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Was tun, wenn man ein komfortables Auto mit viel Platz, großer Anhängelast und vielleicht auch noch Allradantrieb haben möchte – aber so gar nicht auf die Mainstream-Offerten setzt? Andererseits soll das Fahrzeug aber auch nicht zu exotisch sein, und das Werkstattnetz sollte über eine gewisse Grunddichte verfügen. Der Jeep Grand Cherokee könnte dieses Problem lösen. Ab 44.873 Euro (netto) übergibt der Händler den Schlüssel einer „Limited“-Version. Die kommt mit der stärkeren Ausbaustufe des Dreiliter-V6- Diesels (250 PS) daher und bietet alles Erdenkliche frei Haus, was dem Autofahrer ein süßes Leben beschert. Bluetooth-Freisprechanlage, Digitalradio, elektrische Heckklappe, Rückfahrkamera, beheizte und elektrisch verstellbare Ledersitze, Tempomat und Xenonlicht sind immer dabei – kein Grand Cherokee verlässt die Werkstore also mager ausgerüstet. Und die 1.008 Euro netto extra für ein Navigationssystem sind zu verschmerzen.

Dabei ist der füllige und seidenweich laufende Selbstzünder unter der Motorhaube fast das schönste Merkmal. Der 570-Nm-Brocken harmoniert perfekt mit der obligatorischen Achtstufenautomatik. Bei Richtgeschwindigkeit schippert man mit kaum 2.000 Touren dahin, genießt die kommode Fortbewegung und bleibt verschont von überbordenden Tankrechnungen. Auf hohe Drehzahlen kann der große Cherokee verzichten und bleibt auch beim Überholvorgang gerne im großen Gang. Wenn es den Fahrer dann doch einmal packt, kann er das Getriebe per entsprechendem Gaspedalbefehl aber rasch zurückschalten lassen. Der schwere Ami kann auch wild und spurtet auf Wunsch binnen 8,2 Sekunden auf Landstraßentempo – doch so richtig aufgeregt geht selbst eine solche Kick-down-Aktion nicht vonstatten. Gedämpft wummernd dreht der Dreiliter dem Ende der Tourenskala entgegen und erledigt sämtliche Anforderungen mit einer erstaunlichen Souveränität. Auch das Fahrwerk spielt mit und bereitet keine Kopfschmerzen bei zügig gefahrenen Autobahnkurven. Andererseits schluckt es Unebenheiten, als sei ganz Europa mit gerade freigegebenen Straßen überzogen.

Komfort ist eine der großen Domänen dieses Jeeps, das Kapitel endet keineswegs mit der Dämpfereinheit. Himmlisch weiche Sitze betten den Passagier wie auf Watte und lassen ihn sogar nach vielen Hundert Kilometern noch mit einem Lächeln aussteigen. Hinzu kommt die geräumige Zelle mit viel Bein- und Schulterfreiheit sowohl vorn als auch in der zweiten Reihe. Das seit dem Facelift erneuerte Bedienkonzept schlägt eine Brücke zwischen Elektronik-Fans mit Spaß an möglichst viel Displayfläche und jenen, die eine Funktion gerne möglichst unkompliziert ansteuern. Jedenfalls wurde die Bordcomputer- Bedienung inzwischen deutlich vereinfacht, und auch für die Konnektivitätsfeatures braucht man wahrlich keinen Lehrgang. Die große TFT-Anzeige im Zentralinstrument dient als hilfreiche Multifunktionsausgabe und informiert über die Lotsenführung der Navigation ebenso wie den Verschränkungszustand der Achsen. Dass die klassischen Rundinstrumente der ersten Serie nun wegfallen, kann man verschmerzen. Zumal die coole LED-Signatur (Tagfahrleuchten) den Verlust mehr als wettmacht.