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Fahrzeugleasing stellt seit Jahren einen stabilen Anteil der Fuhrparkbeschaffung dar. Die Vorteile für die Flottenbetreiber liegen auf der Hand: planbare Kosten, geringes Restwertrisiko, gesicherte Fahrzeugrücknahme, geringe Kapitalbindung, aktuelle Modelle und moderne Technik für die Gesichtspunkte Motivation und Umweltbewusstsein. Dazu kommen Aspekte wie zubuchbare Dienstleistungen, die den Verwaltungsaufwand und die Prozesskosten im eigenen Unternehmen senken und dabei für Transparenz und lückenlose Dokumentation sorgen. Je nach Markenausrichtung des Fuhrparks stellt sich bei der Wahl des oder der geeigneten Anbieter die Frage, ob es ein herstellernaher oder besser ein herstellerunabhängiger sein soll. Neben Serviceangebot und Flexibilität spielen vor allem die Konditionen eine entscheidende Rolle für die Auftragsvergabe. Auch das Thema Europa kommt immer häufiger bei der Wahl des Leasingpartners zum Tragen. Ebenso eine Auswahl und Beratung bei alternativ angetriebenen Fahrzeugen.

Der Erfolg der markenneutralen Gesellschaften zeigte sich im vergangenen Jahr in einem Vertragszuwachs bei den Mitgliedsgesellschaften von 4,5 Prozent, wie der Verband markenunabhängiger Fuhrparkmanagement- und Leasinggesellschaften VMF e.V. berichtete. Das waren in 2012 insgesamt rund 440.000 Fahrzeuge. Die Mitglieder sind vor allem in größeren Fahrzeugflotten ab 200 Einheiten vertreten, nämlich mit einem Anteil von gut 50 Prozent wie Vorstandsvorsitzender Michael Velte bekannt gab. Der Zusammenschluss jener Leasinggesellschaften hat weitere Vorteile für die Kunden: Standards wie die faire Fahrzeugbewertung VMF werden für die Fahrzeugrückgabe etabliert und bieten Transparenz wie auch Sicherheit. Der Vorbildcharakter für die Rückgabeprozesse anderer Anbieter entsteht als angenehmer Nebeneffekt. Auch Ausschreibungsstandards hat der Verband zusammengestellt, um Fuhrparkbetreibern dieses Prozedere zu vereinfachen.

Der Markt der herstellerunabhängigen Anbieter ist seit Jahren ständig in Bewegung. Dabei sind Neugründungen eher die Ausnahme, Zusammenschlüsse, Aufkäufe oder strategische Neuausrichtungen häufiger. Jüngstes Beispiel bildet die Hannover Leasing Automotive, deren laufender Vertragsbestand von der Deutschen Leasing Fleet aufgekauft wurde, die Hannover Leasing will sich ab sofort verstärkt auf das Fuhrparkmanagement konzentrieren.

In der Mehrheit bieten die unabhängigen Gesellschaften ein umfangreiches Full-Service- Leasing an, das Portfolio erstreckt sich von den klassischen Dienstleistungen Wartung und Verschleiß, Reifenservice, Tankkartenmanagement sowie GEZ- und Kfz-Steuerzahlung über Führerscheinkontrolle, Strafzettelmanagement, Versicherung, Schaden- und Riskmanagement bis hin zu Langzeitmietangeboten, Mitarbeitermotivationsmodellen und Erstellung von Car Policies beziehungsweise Überlassungsverträgen. Einige wenige wie die IKB Auto Leasing, die auf eine Teilnahme an unserer Marktübersicht verzichtete, betreiben ihr Geschäft ausschließlich über das Finanzleasing. Dennoch gibt es eine – zwar sinkende – Zahl an Fuhrparks, die bewusst auf Full-Service-Dienstleistungen verzichten. Der VMF nennt hierzu die Zahl von rund 40 Prozent der Verträge seiner Mitgliedsgesellschaften. Aber viele Leasing- und Fuhrparkmanagementgesellschaften bieten an, auch fremdgeleaste und gekaufte Fahrzeuge zu managen.

Durch eine europäische, wenn nicht sogar internationale Aufstellung beziehungsweise durch Kooperationen wird auch grenzüberschreitendes Leasing über viele „Non-Captives“ möglich. Hier spielt die Markenneutralität wieder eine große Rolle, denn europaweit gelten andere Prioritäten bei der Fahrzeugmarken- und -modellwahl als hierzulande.
In der Ausgabe Flottenmanagement 4/2013 folgt dann der zweite Teil der Marktübersicht zu den herstellerabhängigen Leasinggesellschaften.