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Auch hart gesottene Benzinfreaks müssen ja zugeben: Ein drehmomentstarker Elektrowagen fühlt sich nicht schlecht an. Das gilt auch für den taufrischen e-Golf mit seinen 115 PS und 270 Nm Drehmoment, das sogar schon ab der ersten Umdrehung anliegt. Ein 105-PS-TDI hat weniger. Einsteigen und losfahren – wunderbar. Der Fronttriebler zieht kräftig an und tut den Ohren gut, denn er gibt kaum wahrnehmbare Laute von sich. Es gibt kein Getriebe, also entfallen auch die Schaltrucke. Man kann einstellen, wie stark er beim Gaslupfen rekuperieren und die Batterie damit aus der Bremsenergie- Rückgewinnung nachladen soll, alles wirklich kinderleicht. Okay, ein bisschen zu bedienen gibt es doch: Der Bordrechner enthält so einige Features. Lademanagement und Effizienzoptimierung sind eine komplizierte Materie.

Und damit ist das Kernproblem ausgemacht: Für lange Reisen ist der elektrisch betriebene Golf nicht geeignet, obwohl er so schön komfortabel ist. Denn die Energiedichte selbst einer modernen Lithium-Ionen-Batterie ist in keiner Weise mit jener eines prall gefüllten Benzintanks vergleichbar. So ist eine Ladung gut für 130 Kilometer, sofern keine Wetterextreme vorherrschen, denn Temperierung kostet wertvollen Strom. Wenigstens kann man den Akku mittels Schnelllade-Station binnen 30 Minuten zu 80 Prozent aufladen, doch diese müssen erst noch in hinreichender Zahl installiert werden. Der e-Golf ist ein gutes Auto und fährt hervorragend – aber der Käufer sollte sich vorher genau überlegen, wie er sein späteres Fahrzeug einsetzt. Garagenbesitzer mit Steckdose sind klar im Vorteil, die können nämlich über Nacht „tanken“. Ab 29.327 Euro (netto) ist der Stromer zu haben und bietet immerhin Klimaautomatik, LED-Vollscheinwerfer, Navigationssystem und Radio frei Haus. Das ist eine faire Sache.