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Auch dieses Mal hat sich der A.T.U Großkundenbetreuer und Organisator der Veranstaltung, Guido Grewe, für den Branchentreff etwas Besonderes einfallen lassen. Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien fand die Veranstaltung im Borussia-Park in Mönchengladbach statt. Vor der Kulisse der etwa 55.000 Zuschauer fassenden Fußballarena gab es interessante Vorträge rund um Flottenthemen und reichlich Zeit zum Fachsimpeln.

Noch bevor die beiden Referenten Thomas Löw (KAM Tire Distributor, Continental Division Interior) und Andreas Nickel (Geschäftsführer, fleet acadamy UG) zu dem Thema Reifendruckkontrollsystem (RDKS) oder den Gesetzesänderungen im Jahr 2014 in den Seminarräumen referierten, durften die Fuhrparkleiter alternative Hybrid- und Elektrofahrzeuge in kleinen Runden um das Stadion testen. Neben dem durchaus flottenrelevanten Ford Focus Electric und dem Volvo V60 Plug-in- Hybrid konnten die Teilnehmer auch einen Fiskar Karma fahren. Der Elektrosportwagen mit Range Extender ist zwar eher ein Exot auf den Firmenparkplätzen der allermeisten Fuhrparkunternehmen, doch durch sein Design und seine Dynamik zeigt der Sportwagen, dass Elektromobilität mehr sein kann als nur umweltbewusst.

Im Anschluss an die Testrunden, die dem einen oder anderen einen Ausblick auf den emissionsfreien Fuhrpark von morgen bieten konnten, widmeten sich die Referenten den aktuell anstehenden Herausforderungen im Flottenmanagement. Ab dem 1. November dieses Jahres müssen alle neu zugelassenen Pkw mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sein. Doch wer kennt schon den Unterschied zwischen einem direkten oder indirekten Kontrollsystem oder weiß welcher Sensortyp zu seinem Auto passt? Der Artikel 9 (2) in der EG-Verordnung Nr. 661/2009 schreibt nur vor, dass eine Reifendrucküberwachung vorhanden sein muss, nicht aber wie diese Vorgabe umgesetzt werden soll. Daher blickt so mancher Flottenmanager mit Sorge auf den anstehenden Reifenwechsel im Herbst.

In seinem Vortrag „Reifenluftdruckkontrollsystem – Informationen von VDO zu RDKS und der neuen Verordnung (EG) Nr. 661/2009“ erläuterte Thomas Löw neben der Funktionsweise der verschiedenen Systeme die Vorteile von RDKS. Neben der erhöhten Sicherheit durch einen korrekten Reifendruck lassen sich auch Kraftstoffkosten einsparen und der CO2-Ausstoß kann verringert werden. Trotz der zahlreichen Vorteile von RDKS sehen manche Flottenleiter der Einführung eher skeptisch entgegen. Die Kosten und der erhöhte Zeitaufwand durch die aufwendige Umstellung sind die größten Bedenken der Fuhrparkleiter. Daher weist der Experte Thomas Löw darauf hin, dass der Vorbereitungsprozess bei der Umstellung entscheidend sei: „Der Fuhrparkleiter muss heute feststellen, welche Fahrzeuge im Herbst neue Reifen bekommen und welches System die Fahrzeuge haben, damit die Umstellung reibungslos verläuft.“

Auch der zweite Vortrag unter dem Titel „Neuigkeiten rund um den Fuhrpark – Gesetzesänderungen 2014 und Ausblick 2015. Was wird auf uns zukommen und auf was sollten wir achten!“ ging kurz auf die verpflichtende Einführung der Reifendrucküberwachung in allen Neuwagen ein. Dabei wurde von den Fuhrparkleitern in die Runde geworfen, dass es einen erheblichen Verwaltungsmehraufwand durch die Einführung geben wird, da es bislang noch keine Erfahrungswerte mit den Kosten für den Reifenservice im Full-Service-Leasing gibt.

Doch Referent Andreas Nickel widmete sich auch anderen aktuellen Fragen im Fuhrpark. Unter anderem berichtete der Dozent und Trainer der TÜV Rheinland Akademie von der Punktereform, der neuen Warnwestenpflicht, den Änderungen in der Zusammensetzung des Verbandskastens und der Einführung von E-Parkplätzen in Deutschland. Gerade bei der Schaffung von Sonderparkplätzen für Elektrofahrzeuge sind noch einige Punkte nicht geregelt. So stellt sich unter anderem die Frage der Finanzierung. Denn bislang sollen E-Parkplätze kostenlos sein, um neben den ohnehin schon steuerlichen Vergünstigungen weitere Anreize zu schaffen. Auch wenn sich die Suche nach einem geeigneten Parkplatz für Elektroautos immer noch sehr schwierig gestaltet – auch für „normale Pkw“ wird es immer schwieriger. So schildert Andreas Nickel: „Viele Parkplätze haben in Deutschland immer noch ‚alte Maße’, dabei werden unsere Pkw immer größer und breiter.“

Der A.T.U Fuhrpark-Treff ist neben den Vorträgen immer auch eine Plattform für den Austausch der Flottenexperten untereinander. Diesmal gab es vor allem am Abend die Möglichkeit, am Grillbuffet mit interessanten Personen in Kontakt zu kommen. Auf der Video-Leinwand im Stadion wurde darüber hinaus auch das WM-Vorrundenspiel zwischen Italien und Uruguay übertragen, sodass für gute Stimmung gesorgt war. Thorsten Geißler, der Niederlassungsleiter und Fuhrparkverantwortliche bei der PCS Professional Conference Systems GmbH, war zum ersten Mal unter den Teilnehmern des A.T.U Fuhrpark-Treffs und zieht ein positives Resümee: „Die Veranstaltung bot einen gesunden Mix aus inhaltlich aktuellen Themen und einer lockeren Umgebung zum Erfahrungsaustausch mit den Fuhrparkkollegen.“ Auch die anderen Teilnehmer waren durchaus zufrieden mit der Veranstaltung und konnten mit positiven Eindrücken den Event verlassen.