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Flottenmanagement: Herr Weichselbaum, in der ersten Jahreshälfte konnte Audi die Neuzulassungen auf den Gesamtmarkt um über vier Prozent steigern. Wie hat sich der Verkauf an Großkunden in den letzten Monaten entwickelt? Worauf sind diese Entwicklungen zurückzuführen?

Ralf Weichselbaum: Die Zahlen stimmen uns durchaus zufrieden: Bis Juni haben wir einen Marktanteil von 8,7 Prozent erzielt. Auf dem Flottenmarkt sind wir mit aktuell rund 13,8 Prozent Marktanteil vor unseren Kernwettbewerbern. Besonders erfreulich ist, dass das Wachstum in unserer Modellpalette auf vielen starken Säulen steht.

Flottenmanagement: Aus welchen Motiven heraus entscheiden sich momentan die Flottenbetreiber in einer bestimmten Klasse für Audi? In welchen Segmenten wünschen Sie sich noch mehr Erfolg, was haben Sie sich dafür auf Ihre Agenda 2014/2015 gesetzt?

Ralf Weichselbaum: Unsere attraktive Produktpalette ist natürlich der zentrale Grund unseres Erfolgs am Markt. Nehmen wir zum Beispiel unsere Offensive bei den ultra-Modellen, mit denen wir in vielen Fällen in Sachen CO2-Emissionen best in class sind. Gerade der für den Flottenmarkt wichtige Audi A6 ist mit dem ultra-Modell absoluter CO2-Champion. Unsere Flottenkunden legen darüber hinaus Wert auf unsere maßgeschneiderten Dienstleistungen und Prozesse. Auch die Kommunikation muss stimmen, sei es über den Audi Partner, unseren Außendienst oder unsere Großkunden-Fachabteilung. Flottenmanagement: Auf welchen Hauptsäulen steht das Flottengeschäft von Audi in Deutschland? Welches sind die wichtigsten Modelle in diesem Bereich und warum? Ralf Weichselbaum: Der Audi A6 ist nach dem A4 das zweitwichtigste Modell für unser Flottengeschäft. An dritter Stelle folgt der Audi A3. Diese drei Modelle machen deutlich mehr als die Hälfte unseres Gesamtvolumens im Flottenmarkt aus. Die Entwicklung der Nachfrage im Großkundenbereich ist natürlich immer auch ein Stück weit durch die Fuhrpark Policies beeinflusst: Zum Beispiel war bis vor einiger Zeit das heute auch bei dieser Zielgruppe boomende Segment der SUV in vielen Fällen von der Dienstwagenordnung ausgeschlossen. Mit Einführung von effizienten Kompakt-SUV wie dem Audi Q3 und Q5 wurde dieses Segment auch für Flottenkunden attraktiv. Mittlerweile verkaufen wir den Q3 und Q5 auch im Großkundenbereich sehr gut.

Flottenmanagement: Im Spätsommer kommt der überarbeitete Audi A7 Sportback zu den Händlern. Welchen Erfolg versprechen Sie sich von dem neuen A7 Sportback, gerade im Bereich der leitenden Angestellten beziehungsweise Geschäftsführung? Mit welchen Besonderheiten tritt er gegen Konkurrenzmodelle anderer Hersteller an und was bietet er Flottenkunden konkret?

Ralf Weichselbaum: Der Audi A7 stellt für unsere Zielgruppe eine sehr interessante Alternative zum A6 dar, er ist als Coupé klar sportlicher positioniert. Damit ist dieses Fahrzeug für das obere Management oder die Geschäftsführungsebene bei kleineren und mittleren Flottenkunden das perfekte Fahrzeug. Mit seinem markanten Design ist der A7 einzigartig in der Oberklasse und zudem aus technischer Sicht absolut state of the art. Über die umfangreiche Produktaufwertung beim Audi A7 setzen wir noch einmal neue Akzente beim Verbrauch und den CO2-Emissionen auf der einen Seite und erhöhen auf der anderen Seite die Leistung und das Drehmoment. Beispielsweise bringen wir mit der Produktaufwertung erstmals auch im A7 eine ultra-Version auf den Markt – mit einem 3.0-Liter-TDI und einem CO2-Ausstoß von lediglich 122 Gramm pro Kilometer. Wir haben über die gesamte Motorenpalette die Verbrauchs- und Emissionswerte deutlich gesenkt, allerdings nicht zulasten der Leistung: So verfügt der kleinere der beiden 3.0-Liter-TDI-Aggregate nun über 218 statt 204 PS, beim Großen steigt die Leistung von 245 auf 272 PS. Und auch bei der Ausstattung haben wir noch einmal nachgelegt, künftig gehören beispielsweise LED-Scheinwerfer oder das Fahrdynamiksystem Audi drive select zur Serienausstattung.

