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Mit ausgefallenen Vans macht man sich nicht immer Freunde, das musste Fiat mit dem Multipla erfahren. Praktisch ja, aber auch schön anzusehen? Genau das war der Kritikpunkt. Also drehen die Italiener den Spieß einfach um und bauen ein nützliches Auto, das auf einem Design-Liebling basiert. Es handelt sich um keinen Geringeren als den Fiat 500, der schon seit vielen Jahren immer wieder neue Herzen erobert. Das soll der L nun auch, und die runden Kulleraugen flirten zumindest schon einmal intensiv mit potenziellen Käufern. Zwar ist der 500 „Large“ keine vergrößerte 1:1-Kopie seines kleineren Bruders ohne Zusatzbezeichnung – aber eine gewisse Ähnlichkeit im Grundschema ist schon vorhanden. Und so ganz erwachsen müssen sich die Kunden dann doch nicht fühlen, für die der Cinquecento inzwischen zu klein geworden ist: Ein buntes Farbprogramm mit knalligen Tönen sorgt für eine verspielte Note. Aber auch der weiße Testwagen macht einen schicken Eindruck.

Unter der Haube steckt ganz flottentypisch ein 1,3 Liter großer Selbstzünder. Mit fast 4,16 Meter Außenlänge ist der Italiener auch per Datenblatt ausladend – von Kleinwagen kann keine Rede mehr sein. Demnach sind 85 PS fast beschaulich, aber Dieselmotoren ziehen ihren Performance-Faktor ja bekanntlich aus dem hohen Drehmoment. Der Vierventiler stemmt 200 Nm ab 1.500 auf die Kurbelwelle und sorgt demnach für angemessenen Vortrieb. Rund 15 Sekunden Werksangabe für den Standardsprint bis 100 km/h machen etwas pessimistisch und übertreffen dann die Erwartungen, sobald man hinter dem Steuer sitzt. Denn so langsam, wie die Papiere Glauben machen, fühlt sich das praktische Vehikel gar nicht an. Nur jenseits von Richtgeschwindigkeit lässt der Punch nach, aber darauf kommt es hier ja nun wirklich nicht an. Das eher kommod abgestimmte Fahrwerk und Reifen mit einem Niederquerschnitt bis maximal 55 entschärfen Unebenheiten wirkungsvoll.

Darüber hinaus punktet der Innenraum mit luftigen Platzverhältnissen in beiden Reihen. Auch hinten können sich also große Personen niederlassen, ohne mit den Knien an die Lehnen zu stoßen. Diese werden gegen 84 Euro Aufpreis mit Klapptischen versehen, was die Praxistauglichkeit erhöht. Weitere 84 Euro (netto) Mehrpreis beschert den Eignern Ablagefläche unter dem Beifahrersitz. Generell hält der Fiat clevere Funktionen bereit, zu denen auch die in der Höhe verstellbare Laderaumabdeckung gehört. Geladen werden können übrigens bis zu 1.310 Liter – angesichts der Fahrzeugkategorie ein akzeptabler Wert. Ab netto 16.050 Euro gibt es den 500L 1.3 Multijet – enthalten sind neben Klimaanlage und Radio auch Bluetooth-Freisprechanlage sowie Tempomat. Gegen 1.008 Euro (netto) Mehrkosten entfällt das Kupplungspedal. Auf ein integriertes Navi verzichtet Fiat im Falle des 500L und bietet stattdessen eine Vorrüstung für mobile Geräte (50 Euro) an. Eine faire Lösung.