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Flottenmanagement: Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie mit dem Thema alternative Antriebe bisher sammeln können, um daraus Impulse für Ihre Arbeit zu erhalten?

Dirk Zieschang: Von Beginn an habe ich mich mit diesem Thema beschäftigt, habe alle erdenklichen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben selbst getestet, mir zahlreiche Vorträge und Messen zu diesem Thema angesehen und mit Interessierten und Nutzern der neuen Antriebe gesprochen. Ich muss ganz einfach sagen: Es gibt zurzeit zu viele Informationen zu diesem Thema, sodass man am Ende gar nicht mehr in der Lage ist, eine Kaufentscheidung zu treffen. Aufgrund einer Vielzahl von anderen wichtigen Themen – wie zum Beispiel Unfallverhütungsvorschriften und Halterhaftung – schieben viele das Thema vor sich her. Deshalb haben wir uns gefragt: Wie können wir mit unseren Systemen den Kunden Entscheidungshilfen an die Hand geben? Unser Ansatz liegt darin zu zeigen, dass es sich nicht um Exoten handelt, sondern um gleichwertige Antriebe, die parallel zu den verbreiteten thermischen Antriebskonzepten ihre Daseinsberechtigung haben und unter Berücksichtigung der Einsatzart genutzt werden können. Hier versuchen wir die notwendige Transparenz und damit Akzeptanz zu schaffen, indem wir unseren Kunden alle notwendigen Fahrzeugdaten anbieten und aufbereiten und eine Bestellung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben ermöglichen. Unsere Kunden sollen vorab kalkulieren können und sehen, welche Kosten auf sie zukommen beziehungsweise welche TCO sie erwarten können. Während des Fahrzeuglebenszyklus zeigen wir mittels unserer Software auf, dass zum Beispiel eine Betankung mit Diesel mit einer Aufladung der Batterie prinzipiell gleichzusetzen ist. Wenn dies in einem Reporting so angezeigt wird, ist der Zusammenhang und die Ähnlichkeit der Antriebe für den Kunden viel anschaulicher und verständlicher.

Flottenmanagement: Welche Erfahrungen und Qualifikationen muss Ihr Unternehmen mitbringen, wenn es sich mit der Entwicklung von Speziallösungen für alternativ angetriebene Fahrzeuge beschäftigt?

Dirk Zieschang: Wir waren erstaunt, als wir bei der Weiterentwicklung unserer Plattform Fleet- Scape IP feststellten, dass einige Nutzer bereits das bestehende System für die Verwaltung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben verwendeten. Umso deutlicher wird, dass diese Antriebe bereits jetzt von dem einen oder anderen mit den herkömmlichen thermischen Antrieben gleichgesetzt werden. In der aktuellen Version von FleetScape IP finden zusätzlich spezielle Algorithmen Verwendung, um den Verbrauch der herkömmlichen Motoren mit denen der alternativen Ausführung gleichzusetzen. Damit werden alle in einem Fuhrpark befindlichen Fahrzeuge miteinander vergleichbar, egal welche Art des Antriebs benutzt wird. Mit FleetScape IP können erstmals die tatsächlichen fuhrparkrelevanten Werte alternativ angetriebener Fahrzeuge, wie zum Beispiel die tatsächlichen Wartungs- und Reparaturkosten, in einer einheitlichen Systematik erfasst werden. Alles in allem ist das neue System ein Zusammenspiel aus der bewährten Plattform kombiniert mit zahlreichen Erfahrungen mit alternativen Antrieben sowie mit naturwissenschaftlichen Algorithmen.

Flottenmanagement: Woher erhalten Sie den Input/ die Anforderungen um leistungsfähige und praxisnahe Lösungen zu entwickeln?

Dirk Zieschang: Da die Nachfrage nach herkömmlichen Antrieben nach wie vor viel höher liegt, ist das Bedürfnis der Hersteller, Informationen zu neuen Alternativen bereitzustellen, zweitrangig. Erst, wenn Interessenten gezielt nachfragen, bekommen sie die Informationen. Und hier nutzen wir die Möglichkeit unserer Plattform, über eine große Anzahl von Fuhrparks eine dementsprechende Nachfrage zu erzeugen, damit die Datenlieferanten auch ein Interesse haben, die notwendigen Daten zu liefern. Ein typisches Beispiel sind die Leasingkonditionen: Wie mir Fuhrparkleiter berichteten, hat man teilweise acht bis zehn Wochen auf ein Angebot für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben warten müssen. Mit unserem System QuotationScape bieten wir die Möglichkeit, Konditionen einfach zu verwalten und Angebote zu erstellen. Dabei werden zum Beispiel Elektrofahrzeuge genauso kalkulatorisch behandelt wie herkömmliche Fahrzeuge. Auch hier muss klar werden, dass alternativ angetriebene Fahrzeuge nichts Besonderes sind und ganz normal behandelt werden können.

Flottenmanagement: Wer zählt zu Ihrer Zielgruppe?

Dirk Zieschang: Zu unserer Zielgruppe zählen allgemein Fuhrparkbetreiber, Fuhrparkmanagementunternehmen, Fahrzeughersteller und jegliche Dienstleister im Automobilsektor. Und für all diese ist das Thema „alternative Antriebe“ interessant und deshalb wird früher oder später jeder sein Geschäftsmodell auch auf diese Antriebsarten einstellen.

Flottenmanagement: Wird dieses System als modulare Lösung angeboten oder als eigenständige Software? Wie werden die neuen Funktionen eingebunden? Welche Unterschiede gibt es gegenüber der vorherigen Software?