Flottenmanagement: 2011 präsentierte sich Audi als erster Premium-Fahrzeughersteller auch abseits der Automobilmessen auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Welcher Stellenwert kommt der Elektronik bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge bei Audi zu? Inwieweit kommen Innovationen wie pilotiertes Fahren, neuartige Beleuchtungstechnologien oder Multimediakonzepte dem Dienstwagennutzer zugute?

Ralf Weichselbaum: Premium-Mobilität wird sich in Zukunft noch stärker dadurch auszeichnen, dass wir unseren Kunden Zeit schenken. Gerade die Vernetzung von Automobilen untereinander und mit der Umwelt, kurz Audi connect, birgt für Dienstwagenfahrer viele Vorteile. Vieler dieser Technologien haben wir heute schon in den Fahrzeugen. Auch das Audi virtual cockpit, das wir in Las Vegas als Vision vorgestellt haben, bringen wir in diesem Jahr im neuen TT zum Kunden. Mit dieser Neuheit können alle für den Fahrer relevanten Informationen gestochen scharf auf einem 12,3 Zoll großen Vollfarb-TFTDisplay genau im Sichtfeld abgebildet werden. Damit entfällt beispielsweise der Bildschirm in der Mittelkonsole, wodurch das Cockpit insgesamt aufgeräumter wirkt. Zudem kann der Fahrer individuell entscheiden, welche Anzeige er gerade möchte und auch braucht.

Flottenmanagement: Stichwort Businesspakete: Welche Angebote hält Audi hier für seine Kunden parat und inwiefern hat die Flottenabteilung einen Einfluss auf die Ausstattung der Fahrzeuge?

Ralf Weichselbaum: Exklusiv für Großkunden bieten wir eine Reihe von Businesspaketen an. Das sind Pakete, die auf die besonderen Bedürfnisse dieser Kundengruppe zugeschnitten sind. Dabei geht es im Wesentlichen um Navigation, Telefonie, die Bedienung über Multifunktionslenkräder und Einparkassistenten. Allesamt Dinge, die die tägliche Fahrt und Arbeit im Dienstwagen entspannter und komfortabler machen. Dass wir damit auch den Geschmack der Kunden treffen, zeigt, dass mehr als drei Viertel aller Flottenfahrzeuge mit diesen Paketen bestellt werden. Heute bieten wir im Audi A3, A4 und A5 Sportback ein Businesspaket sowie im A6 und A7 ein Businesspaket Plus an. Darüber hinaus können unsere Großkunden natürlich auch viele Pakete für Privatkunden bestellen.

Flottenmanagement: Der langfristige Erfolg im Flottengeschäft ist nicht allein abhängig von der Eignung der Produkte. Was erwartet der Flottenbetreiber heute darüber hinaus von einem Premium-Automobilhersteller im Bereich der Rahmenbedingungen, Dienstleistungen und beim Service? Wie sind Sie hier aufgestellt?

Ralf Weichselbaum: Für unsere Großkunden ist das Auto ein Arbeitsmittel, daher erwarten sie zum einen im Service eine flächendeckende Versorgung. Hier sind wir mit aktuell rund 1.400 Servicebetrieben in Deutschland sehr gut vertreten und stellen Service auf Premiumniveau sicher. Daneben zählt aber auch wie gesagt ein umfassendes und maßgeschneidertes Dienstleistungsangebot, beispielsweise mit Full-Service-Leasingrate, TCO-Betrachtung und Servicepaketen. Hier können wir über die Audi Leasing unseren Kunden attraktive Angebote schnüren. Zugleich erwarten unsere Kunden auch Transparenz und geringe Komplexität in unserer Angebotsstruktur. Hier haben wir uns weiter verbessert und bieten eine attraktive Full-Service-Leasingrate an: Zusammen mit komfortablen Dienstleistungen, wie dem Wartungs- und Verschleißangebot Audi Fleet Comfort oder dem Reifenersatzangebot Reifen Clever, schaffen wir optimale Kostentransparenz für den Kunden.

