) kostende Assistenzpaket inklusive Fußgängererkennung in Verbindung mit autonomem Bremsen, aktiver Lenkung sowie Radartempomat. So wird aus der C-Klasse eine kleine S-Klasse.