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So soll sich der Fuhrpark 2013 darstellen, das bestätigt unsere zweite große Online- Umfrage, die wir mit der letzten Ausgabe des Flottenmanagement als Dauer-Rubrik eingeführt haben (ab Seite 42). Downsizing und die Fokussierung auf kraftstoffsparende Modellvarianten bleibt im neuen Jahr ein großer Trend – auch und gerade deshalb, weil dadurch die Gesamtkosten gesenkt oder zumindest stabil gehalten werden können. Das gesellschaftlich positiv aufgenommene Label „grün“ (neuerdings gerne auch „blue“ genannt) gibt es quasi als Bonus obendrauf.

Zu grün wird es aber 2013 noch nicht werden – der große Run auf die Elektromobilität beispielsweise wird inzwischen auch nach den Plänen der Bundesregierung nicht vor 2017 einsetzen, wie uns Bundesminister Dr. Peter Ramsauer in einem Exklusiv-Interview verraten hat (ab Seite 56). Dennoch: Das Ziel der eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020 steht regierungsseitig noch immer. Wichtig dabei ist natürlich, dass auch der zu tankende Strom regenerativ erzeugt wird; emittiert doch ein Elektroauto mit dem heutigen Strommix in Deutschland noch mehr CO2 als ein Dieselmotor! Hier sollten die Fuhrparkleiter flankierend über eigene Solar- oder Windkraftanlagen nachdenken, um wirklich grün zu fahren.

Die Mitglieder unseres Redaktionsbeirates stehen den alternativen Antrieben derzeit noch kritisch gegenüber, wie sich bei der zehnten Tagung am Rande der econfleet in Münster unter anderem zeigte (ab Seite 28). Probleme wie Reichweite, Betankungs-Infrastruktur, Finanzierungs- und Restwertproblematiken müssen offenbar zuerst gelöst werden. All diese Schwierigkeiten gibt es nicht bei Hybridfahrzeugen, die nach neuerer Definition der Bundesregierung ja wohl auch zu dem Ziel der eine Million „Elektrofahrzeuge“ bis 2020 gehören.

Zumindest in der Oberklasse kosten Hybridfahrzeuge jedoch noch deutlich mehr, wie der große Flottenmanagement-Kostenvergleich (ab Seite 59) unter anderem zeigt: So kostet ein BMW Active Hybrid 7 bei dreijähriger Laufzeit und 30.000 Kilometern Jahresfahrleistung nach Gesamtbetriebskosten eben mal 26 Prozent mehr als ein BMW 730d. Auch der Mercedes S400 HYBRID liegt rund 29 Prozent über den Kosten des S350 Blue- Tec. Lediglich der Audi A8 hybrid 2.0 TFSI ist sogar noch einige Euro monatlich – in Prozent kaum mehr ausdrückbar – günstiger als der vergleichbare Audi A8 3.0 TDI. Aus unseren Rückmeldungen der Fuhrparkleiter wissen wir, dass CO2-sparen zwar meist ein definiertes Unternehmensziel, ist dafür jedoch kein zusätzliches Budget verfügbar ist. Um in der Flotte zum Massenmarkt zu werden, müssten die Gesamtkosten für Hybrid und Elektro also zumindest mit den Dieselantrieben gleichziehen.

Oder der Fuhrparkleiter nutzt Sonderangebote: Immer mehr Leasingunternehmen – ob herstellerabhängig oder herstellerunabhängig – offerieren zeitlich begrenzte Schnäppchen (ab Seite 14). Wessen Dienstwagenfahrer also mit gewissen Einschränkungen bei Ausstattungswahl, Laufzeit oder Kilometerleistung leben können, der kann hier leicht einige Euros sparen – und dann vielleicht sogar vergleichbar günstig „grüne“ Autos fahren.

Ralph Wuttke
Chefredakteur