Flottenmanagement: Mit welchen Maßnahmen reagiert Audi auf die Trends des Motor-Downsizings und der Optimierung der Total Cost of Ownership (TCO)?

Ralf Weichselbaum: Downsizing spielt auch im Flottenmarkt nach wie vor eine Rolle, so ist beispielsweise das 2.0 TDI Aggregat beim A4 und A6 unsere wichtigste Motorisierung. Nicht zuletzt auch, weil wir mit unseren Audi ultra-Modellen, die trotz höherer Leistung weniger Kraftstoff benötigen und damit auch weniger CO2 ausstoßen, hier den richtigen Schritt gemacht haben.

Flottenmanagement: Umweltschutz und CO2-Reduktion werden in deutschen Fuhrparks immer wichtiger. In welche Richtung zielt die Strategie von Audi hier mittel- und langfristig? Liegt der Fokus bei den Fuhrparkbetreibern hier eher auf Kraftstoffsparen bei konventionell angetriebenen Modellen oder ist die Nachfrage nach alternativ angetriebenen Modellen deutlich zu spüren?

Ralf Weichselbaum: Das hängt vom individuellen Kunden und seinem Nutzungsverhalten ab. Wir haben hier heute schon ein sehr breites Spektrum im Angebot. Unsere ultra-Modelle sind die Speerspitzen, wenn es bei konventionell angetriebenen Modellen um Verbrauchseffizienz und die Senkung von CO2-Emissionen geht. Dabei spielt nicht nur der Motor eine wichtige Rolle, wir betrachten alle Bereiche, angefangen vom Getriebe über die Fahrwiderstände bis hin zum Leichtbau.

Ein weiteres hervorragendes Beispiel ist der A3 Sportback g-tron, den wir seit Frühjahr dieses Jahres anbieten: ein Erdgasfahrzeug mit 110 PS, das auf Wunsch mit Audi e-gas sogar CO2-neutral fährt. Dafür hat Audi im emsländischen Werlte eine Power-to-Gas-Anlage gebaut, in der wir aus regenerativer Windenergie ein synthetisches Gas erzeugen – ohne fossile Bestandteile. Um unter dem Strich CO2-neutral zu fahren, können unsere Kunden für 12,56 Euro netto im Monat eine e-gas-Tankkarte erwerben und das Audi e-gas ganz normal tanken. Beim A3 Sportback g-tron profitieren Kunden gleichzeitig vom niedrigen Verbrauch, Steuervorteilen und dem günstigeren Kraftstoffpreis. Bei einer Laufzeit von 36 Monaten und 30.000 Kilometer pro Jahr ergibt sich dadurch eine Ersparnis von rund 1.700 Euro gegenüber einem 1.6 TDI Aggregat bei einer vergleichbaren Leasingrate. Dabei ist der A3 g-tron voll alltagstauglich hinsichtlich Komfort, Platzund Ausstattungsangebot.

Noch in diesem Jahr bringen wir mit dem A3 Sportback etron den ersten Plug-in-Hybrid von Audi auf den Markt. Die Kombination aus Elektroantrieb und Verbrennungsmotor bietet auch für Flottenkunden alltagstaugliche und klimafreundliche Mobilität ohne Verzicht auf Reichweite: Rein elektrisch fährt der A3 e-tron bis zu 50 Kilometer, mit dem TFSI-Motor kommt er insgesamt auf mehr als 900 Kilometer. Der A3 e-tron ist jedoch erst der Anfang, denn wir bringen künftig jedes Jahr einen neuen e-tron in einer anderen Baureihe auf den Markt.

Flottenmanagement: Welche Ziele haben Sie sich mittel- und langfristig gesetzt; was wollen Sie mit und für Audi noch erreichen?

Ralf Weichselbaum: Wir wollen natürlich die Nummer eins im Flottenbereich bei den Premiummarken bleiben. Dabei ist das Volumen allein jedoch nicht alles, mir persönlich ist ein Anliegen, den engen Kontakt zwischen Kunden, Handel und der Audi Leasing weiter zu verbessern. Wie bereits erwähnt, spielt eine saubere Prozesskette insbesondere im Großkundengeschäft eine gewichtige Rolle. Der Kunde unterscheidet nicht zwischen Leasinggesellschaft, Handelspartner und Großkundenbetreuung, am Ende ist alles für ihn Audi. Deswegen fokussieren wir unsere Prozesse auf zwei Punkte: Kundenzufriedenheit und Händlerzufriedenheit.