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Kundenservice wird bei Leasinggesellschaften und Automobilherstellern sehr großgeschrieben. Sie kümmern sich um den Fahrer ihres Fahrzeugs im Falle eines Unfalls oder einer Panne und bieten einen sofortigen Mobilitätsservice. Doch irgendwann stoßen auch sie an gewisse (Kosten-) Grenzen, gerade wenn sich der Vorfall im Ausland ereignet hat und beispielsweise ebenfalls die Familie während einer Urlaubsfahrt, möglicherweise sogar durch einen Unfall, mit betroffen ist. Leichter und für den Nutzer günstiger wird es, wenn er auf einen Schutzbrief zurückgreifen kann, der insbesondere bei Extremfällen wie einer Panne oder einem Unfall, einem Diebstahl und bei Erkrankung oder Tod des Fahrers zum Einsatz kommen kann und der zumeist folgendes Leistungsspektrum enthält:

• Übernahme der Kfz-Bergungskosten und/oder Kfz-Abschleppkosten
• Übernahme von Verschrottung oder Verzollung, falls das Auto einen Totalschaden erlitten hat
Übernahme von Hotelkosten, wenn solche aufgrund eines Unfalls entstehen
• Übernahme der Kosten für die Rückfahrt/ Weiterreise per Bahn oder Ersatzauto
• Versand von Ersatzteilen von Deutschland zum Unfallort im Ausland
• Organisation der Unfallopfer-Rücktransporte nach Deutschland, soweit dies medizinisch notwendig ist
• Vermittlung von ärztlicher Betreuung
• Hilfe vor Ort bei Behördengängen und Rechtsangelegenheiten
• Versorgung mit Bargeld
• Rücktransport unverletzter Angehöriger
• Rücktransport Verstorbener

Ob ein Unternehmen Schutzbriefe im Zuge von Flottenversicherungspaketen für die Dienstwagennutzer bezieht oder über die Mitgliedschaften der Fahrer in Automobilclubs, steht jedem selbst zur Wahl und hängt sicherlich von den Konditionen ab, die in einer bestimmten Größenordnung verhandelbar sind. Für den einzelnen Schutzbrief werden beispielsweise bei der R+V-Versicherung 12 Euro pro Jahr und Pkw fällig, der Schutzbrief Plus, also inklusive Auslandsschaden-Versicherung, liegt bei 30,50 Euro. Die Auslandsschadenregulierung beinhaltet die Schadenregulierung nach deutschem Schadenersatzrecht. Aber: Ein Schutzbrief über eine Versicherung wird regelmäßig nur in Verbindung mit einem Fahrzeug ausgestellt und gilt für den Fahrer und die Insassen. Eine Automobilclub- Mitgliedschaft ist oft ungleich teurer, dafür gelten die damit verbundenen Leistungen auch unabhängig vom Fahrzeug, beispielsweise bei einer Flugreise, im Mietwagen et cetera. Je nach Leistungspaket können (Ehe-)Partner und Familie mit eingeschlossen werden, Firmenkundentarife gibt es ebenfalls. Die Vertragsdauer beläuft sich auf ein Jahr und verlängert sich automatisch, wenn keine Kündigung ausgesprochen wird. Prüfen und vergleichen Sie in jedem Fall die individuellen Leistungen beziehungsweise die Einschränkung der Leistungen des Anbieters, denn manche Firmen- oder Fuhrparktarife beinhalten lediglich eine Pannenhilfe. Eine weitere Option für Mobilitätsdienstleistungen bieten die Automobilhersteller zumeist innerhalb der Neuwagengarantie, respektive Verlängerungsmöglichkeiten – und das für kleines Geld oder sogar kostenlos. Hier handelt es sich aber um reine Unterstützung im Falle einer Panne, auch im Ausland: Pannenhilfe vor Ort, Fahrzeugbergung und -transport, Ersatzfahrzeuggestellung oder Rück- beziehungsweise Weiterreise sowie Abholung des Fahrzeugs, Hotelübernachtung, Taxifahrten et cetera.

Aber nicht vergessen: Kosten, die der Arbeitgeber übernimmt, die auch dem Privatnutzen des Dienstwagenfahrers zugute kommen, müssen versteuert werden. Ein Schutzbrief zählt laut Bundesfinanzhof-Urteil (Az.: VI R 37/03) zu den Barlohnleistungen des Arbeitgebers, die nicht mit der 1-Prozent-Regelung abgegolten sind.

Eine umfassende Absicherung sollte auf jeden Fall immer mit an Bord sein, egal, wohin die Reise geht. Wer nicht sowieso als Privatperson Mitglied in einem Automobilclub ist und somit stets auf dessen Leistungen zählen kann, sollte einmal beim Arbeitgeber solch oder ein ähnliches Produkt anfragen. Denn wenn lediglich die Mehrversteuerung des um den Jahresbeitrag angehobenen Bruttolohns die zu tragenden Kosten sind, sollte es den Betrag doch Wert sein.