Dirk Zieschang: In der aktuellen Version unseres webbasierten Systems, welches seit März dieses Jahres online ist, werden alle notwendigen Funktionen durchgängig über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus angeboten. FleetScape IP wurde dahingehend weiterentwickelt, dass von der Ausschreibung über die Konfiguration und Kalkulation, Bestellung, Verwaltung bis hin zum Verkauf oder der Verwertung alles in einer webbasierten Umgebung abgebildet wird. Dies ist derzeitig ein Alleinstellungsmerkmal von InNuce Solutions, denn wir bieten die Integration dieser Funktionen von der Fahrzeugausschreibung bis zur Fahrzeugverwertung in einem modular aufgebauten System an. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Antriebsart es sich handelt oder welche Fahrzeuge verwaltet werden. Die Software kann so beispielsweise Pkw, Lkw, aber auch Fahrräder und Anhänger verwalten und beachtet dabei die jeweiligen Besonderheiten der verwalteten Objekte.

Aufgrund der Modularität kann man die Software theoretisch auch nur zur Entscheidungsfindung nutzen oder Module so auswählen, dass sie Anwendungen mit dem höchsten Handlungsdruck ersetzen. Wählen kann der Kunden dann, ob die Software bei InNuce Solutions gehostet oder vor Ort beim jeweiligen Nutzer installiert wird. Die Module können unabhängig voneinander kombiniert und bei Bedarf die Funktionalität durch Zuschaltung weiterer Module erhöht werden. So kann der Kunde Schritt für Schritt Probleme lösen und seine Abläufe kontinuierlich verbessern. Die Folge daraus ist, dass Kunden nicht den „großen schwarzen Kasten“ kaufen, sondern genau wissen, was jeder Baustein der Software leistet, und nicht zuletzt nur das bezahlen, was sie auch wirklich nutzen. Alle Beteiligten arbeiten prozessgestützt miteinander über eine webbasierte Plattform, somit kann das System uneingeschränkt vom Fahrer, Fuhrparkleiter, Einkäufer, sogar vom Geschäftsführer, von den Dienstleistern wie Versicherungen und Gutachtern bis hin zum Verwerter genutzt werden. Bei der Entwicklung der Software verzichten wir bewusst auf die Programmierung einer App, da die Benutzeroberfläche und Inhalte unserer Software Device-gerecht für mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets angezeigt werden. Der große Vorteil dabei ist, dass weder Software noch Updates auf den Geräten installiert werden müssen und somit alle Funktionen jederzeit zur Verfügung stehen.

Flottenmanagement: Wie weit können Sie auf spezielle Wünsche der Kunden bezüglich des Leistungsumfangs der Software eingehen?

Dirk Zieschang: Alle unsere Kunden haben gemeinsam, dass sie individuell und intensiv durch uns betreut werden. Wir bieten sowohl Lösungen für kleinere als auch große Kunden. Dabei spielt vor allem die Integrierbarkeit eine große Rolle. Unsere Software muss kompatibel sein, weil nahezu jeder Kunde bereits ein System im Einsatz hat oder Software zweckentfremdet nutzt. Dass bei diesen Lösungen nicht immer mit aktuellen Standards gearbeitet wird, ist keine Seltenheit. Aus diesem Grund ist die Integrierbarkeit unserer Software ein Gut, das wir neben Individualität und Kundenorientierung sehr pflegen, denn die Nutzung unserer Software soll für den Kunden nie eine Hürde darstellen.

Neben der Integration spielt für viele unserer Kunden die Individualisierung eine große Rolle, bei der aber die Einführung und Einhaltung von Marktstandards nicht zu kurz kommen darf. Die Kunden wünschen sich vorgefertigte Prozesse, wie zum Beispiel zur Strafzettelverarbeitung oder zur Führerscheinkontrolle, die den gängigen Marktstandards entsprechen. Ebenso verhält es sich mit vordefinierten Import-/ Exportschnittstellen, um Inhalte in das neue System einzubinden. Erst dann kommt die Individualisierung zum Tragen. Prozesse, Bezeichnungen, Farben und Logos werden dann dem Kundenwunsch entsprechend in das System integriert. Dies erfolgt über einen konfigurativen Ansatz und ist damit kostengünstig und schnell umzusetzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Schätzungen aufgrund unserer hohen Branchenerfahrung schnell und zielgenau an den Kunden weitergegeben werden können. Dies bietet unseren Kunden Handlungssicherheit, denn jeder weiß, wie oft bei IT-Projekten Zeitpläne und Budgetvorgaben überschritten werden.

Flottenmanagement: Was für ein Team steht hinter InNuce?

Dirk Zieschang: Unser Team besteht aus 20 Spezialisten, die weitreichendes fachliches und technisches Know-How in der Einführung von Systemen in der automobilen Dienstleistungswelt besitzen. Bewusst haben wir zum Beispiel in der Teamstruktur eine Custom-Service- Ebene mit Personal, das aus der Branche kommt, installiert. Diese Fachleute kennen die Probleme in der IT-Welt der Fuhrparklösungen am besten und haben ein entsprechendes Hintergrundwissen, um die Bedürfnisse der Kunden nachzuvollziehen und befriedigen zu können. Dazu gehören Mitarbeiter, die die Sprache der Kunden sprechen und sich in den Prozessen auskennen, um bei eventuell auftretenden Problemen die nötigen Hilfestellungen und Tipps zu geben.